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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der  Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

Aktuelle Entwicklungen auf einen Blick

  • Mehr als 50.000 Corona-Nachweise in Deutschland
  • Bundesrat billigt Hilfspaket - 156 Milliarden neue Schulden
  • Italien meldet fast 1000 Corona-Tote an einem Tag
  • Weltweit mehr als 500.000 gemeldete Infizierte
  • Britischer Premier Johnson mit Corona infiziert
  • Frankreich verlängert Ausgangsbeschränkungen bis zum 15. April
  • Mehr als 64.000 Corona-Infizierte und 4900 Tote in Spanien

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+++ 29. März +++

Norwegen will sich mit Zufallstests besseres Corona-Bild verschaffen

Ein Mitarbeiter des Norwegischen Roten Kreuzes geht durch eine Turnhalle einer Grundschule in Oslo.
Foto: dpa/Heiko Junge

Norwegen will bald auch Menschen ohne Symptome testen. Damit wolle man ein besseres Bild von der Zahl der Coronavirus-Infektionen im Land  erhalten, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den norwegischen Rundfunksender NRK. Die norwegischen Gesundheitsbehörden bereiteten sich demnach darauf vor, solche zufälligen Tests in die Wege zu leiten. Derzeit werde abgeklärt, wie dies durchgeführt und finanziert werden solle, sagte ein Vertreter des nationalen Gesundheitsinstituts dem Sender NRK. Ziel solcher Zufallstests soll sein, die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus besser einschätzen zu können.

Vorbild soll dabei Island sein, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte. Bis Mitte der Woche sind auf der Nordatlantik-Insel nach Angaben der isländischen Regierung 12 000 der rund 360 000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind. Ziel soll es letztlich sein, die gesamte Bevölkerung zu testen.

Bis Sonntag wurden in Norwegen nach Behördenangaben 4102 Infektionen nachgewiesen. 22 Menschen sind bislang nach einer Coronavirus-Infektion gestorben, ihr Durchschnittsalter lag bei 84 Jahren. Rund 85 000 Menschen wurden bis dato auf Sars-CoV-2 getestet, was bedeutet, dass die Tests bei etwa vier Prozent positiv ausgefallen sind. (BLZ)

Robert Koch-Institut meldet rund 4000 neue Infektionen an einem Tag

Innerhalb eines Tages ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland um mindestens 4000 Fälle gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut am Sonntagvormittag veröffentlichte (Stand Sonntag 00.00 Uhr). Demnach zählte es bislang insgesamt 52.547 Fälle - 63 pro 100.000 Einwohner. Das waren 3965 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt seien bislang 389 Infizierte gestorben. Die Zahlen lassen sich nicht einfach von Tag zu Tag vergleichen. So hat das RKI nach eigenen Angaben am Samstag von drei Bundesländern keine Zahlen übermittelt bekommen.

Nach Daten der Deutschen Presse-Agentur sind in den Bundesländern bis Sonntagmittag (Stand 13.30 Uhr) insgesamt mehr als 56.500 Infektionen registriert worden. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 13 630 nachgewiesenen Fällen und 110 Toten (Stand 29.3.), Bayern mit 13.263 Fällen und ebenfalls 110 Toten (Stand 29.3.) sowie Baden-Württemberg mit 10.819 Fällen und 118 Toten (Stand 28.3.).

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 105,1 die meisten Infektionen. Es folgt Bayern mit 101,4. Im Bundesschnitt waren es 66,9. Die Zahl der Toten in Deutschland ist nach dpa-Daten auf mindestens 428 gestiegen.

Experten gehen auch in Deutschland von einer hohen Dunkelziffer bei den Infektionszahlen aus. (dpa)

Spanien meldet mit 838 neuen Höchststand an Corona-Todesfällen an einem Tag

Ein Rettungswagen in Madrid.
Foto: Imago

Mit 838 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Spanien einen neuen traurigen Rekord gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land stieg damit auf 6528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78.797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der bereits wieder genesenen Patienten seit Samstag um 19,7 Prozent auf 14.709, wie das Ministerium weiter mitteilte. (afp)

RKI-Chef Wieler warnt vor dramatischen Zuständen in deutschen Kliniken wegen Corona-Krise

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts.
Foto: Imago

Nach Einschätzung des Chefs des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, droht in der Corona-Krise auch das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenzen zu geraten. "Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte Wieler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Mit Blick auf die vergleichsweise niedrige Sterberate in Deutschland warnte der Seuchenexperte vor Illusionen: Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass in Deutschland viel getestet werde.

Zustände wie in Italien seien auch in Deutschland möglich, warnte Wieler. "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben."

Dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den von der Virusinfektion betroffenen Patienten, betonte der RKI-Chef. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."

Eine rasche Rückkehr zur Normalität hält Wieler für den falschen Weg aus der Krise. "Aus medizinischer Sicht möchte ich, dass wir alle die räumliche Distanzierung möglichst lange durchhalten", sagte er. Deutschland stehe "immer noch am Anfang der Welle". Die Menschen müssten die Pandemie "sehr ernst nehmen", mahnte der RKI-Chef. (afp)

Maas: Bislang mehr als 160.000 deutsche Urlauber zurückgebracht 

Nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sind wegen der Coronavirus-Pandemie bislang mehr als 160.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgeholt worden. Er dankte am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter allen Beteiligten, die daran "unfassbar hart" gearbeitet hätten. An die noch im Ausland Verbliebenen appellierte Maas: "Bitte haben Sie Geduld, wenn wir Ihnen noch nicht helfen konnten."

Die Bundesregierung schätzt die Zahl der Rückkehrwilligen, zumeist Urlauber, auf etwa 200.000. "Wir machen weiter", twitterte Maas.

Zunächst hatten alle EU-Länder versucht, angesichts der im Zuge der Pandemie verhängten Reisebeschränkungen ihre Bürger in Eigenregie zurück nach Hause zu holen. Mittlerweile gibt es eine Koordination. (afp)

Baby in den USA stirbt an Covid-19

Die USA haben China und Italien bei der Zahl der Erkrankungen inzwischen überholt und sind mit mehr als 124.000 Fällen das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Mehr als 2100 Menschen in den Vereinigten Staaten starben an der Lungenkrankheit Covid-19.

Unter ihnen ist auch ein Säugling aus Chicago. Der Gouverneur des Bundesstaats Illinois, J.B. Pritzker, äußerte sich am Samstag erschüttert über den Tod des Babys, das nach Angaben der Gesundheitsbehörden noch kein Jahr alt war. Es ist äußerst selten, dass die Krankheit bei jungen Menschen einen schweren Verlauf nimmt. Als Hauptrisikogruppe gelten Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen. (afp)

Ungebremster Anstieg der Corona-Todesfälle in Europa und den USA

Die Coronavirus-Pandemie hat Europa und die USA weiter fest im Griff: Europaweit sind nach offiziellen Zahlen vom Samstag inzwischen mehr als 20.000 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. In den USA stieg die Zahl der Toten auf mehr als 2100. Im chinesischen Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie, kehrte wieder etwas Normalität ein. In Spanien wird das öffentliche Leben hingegen weiter heruntergefahren.

Weltweit wurden inzwischen mehr als 30.000 Corona-Todesfälle gemeldet, mehr als 640.000 Menschen infizierten sich. Italien ist mit mehr als 10.000 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Binnen 24 Stunden starben dort 889 Menschen an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

In Spanien wurden bis Samstag mehr als 5800 Todesfälle verzeichnet, auch dort erhöhte sich die Zahl der Opfer innerhalb eines Tages um mehr als 800. Im Kampf gegen die Pandemie ordnete die Regierung in Madrid die vorübergehende Schließung aller "nicht lebenswichtigen" Unternehmen an. Alle Angestellten dieser Firmen sollten in den kommenden zwei Wochen zu Hause bleiben, teilte Regierungschef Pedro Sánchez am Samstagabend mit. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien.

Auch in Deutschland geht der Anstieg der Corona-Fallzahlen weiter: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag stieg die Zahl der Infizierten um 6294 auf 48.582. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 325. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland bereits knapp 57.700 Infizierte und 433 Todesfälle. (afp)

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an 

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: «Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen.» Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA. (dpa)

Trump entscheidet sich gegen Quarantäne für Bundesstaat New York 

US-Präsident Donald Trump will nun doch keine Quarantäne für New York und angrenzende Bundesstaaten anordnen. "Eine Quarantäne wird nicht nötig sein", schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in der Region hatte er wenige Stunden zuvor angekündigt, dass er "New York, New Jersey, vielleicht ein oder zwei andere Orte und gewisse Teile von Connecticut" womöglich abriegeln werde.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hatte sich nach einem Treffen mit Trump irritiert über den Vorstoß des Präsidenten gezeigt. Eine Quarantäne sei in dem Gespräch kein Thema gewesen, sagte Cuomo. "Ich weiß nicht, wie das rechtlich durchsetzbar sein sollte. Und ich weiß nicht, was man damit aus medizinischer Sicht erreichen würde."

New York ist mit mehr als 52.000 Infektionsfällen und 728 Toten der am stärksten von der Pandemie betroffene US-Bundesstaat. Landesweit sind inzwischen mehr als 2000 Menschen an der von dem neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Mit mehr als 120.000 Corona-Fällen sind die USA das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. (afp)

+++ 28. März +++

Jetzt mehr als 10.000 Corona-Tote in Italien

Aufgebahrte Särge in einer Kirche in der italienischen Provinz Bergamo.
Foto: AFP/Piero Cruciatti

In Italien sind inzwischen mehr als 10.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wie der Zivilschutz am Samstagabend in Rom mitteilte, starben binnen 24 Stunden 889 weitere Menschen. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 10.023 Menschen. Italien hat in der Coronavirus-Pandemie die weltweit meisten Toten zu verzeichnen.

Die Zahl der Infektionen stieg um 5974 Fälle auf insgesamt 92.472. Gleichzeitig verlangsamte sich der Anstieg bei den Neuinfektionen weiter: Der Anstieg um 6,9 Prozent am Samstag war der schwächste seit dem Beginn der Pandemie in Italien vor mehr als einem Monat. In den Tagen zuvor lag die Infektionsrate bei 7,4 beziehungsweise 8,3 Prozent. (AFP)

Corona-Pandemie: Spanien schließt „nicht lebenswichtige Unternehmen“

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat im Kampf gegen das Coronavirus eine weitere Verschärfung der bereits seit zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Ab Montag sollen aller Arbeitnehmer, die keine unbedingt notwendigen Arbeiten verrichten, zwei Wochen lang zu Hause bleiben, erklärte der Regierungschef am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Welche Sektoren genau gemeint sind, sagte er nicht. Das Gehalt werde den Betroffenen in dieser Zeit weiter gezahlt, die nicht geleisteten Arbeitsstunden könnten sie später schrittweise nachholen.

Seit dem Inkrafttreten des Alarmzustandes am 15. März durften Angestellte und Selbstständige trotz Ausgangsbeschränkungen weiter in ihre Büros gehen. Jedoch war die Bevölkerung aufgefordert, so viel wie möglich von Zuhause aus zu arbeiten. Jetzt schickt Sánchez die meisten Arbeitnehmer komplett in eine Art «Zwangsurlaub». Die Bevölkerung darf bereits seit zwei Wochen nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus, so etwa zum Einkaufen und nur alleine. Spazieren gehen oder Sport im Freien sind in Spanien derzeit nicht erlaubt. (dpa)

Trump erwägt Quarantäne für gesamten US-Bundesstaat New York

US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar eine Quarantäne für den gesamten Bundesstaat New York. "Wir möchten, dass New York unter Quarantäne gestellt wird, weil es ein Hotspot ist - New York, New Jersey, vielleicht ein oder zwei andere Orte und gewisse Teile von Connecticut", sagte Trump am Samstag in Washington. Allerdings blieb unklar, was genau er damit meinte.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, der sich zuvor am Samstag mit Trump getroffen hatte, sagte, eine Quarantäne sei in dem Gespräch kein Thema gewesen. "Ich weiß nicht einmal, was das bedeutet", aber ihm gefalle die Sache nicht, sagte Cuomo auf einer Pressekonferenz. "Ich weiß nicht, wie das rechtlich durchsetzbar sein sollte. Und ich weiß nicht, was man damit aus medizinischer Sicht erreichen würde."

Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde die für den 28. April angesetzte Vorwahl für die Präsidentschaftswahl in New York verschoben. Die Wahl werde nun am 23. Juni stattfinden, erklärte Cuomo am Samstag. Zehn weitere Bundesstaaten hatten ihre Vorwahlen ebenfalls bereits verschoben.

New York ist mit 52.318 Infektionsfällen und 728 Todesfällen der am stärksten von der Pandemie betroffene US-Bundesstaat. (AFP)

Spanien meldet 832 Corona-Tote binnen 24 Stunden

Spanische Soldaten in Schutzanzügen.
Foto: dpa/David Zorrakino/Europa Press

In Spanien hat die Zahl der Toten durch die Corona-Pandemie einen traurigen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden starben 832 Menschen - so viele wie nie zuvor an einem Tag, wie die Regierung am Samstag mitteilte. Damit starben in Spanien bislang insgesamt 5690 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 72.000.

Spanien ist nach Italien das Land, das weltweit die meisten Toten durch die Pandemie zu beklagen hat. Die Tests auf eine Infektion werden derzeit deutlich ausgeweitet.

Bei der Zahl der Infektionen stehen derzeit die USA mit mehr als 100.000 an der Spitze, gefolgt von Italien mit rund 86.500 Fällen. In Italien gab es mit mehr als 9100 Toten aber die höchste Sterberate.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Zahlen vom Samstag haben sich mittlerweile weltweit mehr als 600.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 28.000 Menschen starben. Betroffen sind 183 Länder und Gebiete. Die Zahlen bilden aber nur einen Bruchteil der tatsächlichen Fallzahlen ab, da viele Länder lediglich die Patienten registrieren, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. (afp)

Fast 50.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 316 Tote 

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 48.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen.

Mehr als 316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

UN fordern dringend Waffenruhe in Syrien wegen erster Coronafälle 

Die Vereinten Nationen haben angesichts der ersten Fälle von Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Syrien zu einer Waffenruhe aufgerufen. Es gelte, eine weitere Katastrophe zu verhindern, sagte der Chef der UN-Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, am Samstag in Genf.

Nach neun Jahren Bürgerkrieg seien viele Gesundheitseinrichtungen zerstört, außerdem hätten 70 Prozent der Menschen, die einst im Gesundheitswesen gearbeitet hätten, das Land verlassen, warnte Pinheiro. Die Kommission unterstrich, dass vor allem die Angriffe auf Helfer, Kliniken und Arznei-Transporte sofort eingestellt werden müssten.

Zu den besonders Gefährdeten zählen demnach die 6,5 Millionen Menschen, die in Syrien außerhalb ihrer Heimatorte unter oft schlimmen hygienischen Bedingungen leben müssten.

Durch Luftangriffe der syrischen Armee und des Verbündeten Russland sind viele Krankenhäuser zerstört worden. Verbreitet sich das Virus, drohen auch die verbliebenen Einrichtungen zusammenzubrechen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Rebellenprovinz Idlib mit flächendeckenden Tests begonnen. Auch dringend benötigte Schutzkleidung wird dorthin gebracht. (dpa)

Kanzleramtschef: Corona-Maßnahmen bleiben bis 20. April bestehen

Helge Braun CDU, Chef des Bundeskanzleramts.
Foto: Imago

Die wegen der Corona-Pandemie in Deutschland geltenden Einschränkungen bleiben laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mindestens bis zum 20. April bestehen. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte Braun dem "Tagesspiegel". "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen", betonte Braun. "Läden, Restaurants, Schulen und die Universitäten sind geschlossen."

Unmittelbar nach Ostern werde feststehen, wie es nach dem 20. April weitergehe, sagte der Kanzleramtschef. Entscheidend sei hierbei die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Braun.

Als Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie nannte Braun Südkorea. "Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte."

Zudem habe das Land einen "sehr breiten Ansatz beim Testen" verfolgt, sagte Braun. Auch die Bundesregierung setze auf eine Ausweitung der Testkapazitäten. Es solle auch ein Test entwickelt werden, um zu sehen, wer schon infiziert war, ohne es zu merken und sich so bereits immunisiert hat. Die Nutzung spezieller Apps im Kampf gegen Corona müsse mit dem Datenschutz in Deutschland vereinbar sein, betonte Braun.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag haben sich in Deutschland fast 42.300 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 253 Patienten starben. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete mehr als 50.0000 Infizierte und 342 Tote in Deutschland. (afp)

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: «Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen.» Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA. (dpa)

TÜV-Frist wegen Corona verlängert - Lob vom ADAC

Um Autofahrer in der Corona-Krise zu entlasten, bekommen sie für die Erneuerung der TÜV-Plakette nach den Worten von Verkehrsminister Andreas Scheuer vorübergehend mehr Zeit. Die Frist für die Überziehung sei von zwei auf vier Monate verlängert worden, sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung.

Dafür gab es Lob vom Autoclub ADAC: „Damit ist der Widerspruch zwischen den Notwendigkeiten der Krise und den gesetzlichen Vorschriften für die Hauptuntersuchung aufgehoben“, sagte Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand am Samstag. Autofahrer sollten jedoch weiterhin darauf achten, Fahrzeuge nur in verkehrssicherem Zustand zu nutzen. (dpa)

Australien: Corona-Verdacht bei 46 Kreuzfahrt-Passagieren

An Bord des vor Australien ankernden deutschen Kreuzfahrtschiffs besteht bei mindestens 46 Menschen Verdacht auf das Coronavirus. Es handele sich um 30 Passagiere und 16 Crewmitglieder, sagte der Regierungschef des Bundesstaats von Westaustralien, Mark McGowan, am Samstag vor Journalisten in Perth und sprach von einer «dringenden Situation».

Auf dem Schiff sei ein «Krisenpunkt» erreicht worden, als zahlreiche Passagiere am Freitag über Corona-Symptome geklagt hätten. Sie wurden daraufhin an Bord von Ärzten untersucht. Die Testergebnisse zur Bestätigung des Virus, standen zunächst aus.

Das deutsche Kreuzfahrtschiff befindet sich seit Donnerstag in Freemantle südlich von Perth. Die meisten der 832 Passagiere sind Deutsche. An Bord sind mehr als 230 Besatzungsmitglieder.

Zuvor war bereits bei neun Menschen an Bord eine Covid-19-Infektion bestätigt worden. Sie werden in Krankenhäusern in Perth behandelt. Drei der Erkrankten seien im kritischen Zustand auf der Intensivstation, sagte der Gesundheitsminister des Bundesstaats von Westaustralien Roger Cook.

Alle Passagiere sollten mit eigens gecharterten Flugzeugen am Sonntag aus Australien ausgeflogen werden. Die 46 Verdachtsfälle würden ebenfalls nach Deutschland gebracht, wenn ihre Corona-Tests negativ ausfielen und sie flugfähig seien, sagte McGowan. (dpa)

Isolation chinesischer Millionenmetropole Wuhan beendet

Nach zwei Monaten im Ausnahmezustand kehrt in der zentralchinesischen Metropole Wuhan allmählich wieder Alltag ein: Die Isolation der Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt, ist am Samstag beendet worden. Die Einreise in die Hauptstadt der Provinz Hubei ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt aber noch bis zum 8. April. Der U-Bahn- und Fernverkehr wurde wiederaufgenommen, Einkaufszentren dürfen kommende Woche ihre Pforten öffnen. (afp)

Luftwaffe beginnt mit Transport italienischer Corona-Patienten nach Deutschland

Die Luftwaffe hat mit dem Transport schwerkranker Corona-Patienten aus Italien nach Deutschland begonnen. Ein Airbus der Luftwaffe sei am Morgen in Bergamo gelandet und nehme sechs Patienten auf, teilte die Luftwaffe am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen hatten zuvor angekündigt, in den kommenden Tagen insgesamt zehn Corona-Patienten aus Italien und vier Patienten aus Frankreich aufzunehmen.

Die Staatskanzlei Düsseldorf hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass sich mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen zur Aufnahme von Corona-Intensiv-Patienten aus Italien und Frankreich bereiterklärt hätten. Die ersten sechs Patienten aus den besonders betroffenen Regionen Lombardei und Piemont sollen demnach zum Flughafen Köln/Bonn gebracht und anschließend auf mehrere Kliniken des Bundeslandes verteilt werden.

Je zwei Patienten sollen demnach in das Universitätsklinikum Köln, das Universitätsklinikum Bonn und das Katholische Klinikum Bochum gebracht werden. In den kommenden Tagen fliege die Luftwaffe dann vier weitere Patienten aus Italien nach Nordrhein-Westfalen: Zwei von ihnen werden den Angaben zufolge in das Universitätsklinikum Essen gebracht, die beiden anderen in das Herz- und Diabeteszentrum NRW der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum in Bad Oeynhausen. (afp)

Eine Ärztin in Schutzkleidung und mit einer Atemmaske hält ein Abstrichröhrchen in den Händen. 
Foto: dpa/Marcel Kusch

Städtebundpräsident für einheitliche Geldbußen bei Corona-Vorgaben

Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Oliver Hermann, hofft bei Verstößen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf bundesweite Bußgeld-Regeln. «Es wäre gut, wenn bald die angekündigte bundeseinheitliche Regelung in Kraft tritt», sagte der parteilose Bürgermeister der Stadt Wittenberge (Prignitz) der Deutschen Presse-Agentur. «Ich finde, dass die Bürger insgesamt ein sehr großes Verständnis für die Einschränkungen aufbringen und dass sehr diszipliniert und mit großer Rücksichtnahme agiert wird von den allermeisten. Sicherlich müssen wir an der einen oder anderen Stelle auch eingreifen.» Er wisse von anderen Städten und Landkreisen, dass sich die Frage eines Bußgeldkatalogs stelle. (dpa)

Coronavirus: 54 weitere «importierte» Fälle in China

In China ist die Zahl «importierter Fälle» mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden 54 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist waren. Insgesamt zählt China damit bereits mehr als 600 solcher Fälle. Darüber hinaus starben drei weitere Menschen an Covid-19. Bisher hat China insgesamt 81 394 Coronavirusinfektionen gemeldet, darunter 3295 Todesfälle und 74 971 geheilte Patienten.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen. (dpa)

+++ 27. März +++

Mehr als 50.000 Infizierte in Deutschland gemeldet

In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 50.000 Nachweise auf das Coronavirus (Johns Hopkins University, Stand 21 Uhr). 342 Menschen sind an dem Virus verstorben. (BLZ)

USA mit weltweit meisten Corona-Infektionen

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt. Bis Freitagnachmittag (Ortszeit) gab es USA-weit mehr als 94.000 bekannte Infektionen, in Italien mehr als 86.000 und in China rund 82.000, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Sowohl die USA als auch Italien haben das Ursprungsland der Pandemie, China, damit inzwischen überholt. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als halbe Million gemeldete Coronavirus-Infektionen.

In den USA starben laut der US-Universität bislang mehr als 1400 Menschen an dem Virus, in Italien mehr als 9100 und in China rund 3300. Deutschland rangiert in der Auflistung auf Platz fünf mit rund 50 000 Infektionen und bislang mehr als 300 Corona-Toten. (dpa)

Corona-Test von Till Lindemann negativ

Der Rammstein-Sänger Till Lindemann ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte seine Band am Freitag auf ihrer Facebook-Seite mit. Lindemann war am Donnerstag in ein Krankenhaus eingewiesen worden und soll dort auch eine Nacht auf der Intensivstation verbracht haben. Am Freitag sei er auf eine andere Station gebracht worden, da es ihm wieder besser gehe, hieß es.

Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass sich Lindemann mit dem Coronavirus infiziert und dadurch eine Lungenentzündung bekommen habe. 

Tirol droht wegen Corona-Krise Sammelklage hunderter Skifahrer

Rund 400 Skifahrer könnten sich einer Sammelklage gegen die Tiroler Behörden wegen einer zu späten Reaktion auf den Beginn der Coronavirus-Epidemie anschließen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) teilte am Freitag mit, bereits zwei Tage nach einem entsprechenden Aufruf hätten sich rund 400 Menschen gemeldet, mehr als 350 davon Deutsche. Die meisten hätten in Ischgl und im Paznauntal Urlaub gemacht. Der Verband hatte zuvor Anzeige gegen den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Bürgermeister, Seilbahngesellschaften und weitere Behördenvertreter erstattet. Zugleich startete er einen europaweiten Aufruf an mögliche Betroffene, die davon ausgehen, dass sie sich beim Ski-Urlaub in Tirol mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben.

Den Behörden in Tirol wird vorgeworfen, zu spät auf erste Anzeichen eines Ausbruchs in dem beliebten Wintersportort Ischgl reagiert und damit der Ausbreitung in Europa und darüber hinaus Vorschub geleistet zu haben. Der VSV erklärte, er wolle über seine Website Zeugenaussagen sammeln. Diese sollten belegen, „dass die Schließung des Skiresorts aus kommerziellen Gründen hinausgezögert wurde“. (AFP)

Trump unterzeichnet Billionen-Konjunkturpaket in Corona-Krise

US-Präsident Donald Trump hat ein massives Konjunkturpaket unterzeichnet, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Trump teilte am Freitag auf Twitter mit, er habe gerade „das größte wirtschaftliche Hilfspaket in der amerikanischen Geschichte“ unterschrieben. Mit einem Volumen von 2,2 Billionen US-Dollar „wird dieses Gesetz die dringend benötigte Hilfe für die Familien, die Arbeiter und die Unternehmen unserer Nation bringen“. Nur Stunden zuvor hatte nach dem von Trumps Republikanern dominierten Senat auch das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf beschlossen. (dpa)

Bundeswehr schickt 15.000 Soldaten in den Einsatz gegen Corona 

Zur Unterstützung von Ländern und Kommunen setzt die Bundeswehr in der Corona-Krise 15 000 Soldaten ein. Volle Einsatzbereitschaft solle in der kommenden Woche hergestellt sein, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Freitag in einer telefonischen Pressekonferenz. Es werde vier regionale Führungsstäbe geben. Auf eventuelle Lageverschärfungen sei das Militär vorbereitet. Bis Freitagmorgen seien 200 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vortag. Schelleis ist der Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr.

Gefragt sei vor allem Hilfe aus dem Sanitätswesen. Er nannte aber auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen. (dpa)

Italien meldet fast 1000 Corona-Tote an einem Tag

Italien hat an einem Tag fast 1000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet und damit so viele wie an keinem Tag zuvor. Die Gesamtzahl stieg auf 9134, wie der Zivilschutz am Freitag mitteilte. (dpa)

Fast 300 neue Covid-19-Todesfälle in Frankreich

In Frankreichs Krankenhäusern sind innerhalb von 24 Stunden 299 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit sei die Zahl der Todesfälle insgesamt auf 1995 gestiegen, teilte am Freitagabend der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, mit. Am Donnerstag hatte die Zahl der neuen Todesfälle noch bei 365 gelegen, sie ging am Freitag also zurück. (AFP)

US-Kongress beschließt wegen Corona-Krise Billionen-Konjunkturpaket

Der US-Kongress hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Nach dem von den Republikanern dominierten Senat beschloss am Freitag auch das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf mit Unterstützung über Parteigrenzen hinweg. US-Präsident Donald Trump hat bereits angekündigt, das Gesetzespaket umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen. Trumps Republikaner, seine Regierung und die Demokraten hatten sich erst nach zähen Verhandlungen auf das Konjunkturpaket einigen können. Der Senat hatte den Entwurf in der Nacht zu Donnerstag ohne Gegenstimmen beschlossen. (dpa)

IWF sieht Weltwirtschaft wegen Corona bereits in einer Rezession 

Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine «schwere» Rezession erleben, warnte Georgiewa. Auch die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet wegen der Corona-Krise eine Rezession in vielen Volkswirtschaften.

Jeder Monat mit Ausgangsbeschränkungen werde das jährliche Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte drücken, warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Er nannte als eine besonders betroffene Branche den Tourismus. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaft in mindestens zwei Quartalen hintereinander schrumpft. (dpa)

WHO: Mangel an Schutzkleidung ist enorme Bedrohung im Kampf gegen Coronavirus

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird der Mangel an Schutzkleidung für das medizinische Personal immer mehr zu einem drängenden Problem. "Wenn das medizinische Personal in Gefahr ist, sind wir alle in Gefahr", warnte am Freitag in Genf der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dies sei eine enorme Bedrohung. Tedros zufolge schickte die WHO bereits knapp zwei Millionen Stück Schutzkleidung in 74 Länder. Etwa ebenso viel solle demnächst an weitere 60 Staaten gehen. (AFP)

Frankreich verlängert Ausgangsbeschränkungen bis zum 15. April

In Frankreich sind die strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus um gut zwei Wochen verlängert worden. Die Französinnen und Franzosen müssten mindestens bis zum 15. April zu Hause bleiben, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron am Freitag an. „Dieser Zeitraum kann verlängert werden, wenn die gesundheitliche Situation dies erfordert“, sagte Philippe. (dpa)

Hamburg nimmt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich auf

Zwei Krankenhäuser in Hamburg wollen in den kommenden Tagen bis zu zwölf schwerkranke Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufnehmen, die auf Beatmung angewiesen sind. Das bestätigte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitagnachmittag. «Es handelt sich um bis zu zehn Patientinnen und Patienten aus Italien, die am AK Harburg (Asklepios-Klinikum) behandelt werden sollen. (...) Und es handelt sich um zwei Patientinnen und Patienten aus Frankreich, die am UKE (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) behandelt werden», sagte Prüfer-Storcks bei der Landespressekonferenz. (dpa)

Britischer Premier Johnson positiv auf Coronavirus getestet

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Regierungschef habe am Donnerstag "leichte Symptome" entwickelt und sich daraufhin testen lassen, sagte ein Sprecher am Freitag in London. 

Mehr als 64.000 Corona-Infizierte und 4900 Tote in Spanien

In Spanien steigt die Zahl der infizierten Menschen und auch der Toten weiter kräftig an. In den vergangenen 24 Stunden seien knapp 8000 neue Infektionsfälle registriert worden, wodurch die Gesamtzahl auf gut 64.000 geklettert sei, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Toten stieg auf knapp 4900, 600 mehr als am Donnerstag. (BLZ

Coronavirus in der Türkei: Gratis-Essenspakete für Alte - 92 Tote

Die türkische Millionenmetropole Istanbul wird in der Corona-Krise alte Menschen ohne Einkommen sechs Wochen lang mit Lebensmittellieferungen unterstützen. Gouverneur Ali Yerlikaya sagte am Freitag, dass ab Montag für rund 50 000 Menschen ab 65 Jahre 300 000 Essenspakete zur Verfügung gestellt würden. Die Kosten würden weitgehend von Gebern gedeckt. Der bekannte Lieferservice Getir, der zu den Spendern gehört, werde die Pakete zustellen. Seit Sonntag gilt wegen der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 landesweit eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und chronisch Kranke. Nach offiziellen Zahlen vom Freitagabend starben in der Türkei 92 an den Folgen einer Corona-Erkrankung, 5698 Corona-Fälle sind bestätigt - 2069 mehr als noch am Vortag. (dpa/BLZ)

Bundesrat billigt Hilfspaket

Der Bundesrat hat am Freitag den Nachtragshaushalt der Bundesregierung gebilligt, mit dem das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung für Wirtschaft, Krankenhäuser und Bürger finanziert werden soll. Damit können die am Mittwoch vom Bundestag verabschiedeten Maßnahmen in Kraft treten, die die wirtschaftlichen Folgen der durch das Coronavirus verursachten Krise abmildern sollten. Mieterinnen und Mieter, aber auch kleine Gewerbetreibende sind jetzt vor Kündigungen geschützt, wenn sie wegen der Coronakrise in Verzug mit Miet- oder Pachtzahlungen kommen.

Der Bundesrat räumte der Bundesregierung auch zusätzliche Kompetenzen bei der Epidemiebekämpfung ein. Mit entsprechenden Änderungen im Infektionsschutzgesetz obliegt es nun der Bundesregierung, den grenzüberschreitenden Personenverkehr einzuschränken oder per Verordnung gesundheitliche Maßnahmen zu erlassen. Angenommen wurde auch eine Neuregelung des Insolvenzrechtes, wonach Betriebe ihre Geschäfte vorerst weiterführen können, auch wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Insolvenzantragspflicht wurde bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Auch für Genossenschaften und GmbHs wurden Fristverlängerungen beschlossen, die die Geschäftstätigkeit in Zeiten beschränkter Versammlungsfreiheit erleichtern sollen. Das Gesetzespaket wurde ohne Gegenstimme verabschiedet. (cd.)

Bundeswehr bereitet sich auf Corona-Einsatz mit 15.000 Soldaten vor

Die Bundeswehr bereitet sich auf einen umfassenden Unterstützungseinsatz in Deutschland wegen der Corona-Pandemie vor. Es gehe um „die Aufstellung eines Kontingents zur Hilfeleistung“, sagte ein Sprecher des Kommandos Streitkräftebasis am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. „Das Personal kommt dabei aus den verschiedenen Organisationsbereichen der Teilstreitkräfte.“ Wie der „Spiegel“ berichtete, soll das Kontingent 15.000 Soldaten umfassen. In einem Plan der Bundeswehrführung würden detailliert die Einsatzfelder beschrieben: So sollten etwa 5500 Soldaten für „Absicherung“ und „Schutz“ eingesetzt werden. und weitere 6000 für die „Unterstützung der Bevölkerung“. 600 Mitglieder der Feldjäger sind dem Bericht zufolge für „Ordnungs-Verkehrsdienst“ vorgesehen und rund 250 Soldaten der ABC-Abwehr für Desinfektionsmaßnahmen. 2500 Logistiksoldaten sollten sich mit 500 Lastwagen um „Lagerung, Transport, Umschlag“ kümmern.

Nach Merkels Corona-Test: Syrer bedanken sich mit Graffiti-Porträt

Unter Syrern genießt Bundeskanzlerin Angela Merkel große Sympathien. Nach ihrem negativen Corona-Test haben ihr zwei Graffiti-Künstler aus der Rebellenprovinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes nun in besonderer Form ihren Dank gezeigt: mit einem überlebensgroßen Porträt der Kanzlerin. Dazu ein Herz in Rot und der Text: «Frau Merkel, Ihr Wohlergehen freute uns in Idlib.» Bilder davon machen seit Tagen in den sozialen Medien die Runde. (dpa)

Aziz Al-Asmar (r), ein syrischer Maler aus Binnish, malt ein Wandgemälde in einem beschädigten Gebäude, das die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel darstellt.
Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Schweden begrenzt Versammlungen auf 50 Teilnehmer 

Schweden führt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schärfere Begrenzungen von öffentlichen Versammlungen ein. Zusammenkünfte mit mehr als 50 Teilnehmern werden verboten, wie Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekanntgab. Bislang lag diese Grenze bei 500 Personen. Von der neuen Maßnahme seien unter anderem Examensfeiern, Hochzeiten und Beerdigungen betroffen, fügte Sozialministerin Lena Hallengren hinzu. Laut Innenminister Mikael Damberg gilt die neue Begrenzung ab Sonntag.

Bislang geht Schweden im Gegensatz zu seinen skandinavischen Nachbarn Dänemark und Norwegen sowie dem Großteil Europas deutlich freizügiger mit den Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise um. Kindergärten und Grundschulen bis zur neunten Klasse sind anders als Gymnasien und Universitäten weiter offen, ebenso Restaurants, Kneipen und Cafés, die ihre Gäste aber nur noch am Tisch bedienen dürfen.

Insgesamt gibt es in Schweden bislang mehr als 2800 bestätigte Infektionsfälle. 66 Menschen sind nach Behördenangaben bisher an den Folgen gestorben, davon 42 in der Region um die Hauptstadt Stockholm. (dpa)

Industrie- und Handelskammern verschieben Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) verschieben wegen der Corona-Krise die für April und Mai geplanten schriftlichen Azubi-Abschlussprüfungen in den Sommer 2020. Hiervon seien rund 210.000 Auszubildende betroffen, teilten die Kammern am Freitag mit. Bis einschließlich Mai finden demnach auch keine IHK-Weiterbildungsprüfungen statt. Sie sollen zwischen Juni und August nachgeholt werden.

Die schriftlichen IHK-Ausbildungsprüfungen werden nach jetzigem Stand in der Zeit vom 16. bis zum 19. Juni 2020 nachgeholt, teilten die Kammern mit: die industriell-technischen Prüfungen am 16. und 17. Juni und die kaufmännischen am 18. und 19. Juni. (AFP)

Erstmals Corona-Fall im Kreml

Im Kreml hat sich erstmals ein Mitarbeiter mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Er könne einen Fall bestätigen, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Der Mitarbeiter hatte demnach keinen Kontakt zu Präsident Wladimir Putin gehabt. Der Kremlchef selbst setze seine Arbeit wie gewohnt fort, werde nun aber besser geschützt. «Es handelt es sich um zusätzliche vorbeugende Maßnahmen, die man auch sonst anwenden sollte», sagte Peskow, ohne Details zu nennen. In Russland gibt es mit Stand Freitag 1036 bestätigte Corana-Infektionen und nach Angaben der Johns Hopkins Universität drei Tote. (dpa)

Grün wie «Geh heim»: Türkische Stadt nutzt Ampel für Corona-Mahnung 

Eine türkische Stadt lässt Ampeln sprechen, um die Menschen während der Corona-Krise an die Selbstisolierung zu erinnern. Im Zentrum von Sakarya im Nordwesten der Türkei zeigen einige nun virusbezogene Botschaften. Bei Grün ist «Geh nach Hause» (Eve Git) zu lesen, bei Rot «Bleib zu Hause» (Evde Kal). «Evde Kal» ist das zentrale Krisenmotto im Land, das als Hashtag in sozialen Medien omnipräsent ist und das manche Mobilfunkanbieter statt des eigenen Logos auf Handybildschirmen einblenden. (dpa)

Bürgermeister in Nordfrankreich montiert Bänke ab 

Der Bürgermeister einer nordfranzösischen Gemeinde hat im Kampf gegen das Coronavirus alle Bänke abmontieren lassen. «Ich konnte sie jeden Tag aus dem Fenster meines Büros im Rathaus sehen», sagte Sébastien Leprêtre, Bürgermeister von La Madeleine, der Tageszeitung «Le Parisien» am Freitag über die Menschen, die sich auf die Bänke gesetzt hätten. «Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Einwohner zum Reden und nicht nur für zehn Minuten, sondern für einen guten Teil des Nachmittags. Das ist inakzeptabel.» Die Stadtverwaltung montierte schließlich um die 40 Bänke auf Frei- und Grünflächen ab. (dpa)

Mehr als 47.000 Corona-Nachweise in Deutschland 

In Deutschland sind bislang mehr als 47.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 11 500 nachgewiesenen Fällen sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8400 Fällen. 

281 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

Corona-Hotspot Ischgl? Verbraucherschützer sammelt Hinweise 

Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben. «Den Schwerpunkt bilden derzeit deutsche Urlauber mit 356 Meldungen. Bislang betreffen rund 90 Prozent der Meldungen Ischgl und das Paznauntal» teilte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein VSV am Freitag mit. Die Zuschriften sammelt er seit Mittwoch. (dpa)

Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben.
Foto: imago images / Panthermedia

USA das Land mit den meisten bestätigten Coronavirus-Fällen 

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In den USA gab es bis Freitagfrüh fast 86.000 bekannte Infektionen, in China rund 82.000 und etwa 80.600 in Italien, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervorging. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. (dpa)

Weltärztechef: "Kollektive Quarantäne" nur schrittweise aufheben 

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery hat sich dafür ausgesprochen, die Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen in Deutschland nur schrittweise wieder aufzuheben. Selbst wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) überlege, nach Ostern eine mögliche Aufweichung der derzeit strikten Maßnahmen zu prüfen, "wird dies nicht gleich vollständig geschehen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag.

"Wir müssen sehr aufpassen, dass es keinen Rückschlag gibt und die Infektionszahlen wieder in die Höhe schnellen, weil sich alle Menschen wieder treffen", warnte der Vorsitzende des Weltärztebunds. Ostern sei für mögliche Lockerungen womöglich noch zu früh. Das hänge von der Entwicklung der Zahl der Infizierten ab und müsse in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut entschieden werden.

Montgomery hält es generell für überfällig, über eine Exitstrategie aus den einschneidenden Corona-Maßnahmen nachzudenken. "Bei der Anweisung einer kollektiven Quarantäne ist auch eine Strategie nötig, wie der Status beendet werden kann", sagte er. (AFP

Experte in Norditalien: Noch keine Trendwende in Corona-Krise 

Trotz leicht sinkender Neu-Infektionen mit dem Coronavirus ist Norditalien nach Einschätzung eines Experten noch nicht über den Berg. Der Höhepunkt stehe noch bevor, sagte der Medizinische Direktor der Gesundheitsbehörde der Provinz Bergamo, Carlo Alberto Tersalvi, am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Es sei ein erstes «gutes Signal», dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe.

Die Lage in den sechs Krankenhäusern der Provinz Bergamo sei weiter «sehr kritisch», sagte Tersalvi. Die Kliniken seien voll mit Intensivpatienten und «am Limit». Etwas Entlastung verschaffe die hausärztliche Versorgung. Viele weniger schwer Erkrankte würden zu Hause behandelt. «Das hilft», sagte Tersalvi, der die Zusammenarbeit aller Kliniken in der Provinz steuert. (dpa)

Wegen Corona: FC Barcelona kürzt Fußballstars das Gehalt 

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht mit seinen Stars hat der FC Barcelona dem Team und vielen Mitarbeitern die Arbeitszeit und damit den Lohn gekürzt. Der spanische Fußballmeister begründete die Eingriffe in die Verträge mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Laut spanischem Recht können Unternehmen im Falle höherer Gewalt zu solchen Mitteln greifen. Zuvor hatte der Club mit den Profis um Superstar Lionel Messi keine Einigung über eine freiwillige Gehaltskürzung erzielen können, wie spanische Medien berichteten. (dpa)

Australien steckt alle Heimkehrer in Quarantäne 

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie schickt die Regierung Australiens alle aus dem Ausland heimkehrenden Bürger für zwei Wochen in Quarantäne. Sie würden direkt vom Flughafen in Hotels oder andere Unterkünfte gebracht, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag in Canberra. Die Kosten der Unterbringung trügen die jeweiligen Bundesstaaten. Die neue Verordnung soll an diesem Samstag ab Mitternacht in Kraft treten. (dpa)

Europol sieht schnelle Zunahme von Corona-Verbrechen 

Europol sieht eine schnelle Zunahme von Verbrechen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Kriminelle und organisierte Banden hätten ihre Methoden sehr schnell angepasst und profitierten von der Krise, warnt die europäische Polizeibehörde in einem am Freitag in Den Haag veröffentlichten Bericht. Ermittler stellten demnach zunehmend Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen fest. (dpa)

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US-Schauspieler Mark Blum an Corona gestorben

Der New Yorker Film- und Theaterschauspieler Mark Blum ist mit 69 Jahren an den Folgen von Covid-19 gestorben. Seine Infektion mit dem neuen Coronavirus habe zu Komplikationen geführt, denen der Darsteller schließlich erlegen sei, teilte die Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild am Donnerstag (Ortszeit) mit. (dpa)

Vereinzelt Angriffe auf Deutsche im Ausland wegen Corona-Krise 

Wegen der Corona-Krise ist es in einigen Ländern vereinzelt zu Diskriminierungen oder sogar Gewalt gegen Deutsche gekommen. «Es gab einige Anfeindungen in manchen Ländern, in denen kursierte, dass das Virus von Europäern eingeschleppt worden sei. Es gab auch tätliche Angriffe», sagte der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts, Frank Hartmann, der Deutschen Presse-Agentur. «Das sind aber Einzelfälle. Die große Sorge, dass ein anti-europäischer Rassismus in der Krise entstehen könnte, die sehe ich nicht.» (dpa)

Südkorea meldet leichten Rückgang von Infektionen

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder leicht zurückgegangen. Wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten, kamen am Donnerstag 91 Fälle hinzu. Damit liegt die Zahl der täglich erfassten Fälle seit einigen Tagen um die Schwelle von 100. Bisher wurden in dem Land 9332 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Es wurden 139 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus gebracht. (dpa)

China meldet dutzende weitere Fälle von "importierten" Corona-Infektionen

China hat neue dutzende Fälle von mit Coronavirus-Infektion ins Land eingereisten Menschen gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 54 Ansteckungsfälle unter Eingereisten verzeichnet, wie der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung am Freitag in Peking mitteilte. Hinzu kam ein einziger neuer Fall einer Ansteckung innerhalb von Festlandchina.

Während laut den offiziellen Angaben die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in China seit Wochen drastisch gesunken sind, nahmen zuletzt die Zahlen der "importierten" Ansteckungsfälle zu. Inzwischen verzeichneten die chinesischen Behörden rund 600 solcher Fälle. (AFP)

Mehr als 35 Millionen Dollar wegen Corona: NFL-Clubs spenden Geld 

Die NFL hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 35 Millionen Dollar (ca. 31,6 Millionen Euro) für von der Coronavirus-Pandemie betroffene Menschen gespendet. Das Geld, das von Spielern, Besitzern, Teams und der NFL-Stiftung kam, ging demnach an zahlreiche Hilfsorganisationen, darunter das Amerikanische Rote Kreuz und Dienste, die Menschen mit Essen versorgen. Zudem veröffentlichte die nordamerikanische Profiliga für American Football Videos von Mitgliedern aller 32 NFL-Mannschaften, die ihre Mitbürger aufforderten, zu Hause zu bleiben und so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. (dpa)


+++ 26. März +++

Weltweit mehr als 500.000 gemeldete Corona-Infektionen

Mehr als eine halbe Million Menschen haben sich inzwischen mit dem Coronavirus infiziert. Laut der Johns Hopkins Universität gab es am Abend 523.163 gemeldete Fälle. In Deutschland sind demnach 43.646 Menschen infiziert (Stand: 21.30 Uhr). (BLZ)

Texas zwingt Einreisende aus US-Corona-Zentren zu Quarantäne

Der US-Bundesstaat Texas hat in der Coronavirus-Krise die bisher weitestgehenden Beschränkungen für Reisende in den USA erlassen. Gouverneur Greg Abbott unterzeichnete am Donnerstag eine Verfügung, die Einreisende aus den besonders von der Pandemie betroffenen Staaten New York, New Jersey, Connecticut und der Stadt New Orleans zu einer 14-tägigen Quarantäne zwingt. Die Anweisung werde von den Sicherheitskräften im Staat durchgesetzt, Zuwiderhandlungen könnten mit bis zu 1000 Dollar Strafe oder 180 Tagen Gefängnis bestraft werden.

Merkel: Debatte über Lockerung der Corona-Maßnahmen zu früh

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch keinen Grund, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. „Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein“, sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Infektionen verdoppeln. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Deswegen müsse sie die Menschen in Deutschland um Geduld bitten. (dpa)

EU-Parlament gibt grünes Licht für Investitionsoffensive wegen Corona-Krise 

Das EU-Parlament hat grünes Licht für eine 37 Milliarden Euro schwere Investitionsoffensive zur Bewältigung der Corona-Krise gegeben. Mit 671 zu drei Stimmen und 14 Enthaltungen sprach sich eine breite Mehrheit der Abgeordneten am Donnerstag im Schnellverfahren für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aus. Das Geld soll primär in die Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten und an kleinere und mittlere Unternehmen fließen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um frisches Geld, sondern um bislang nicht abgerufene Posten im EU-Haushalt. (AFP)

Coronavirus-Fälle an Bord eines Flugzeugträgers des US-Militärs

An Bord eines US-Flugzeugträgers sind acht Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekanntgeworden. Die Soldaten der „USS Theodore Roosevelt“ seien umgehend in eine Einrichtung der Streitkräfte auf der Pazifikinsel Guam ausgeflogen worden, sagte der amtierende Marineminister Thomas Modly am Donnerstag in Washington. Der Flugzeugträger mit rund 5000 Besatzungsmitgliedern sei nun auch auf dem Weg nach Guam. Nun werde die gesamte Mannschaft auf das Virus Sars-CoV-2 getestet, sagte er. (dpa) 

Malta schickt Rentner, Schwangere und Kranke in häusliche Quarantäne

Malta schickt wegen der Covid-19-Pandemie ältere Menschen über 65, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen in häusliche Quarantäne. Die Anordnung gelte ab Samstagmorgen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit. Rund 118 000 Menschen seien von der Maßnahme betroffen, mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. Malta hatte schon vor zwei Wochen Schulen und Universitäten geschlossen und später auch alle Restaurants und Bars. Auch alle Geschäfte, die nicht lebenswichtige Waren anbieten, sollen ab Montag nicht mehr öffnen. Bisher wurden nach offiziellen Angaben 134 Coronavirus-Fälle registriert. Tote gab es nicht. (dpa)  

Coronavirus: Erstmals über 100 Tote an einem Tag in Großbritannien

Großbritannien hat erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London am Donnerstagabend mitteilte, starben seit dem Vortag 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an. Rund 11.700 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Großbritannien hat bislang im Vergleich zu Deutschland nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert. (dpa)

Deutschland nimmt 47 Corona-Patienten aus Italien auf

Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb dazu unter italienischer Flagge: „Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde.“ Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin. (dpa)

Ärztepräsident Reinhardt rät Bevölkerung zu einfachen Schutzmasken

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat in der Corona-Krise zum Tragen von Schutzmasken einfacher Art aufgerufen. „Mein Rat: besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum“, sagte der 59-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Masken würden keinen Schutz vor einer Ansteckung garantieren. „Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden.“ Einfache Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien zwar nur ein Hilfskonstrukt. „Aber sie sind besser als nichts, weil sie die Atemluft filtern“, sagte der Allgemeinmediziner, der von dem Kauf professioneller Schutzmasken dringend abriet: „Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken.“ Diese würden von Erkrankten, vor allem aber von Ärzten und Pflegern dringender benötigt. (dpa)

Italien: 6153 Neuinfektionen gemeldet

Nach einem leichten Rückgang bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Italien sind die Zahlen wieder angestiegen. Insgesamt hatten sich bis Donnerstag nachweislich 80.539 Menschen infiziert, das sind 6153 mehr als am Vortag, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Zahl der Toten stieg weiter stark: Bis Donnerstag waren es 8165, 662 mehr als am Vortag. In den letzten Tagen waren die Neuinfektionen etwas niedriger gewesen, so dass die Hoffnung gewachsen war, dass die strikten Ausgangsbeschränkungen Wirkung zeigten.

Der Regionalpräsident der besonders betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana, sagte, die Zahlen seien „nicht gut“ und würden ihm Sorge bereiten. Die Stadt Bergamo, die in Italien am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen ist, hat fast sieben Mal mehr Tote als normalerweise in einer Woche verzeichnet: Letzte Woche seien dort 313 Menschen gestorben, teilte die Kommune am Donnerstag mit. In den letzten zehn Jahren seien durchschnittlich 45 Tote pro Woche gezählt worden. (dpa)

Erste bewaffnete Gruppen folgen UN-Aufruf zu weltweitem Waffenstillstand wegen Corona-Krise

Die ersten bewaffneten Gruppen sind dem UN-Aufruf zu einem weltweiten Waffenstillstand angesichts der Corona-Krise gefolgt. Die Vereinten Nationen begrüßten, dass die Aufforderung von UN-Generalsekretär António Guterres von einigen Rebellengruppen in Kamerun und auf den Philippinen gehört worden sei, erklärte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Donnerstag. Am Montag hatte Guterres zu einem „sofortigen weltweiten Waffenstillstand“ aufgerufen. (AFP)

Tui vor möglicher Einigung für Staatshilfe wegen Corona-Einbrüchen

Tui soll in der Corona-Krise kurz vor einer Einigung über staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe stehen. Der Konzern ist schon seit einigen Tagen in Gesprächen darüber, ob Mittel aus den Hilfsprogrammen von Bund und Ländern beantragt werden. Jetzt stehen nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die Chancen gut, zwei Milliarden Euro in Anspruch nehmen zu können. Ein Tui-Sprecher sagte dazu am Donnerstag: „Wir sind in guten Gesprächen.“ Es gebe aber noch keine abschließende Entscheidung oder Zusage, betonte er. (dpa)

Laschet: Einschränkungen wegen Corona-Epidemie bald überprüfen 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt darauf, die Einschränkungen von Grundrechten wegen der Corona-Epidemie so bald wie möglich wieder zu überprüfen. «Wir können nicht ein halbes oder dreiviertel Jahr mit einer solchen Art Notstandsgesetzgebung leben», sagte Laschet am Donnerstagabend im Youtube-Livestream «Breaking LAB». «Irgendwann wird man abwägen müssen, wann kommt man wieder ins normale Leben zurück.» Das sei wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zum jetzigen Zeitpunkt halte er aber das geltende Kontaktverbot für verhältnismäßig.

Die Hoffnung von Schülern, dass die Osterferien verlängert würden und womöglich direkt in die Sommerferien übergehen könnten, sei wohl nicht realistisch. «Wenn es wieder verantwortbar ist, werden die Schulen wieder geöffnet.» Mitte April würden dazu die Daten zu der Epidemie zusammen mit dem Robert Koch-Institut ausgewertet. (dpa)

Ärztepräsident Reinhardt rät Bevölkerung zu einfachen Schutzmasken

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat in der Corona-Krise zum Tragen von Schutzmasken einfacher Art aufgerufen. «Mein Rat: besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum», sagte der 59-Jährige der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Die Masken würden keinen Schutz vor einer Ansteckung garantieren. «Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden.»

Einfache Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien zwar nur ein Hilfskonstrukt. «Aber sie sind besser als nichts, weil sie die Atemluft filtern», sagte der Allgemeinmediziner, der von dem Kauf professioneller Schutzmasken dringend abriet: «Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken.» Diese würden von Erkrankten, vor allem aber von Ärzten und Pflegern dringender benötigt. (dpa)

G20 investieren in Corona-Krise zusammen fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft. Es gehe darum, „Vertrauen wiederherzustellen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erklärten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer am Donnerstag nach einer Videokonferenz. In einer Erklärung bekannten sie sich dazu, der Bedrohung durch die Pandemie „geeint entgegenzutreten“. In der Erklärung hieß es wörtlich: „Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen.“

Die G20 versprachen, ihre Produktionskapazitäten für medizinische Versorgungsgüter auszubauen, damit sie dem wachsenden Bedarf gerecht werden. So soll sichergestellt werden, „dass diese Güter überall dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden, zu erschwinglichen Preisen, ausgewogen und so schnell wie möglich verfügbar sind“.

In vielen Ländern mangelt es an Schutzmasken, Virus-Tests und Beatmungsgeräten. Die G20-Staaten wollen sich nun stärker abstimmen, auch mit dem Privatsektor, „damit zügig Diagnoseverfahren, antivirale Medikamente und Impfstoffe wirksam, sicher, gerecht, zugänglich und erschwinglich entwickelt, produziert und vertrieben werden können“. (AFP)

Brüssel gewährt mehr Zeit für Umsetzung schärferer Düngeregeln

Für die Umsetzung der strengeren Düngeregeln für den Schutz des Grundwassers vor Nitrat lässt die EU Deutschland in der Corona-Krise mehr Zeit als zunächst geplant. Nach dpa-Informationen sagte die EU-Kommission am Donnerstag abschließend zu, dass Teile der Düngeverordnung, die der Bundesrat an diesem Freitag beschließen soll, erst bis zum Jahreswechsel umgesetzt werden müssen. Das betrifft die neue Ausweisung von besonders belasteten Gebieten, in denen besonders strenge Begrenzungen fürs Ausbringen von Dünger gelten sollen. Auch in den bestehenden sogenannten Roten Gebieten müssen diese Regeln erst ab Januar 2021 angewandt werden. (dpa)

China schließt seine Grenzen für die meisten Ausländer

Aus Angst vor einer zweiten Corona-Infektionswelle will China den meisten Ausländern die Einreise ins Land verwehren. Die Maßnahme trete am Samstag in Kraft und gelte auch für Ausländer mit gültigen Visa beziehungsweise einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung, erklärte am Donnerstag das Außenministerium in Peking. Es sprach zugleich von einem „vorläufigen“ Schritt, wie er auch von anderen Ländern vorgenommen worden sei. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde der Volksrepublik bereits angekündigt, ab Sonntag die Zahl der internationalen Flugverbindungen drastisch zu reduzieren.

Chinesische Airlines dürften jedes Land pro Woche nur noch einmal anfliegen; auch ausländische Gesellschaften dürften nur noch einen Flug pro Woche nach China anbieten. Die chinesischen Behörden befürchten nach eigenen Angaben, dass die Einreise infizierter Menschen aus dem Ausland eine zweite Infektionswelle auslösen könnte. Bislang wurden insgesamt 541 solcher Fälle gezählt. (AFP)

Mehr als 40.500 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind mittlerweile 40.585 Corona-Fälle gemeldet (Johns Hopkins University, 26.3., Stand 16.10 Uhr). 229 Menschen sind gestorben. (BLZ)

Berichte über Corona-Fall in der Papst-Residenz

Im Vatikan sorgen Berichte über einen Coronafall im Umfeld des Papstes für Aufregung. Mehrere italienische Medien schrieben am Donnerstag, in der Residenz von Papst Franziskus, in der Casa Santa Marta, sei ein Geistlicher positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden sei. Der Vatikan bestätigte die Berichte auf Anfrage zunächst nicht.

Wie mehrere Zeitungen schrieben, sei ein Mitarbeiter des Staatssekretariats positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sein Umfeld sei am Mittwoch informiert, Gesundheitsvorkehrungen seien getroffen worden. Dem Prälaten, der seit langem in Santa Marta wohne, gehe es gut. Papst Franziskus selbst hielt am Donnerstag wie derzeit üblich seine Video-Morgenmesse in der Kapelle der Residenz. Er schien bei guter Verfassung.

Der Vatikan hat viele Aktivitäten stark reduziert. Der Papst meidet in der Gesundheitskrise öffentliche Auftritte, empfängt aber Besucher. Erst am Dienstagabend hatte Vatikansprecher Bruni mitgeteilt, dass es im Vatikan bisher vier Corona-Fälle geben habe. (dpa)

Alarmzustand seit 12 Tagen: Corona-Zahlen in Spanien steigen weiter - 4000 Tote

Zwölf Tage nach dem Beginn des Corona-Alarmzustandes in Spanien sind die Zahlen der bestätigten Fälle und der Toten innerhalb von 24 Stunden weiter drastisch gestiegen. Bis zum Donnerstagmittag kletterte die Zahl der Infizierten um 8500 auf mehr als 56.000, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Rund 4000 Menschen starben bisher insgesamt an Covid-19. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 655 weitere Menschen an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das spanische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Viele Krankenhäuser sind völlig überfordert: Das spanische Fernsehen zeigte Bilder von überfüllten Intensivstationen, in denen die Patienten in den Gängen ausharren. (dpa)

Junge-Union-Chef: Sommerferien notfalls verschieben

Wegen der unsicheren Lage an den Schulen bei den Prüfungsterminen kann sich der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, auch einen späteren Beginn der Sommerferien vorstellen. Dem „Focus“ sagte Kuban: „Die Sommerferien müssen wir notfalls aufschieben, damit alle Schulabsolventen die gleichen Chancen haben.“ Die Kultusminister der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, nach derzeitigem Stand die Schulabschlussprüfungen in diesem Jahr stattfinden zu lassen.

Da man nicht damit rechnen könne, dass die Prüfungen vor dem Frühsommer stattfänden, könne ein Aufschub der Ferien für die Abiturienten und Abschlussjahrgänge in einigen Bundesländern eine logische Konsequenz sein, sagte Kuban. Ebenso müssten Einschreibefristen für Studiengänge im kommenden Wintersemester auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. „Der 15. Juli ist definitiv zu früh.“ Niemand wisse, ob die Schüler bis dahin überhaupt ein Ergebnis hätten, sagte der JU-Chef. Realistisch sei eine Fristende im Frühherbst. (dpa)

Gesundheitsämter in Baden-Württemberg geben Daten von Corona-Infizierten an Polizei

In Baden-Württemberg geben einzelne Gesundheitsämter Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weiter. In einigen Landkreisen würden Listen mit entsprechenden Daten an die Polizeipräsidien übermittelt, berichteten der Südwestrundfunk (SWR) und die „Schwäbische Zeitung“ am Donnerstag. Dies geschehe, damit sich Beamte bei Kontakt mit einem Infizierten schützen könnten. Die Landesinnenministerium in Stuttgart rechtfertigte das Vorgehen laut SWR mit dem Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst. Dieses ermögliche eine Datensammlung, um Gefahren von der Bevölkerung abzuwenden. Das Innenministerium wies zugleich darauf hin, dass die Gesundheitsämter späte auch dafür sorgen müssten, die Daten von Geheilten wieder zu löschen. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verteidigte die Praxis. „Uns fehlen Informationen von Infizierten, wenn wir bei Einsätzen ausrücken“, sagte Hans-Jürgen Kristein, GdP-Landeschef der „Schwäbischen Zeitung“. Diese seien vor allem nötig, dass der Polizei Schutzkleidung fehle.

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink, sagte der Zeitung, in Einzelfällen könne das Abrufen von Patientendaten rechtlich gedeckt sein. Nicht zulässig sei es aber, „dass die Polizei alle Infiziertendaten bei allen Gesundheitsämtern abruft.“ Der stellvertretende SPD-Landtagsfraktionschef Sascha Binder übte Kritik. „Statt so massiv in die Persönlichkeitsrechte von Bürgerinnen und Bürgern einzugreifen, sollte die Landesregierung lieber für die notwendige Schutzausstattung der Polizei sorgen“, erklärte er und forderte die Landesregierung auf, für Klarheit zu sorgen. (AFP)

Krisenkabinett: Keine bundesweite Quarantäne-Pflicht bei Einreise 

Das Corona-Krisenkabinett der Bundesregierung hat sich nicht auf eine bundeseinheitliche Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne nach Einreise aus einem Nicht-EU-Staat verständigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, stieß ein entsprechender Vorschlag aus dem Innenministerium auf wenig Resonanz und wurde deshalb am Donnerstag nicht auf die Tagesordnung gesetzt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus war überlegt worden, aus Nicht-EU-Staaten ankommende Reisende für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu schicken. Da für die meisten Nicht-EU-Bürger derzeit ein Einreiseverbot gilt und auch EU-Bürger nur weiterreisen dürfen in ihr Heimatland, hätte dies im Wesentlichen Deutsche und Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis und Wohnort in Deutschland betroffen.

Einzelne Kommunen haben zudem Verfügungen erlassen, die Rückkehrer aus Risikogebieten zur Quarantäne verpflichten. Das Bundesgesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundeskanzleramt halten dies jedoch nach dpa-Informationen zum jetzigen Zeitpunkt für unverhältnismäßig. Es wurde dem Vernehmen nach außerdem auf die hohe Arbeitsbelastung für die Gesundheitsämter hingewiesen. Außerdem hieß es den Angaben zufolge, Deutschland sei ohnehin Covid-19-Risikogebiet. (dpa)

Spahn: Bei Corona-Krise «noch Ruhe vor dem Sturm» 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit weiter steigenden Belastungen für Krankenhäuser und Praxen in der Corona-Krise. «Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm», sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. «Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt.» Daher sei es weiterhin nötig, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und gleichzeitig die Kapazitäten in den Kliniken auch mit Intensivbetten zu erhöhen.

Spahn bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen beginnen konnte. Die Kapazität liege mit 300 000 bis 500 000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Es sei weiterhin wichtig, dass sie zielgerichtet eingesetzt würden. (dpa)

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sprunghaft angestiegen 

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind infolge der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA sprunghaft angestiegen. Ihre Zahl hat sich von 282 000 in der Vorwoche auf nunmehr rund 3,3 Millionen verzehnfacht, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. (dpa)

Kreise: Tui kurz vor Einigung auf milliardenschwere Staatshilfen 

Der weltgrößte Reisekonzern Tui steht in der Corona-Krise laut Insidern kurz vor einer Einigung über staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe. Es gehe um Staatshilfe im Umfang von knapp zwei Milliarden Euro, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Das Unternehmen habe sich mit der staatlichen Förderbank KfW zu Wochenbeginn auf die Bedingungen geeinigt. Ein Tui-Sprecher bestätigte lediglich, dass man sich in guten Gesprächen befinde.

Dem Bericht zufolge soll die KfW nach der vorläufigen Vereinbarung rund 80 Prozent der von Tui benötigten Darlehen gewähren, 20 Prozent sollten Geschäftsbanken liefern. Diese dürften das Paket in den nächsten Tagen freigeben, hieß es. (dpa)

Seehofer gegen zu schnelles Lockern der Ausgangsbeschränkungen 

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Überlegungen eine Absage erteilt, aus ökonomischen Gründen die strengen Ausgehbeschränkungen wegen des Coronavirus in Deutschland vorzeitig wieder zu lockern. "So lange das Virus so wütet, ist der Schutz der Menschen alternativlos", sagte Seehofer am Donnerstag der "Süddeutschen Zeitung". Eine Exit-Strategie könne man aus seiner Sicht erst dann angehen, "wenn man dieses schnelle und aggressive Verbreiten des Virus im Griff hat". (AFP)

Studie: Ausgangssperre in Wuhan verschaffte Gesundheitssystem wichtige Zeit

Die in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan verhängte Ausgangssperre hat die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dort offenbar deutlich eingedämmt und den Gesundheitseinrichtungen dringend benötigte Zeit verschafft. Das ergab eine in der Fachzeitschrift "The Lancet Public Health" veröffentlichten Studie.

"Die beispiellosen Maßnahmen, die die Stadt Wuhan ergriffen hat, um die sozialen Kontakte in der Schule und am Arbeitsplatz zu verringern, haben dazu beigetragen, den Ausbruch zu kontrollieren", erklärte die Hauptautorin Kiesha Prem von der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

In der Hauptstadt der Provinz Hubei hatte die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen. Die chinesischen Behörden ordneten im Januar die Schließung von Schulen, Universitäten und Unternehmen an; Millionen Menschen mussten zuhause bleiben. In der Folge sank die Zahl der Neuinfektionen. In Teilen der Provinz Hubei ist inzwischen langsam wieder Normalität eingekehrt. (AFP)

Experten: Bei Mangel an Intensivbetten nicht das Alter entscheidend 

Im Falle einer Knappheit in der aktuellen Corona-Pandemie sollen in deutschen Krankenhäusern Intensivbetten nach Erfolgsaussicht der Behandlung verteilt werden. Die Entscheidung über die Zuteilung von Ressourcen müsse medizinisch begründet und gerecht sein, heißt es in den Handlungsempfehlungen, die sieben medizinische Fachgesellschaften am Donnerstag in Berlin vorlegten. Als Kriterium solle die Wahrscheinlichkeit gelten, ob der Patient die Intensivbehandlung überleben wird.

Nach Einschätzung von Experten wird es wegen der Corona-Krise auch in Deutschland bald an Betten zur intensiven Betreuung von Schwerkranken fehlen. Die Ärzte müssten dann Entscheidungen über Leben und Tod treffen. (dpa)

Coronavirus: Ortsteile der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt unter Quarantäne

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in einem Pflegeheim stehen in der Stadt Jessen (Sachsen-Anhalt) zwei Ortsteile ab Donnerstagmorgen unter Quarantäne: Jessen und Schweinitz. Der Landrat des Landkreises Wittenberg habe eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 erlassen, teilte der Sprecher des Kreises am Mittwochabend mit. Ab Donnerstag, 7 Uhr, seien die Stadtteile gesperrt.

Personen sei der Zutritt oder die Zufahrt nur gestattet, wenn sie dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. «Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen», sagte der Sprecher. (dpa)

Bosch entwickelt Corona-Schnelltest

Der Technologiekonzern Bosch hat nach eigenen Angaben einen Coronavirus-Schnelltest unter anderem für Krankenhäuser und Arztpraxen entwickelt. Das vollautomatische Verfahren zum Nachweis von Virenerbgut soll von der Entnahme der Probe bis zum Ergebnis weniger als zweieinhalb Stunden brauchen, wie Bosch am Donnerstag mitteilte.

Laut Bosch hat der neue Test auf Sars-CoV-2 eine «Genauigkeit von über 95 Prozent». Die Fragen, wie oft das System falschen Alarm schlägt oder wie viele Infektionen es übersieht, konnte ein Sprecher zunächst nicht beantworten. Laut Bosch erfüllt der Test die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO). (dpa)

Sonderzug bringt Corona-Patienten nach Westfrankreich 

Ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug ist am Donnerstagvormittag in Straßburg mit Corona-Patienten an Bord nach Westfrankrankreich gestartet. Der Sonderzug bringt 20 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 aus Ostfrankreich in die westfranzösische Region Pays de la Loire. In dem TGV würden jeweils vier Patienten in einem Waggon mit medizinischem Personal transportiert, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Durch diese Maßnahme sollen die Intensivstationen vor allem in Haut-Rhin sowie dem angrenzenden Département Bas-Rhin entlastet werden. (dpa)

Wegen Corona-Krise: Neue Regeln für Kinder-Vorsorge

Die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder haben eigentlich feste Termine. Wegen der Corona-Krise werden diese nun aber teilweise aufgehoben. Das haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) beschlossen.

Konkret bedeutet das: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr – Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Keine Änderungen gibt es bei den früheren Untersuchungen U2 bis U5: Das sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll. Die neuen Regeln zur Kinder-Vorsorge gelten ab sofort und bis Ende September 2020. (dpa)

AfD will Schüler und Studenten zur Feldarbeit verdonnern 

Die AfD will die wegen der Ausbreitung des Coronavirus fehlenden Landarbeiter aus Osteuropa durch Schüler und Studenten ersetzen. «Schüler ab der 10. Klasse und Studenten sind bestens geeignet, um in der Landwirtschaft auszuhelfen», sagte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming, am Donnerstag. Schließlich habe man damit in Deutschland in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht.

Auch aus pädagogischer Sicht wäre die «Abordnung» der Schüler unter Begleitung ihrer Lehrer zum Arbeitseinsatz auf dem Acker sinnvoll, sagte Frömming, der von Beruf selbst Lehrer ist. Denn durch die Schließung von Schulen und anderen Einrichtungen der Jugend- und Bildungsarbeit «fällt vielen jungen Menschen zu Hause sprichwörtlich die Decke auf den Kopf». Die Arbeit an der frischen Luft - bei der die Infektionsgefahr bei Einhaltung des Mindestabstandes sehr gering wäre - könnte da eine «willkommene Abwechslung» bieten. Ob es für die Feldarbeit eine Bezahlung geben sollte, müssten die Schulen dann individuell aushandeln, erklärte ein AfD-Sprecher. (dpa)

Mehr als 37.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 200 Tote

In Deutschland sind bislang mehr als 37.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit fast 9700 Fällen sowie Bayern mit fast 7300 und Baden-Württemberg mit mehr als 7200 Fällen. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit 78,8 die meisten Infektionen.

Mehr als 200 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

Österreich hält 12.000 Corona-Betten in Zusatzstationen bereit 

In Österreich stehen inzwischen 12.000 Betten in Zusatzstationen bereit, um dort Corona-Patienten mit eher milden oder mittelschweren Krankheitsverläufen zu betreuen. Diese Zahl solle in absehbarer Zeit auf 20.000 Betten erhöht werden, kündigte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag in Wien an. Aktuell gebe es in den regulären Kliniken und auf den Intensivstationen auch noch viele freie Kapazitäten. «Das ist ein guter Start, eine gute Vorbereitung», sagte der Minister. Laut Prognosen von Gesundheitsexperten könnte die Versorgung der schweren Fälle bis zu einer Gesamtzahl von etwa 35.000 Infizierten in der Alpenrepublik sichergestellt werden. «Das ist der kritische Schwellenwert», sagte ein Gesundheitsexperte. (dpa)

Polizei in NRW muss Klopapierkäuferin in Handfesseln aus Einkaufsmarkt tragen

Die Polizei hat im nordhein-westfälischen Bergneustadt eine verhinderte Klopapierkäuferin aus einem Verbrauchermarkt tragen müssen. Die 54-Jährige wollte vor dem Zwischenfall am Mittwoch mehrere Pakete Toilettenpapier kaufen, wie die Polizei am Donnerstag in Gummersbach mitteilte. Als sie darauf hingewiesen wurde, dass sie nur ein Paket kaufen und die übrigen zur Seite legen solle, setzte sie sich aufs Kassenband.

Herbeigerufene Polizisten versuchten zunächst, die 54-Jährige zu beruhigen und sprachen einen Platzverweis aus, den die Frau aber nicht befolgte. Daraufhin legten ihr die Beamten Handfesseln an, um sie vom Supermarkt zur Polizeiwache zu bringen.

Dagegen wehrte sich die 54-Jährige den Angaben zufolge heftig: "Sie brüllte, ließ sich zu Boden fallen, sperrte sich gegen die Maßnahme und musste schließlich zum Streifenwagen getragen werden", hieß es im Polizeibericht. "In einer Polizeizelle hatte sie anschließend Gelegenheit sich zu beruhigen, bevor sie wieder nach Hause entlassen wurde - ohne Toilettenpapier." (AFP)

Auch Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten Bonuszahlung 

Auch die 140 000 Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Jeder Mitarbeiter in der Filiale, in der Logistik und in den Produktionsbetrieben erhalte im April eine Sonderzahlung von bis zu 250 Euro, teilte am Donnerstag die Schwarz-Gruppe mit, zu der die beiden Ladenketten gehören. Insgesamt lässt sich der Handelsriese die Prämien rund 35 Millionen Euro kosten. Zuvor hatte bereits Rewe eine Prämie für seine Mitarbeiter und die Beschäftigten der konzerneigenen Discountkette Penny angekündigt. (dpa)

Amazon schafft in Corona-Krise 350 neue Logistik-Jobs in Deutschland 

Amazon braucht in der Coronavirus-Krise mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland. Um der Nachfrage der Menschen gerecht zu werden, seien 350 zusätzliche Voll- und Teilzeitstellen in der Logistik geplant, bestätigte ein Amazon-Sprecher am Donnerstag. Die 350 neuen Stellen würden bundesweit geschaffen und die Zahl lasse sich nicht auf einzelne Standorte runterbrechen. Zuvor hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» über den Stellenaufbau berichtet. (dpa)

Condor beginnt Kurzarbeit und will staatliche Corona-Hilfe 

Die Ferienfluggesellschaft Condor will einen großen Teil ihrer Belegschaft wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit schicken. Mit den Gewerkschaften seien für alle Berufsgruppen Vereinbarungen erzielt worden, erklärte eine Sprecherin am Donnerstag in Frankfurt. Auch habe man wie andere Fluggesellschaften auch zusätzliche Staatshilfen beantragt. (dpa)

Apple spendet zehn Millionen Atemschutzmasken an US-Mediziner 

Apple hat zehn Millionen Atemschutzmasken beschafft und spendet sie an amerikanische Mediziner. Weitere Millionen Masken sollen in besonders schwer betroffene Regionen in Europa gehen, wie Konzernchef Tim Cook in der Nacht zum Donnerstag über Twitter ankündigte. Sie würden Apple-Zulieferern abgekauft und die Aktion werde mit lokalen Regierungen koordiniert, erläuterte er. (dpa)

US-Infektiologe: Coronavirus könnte saisonal wiederkehren 

Der renommierte US-Experte Anthony Fauci hat davor gewarnt, dass das neuartige Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte. Deshalb müssten dringend ein Impfstoff und wirksame Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden, sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) Fauci am Mittwoch in Washington. (AFP)

US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket

Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) ohne Gegenstimme angenommen. Nun muss noch das Repräsentantenhauses zustimmen, das sich am Freitag damit befassen soll. Präsident Donald Trump hatte angekündigt, das Gesetzespaket dann umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen.

Mit dem Paket wird die Arbeitslosenversicherung deutlich ausgeweitet. Zudem bekommen der Gesundheitssektor und besonders vom Coronavirus betroffene Staaten zusätzliche Milliardenbeträge. Ein wichtiger Teil des Konjunkturpakets sind Kredite für kleinere und mittlere Unternehmen von insgesamt rund 350 Milliarden Dollar, die zu bestimmten Bedingungen später erlassen werden können. Das Finanzministerium soll zudem noch 500 Milliarden Dollar für weitere Notkredite für Unternehmen zur Verfügung haben.

Zudem soll es umgehend direkte Auszahlungen an die meisten Steuerzahler geben, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Erwachsene sollen 1200 US-Dollar pro Person bekommen, zusätzlich soll es 500 US-Dollar pro Kind geben. Finanzminister Steven Mnuchin erklärte, die Auszahlungen könnten bereits im April beginnen. Zudem sind in dem Gesetzespaket Hilfen für bestimmte Wirtschaftszweige vorgesehen, die unter anderem Fluggesellschaften und dem Luftfahrtkonzern Boeing zu Gute kommen dürften. (dpa)

Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen.
Foto: imago images / ZUMA Wire

Umfrage: Corona-Krise stimmt Bundesbürger äußerst pessimistisch 

Die Corona-Krise stimmt die Bundesbürger laut einer Umfrage so pessimistisch wie kein anderes Ereignis seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Nur 24 Prozent blicken hoffnungsvoll auf die nächsten zwölf Monate, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ergab. (AFP)

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Helsinki wird wegen Coronavirus abgeriegelt 

Die finnische Hauptstadt Helsinki wird wie zahlreiche andere Großstädte auf der Welt wegen des Coronavirus abgeriegelt. Die Aus- und Einreiseverbote für die Hauptstadtregion Uusimaa gelten ab Freitag und für mindestens drei Wochen, wie Ministerpräsidentin Sanna Marin am Mittwoch mitteilte. Reisen aus sehr wichtigen Gründen wie etwa beim Tod eines Angehörigen oder zum Besuch eines getrennt lebenden Kindes bleiben aber erlaubt. (AFP)

Brasiliens Hoffnung Wild als erster ATP-Profi infiziert 

Als erster Spieler der ATP-Tour hat sich Brasiliens Tennis-Hoffnung Thiago Wild mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der 20-Jährige am Mittwoch über die sozialen Medien mit. "Ich habe das Ergebnis meiner COVID-19-Erkrankung heute erhalten", schrieb Wild, "ich habe seit rund zehn Tagen Symptome, Fieber. Ich habe mich schlapp gefühlt. Aber inzwischen geht es mir besser." (sid)

Zwei Pariser Flughäfen machen wegen Corona-Krise dicht 

Zwei der drei großen internationalen Flughäfen von Paris werden wegen der Corona-Krise vorübergehend geschlossen. Wie Behörden und Betreiber am Mittwoch mitteilen, machen die Airports Orly und Beauvais-Tillé dicht. Als Grund wurde der drastisch gesunkene Betrieb infolge der Reisebeschränkungen genannt. Geöffnet bleibt aber der Flughafen Charles de Gaulle, der größte Airport der französischen Hauptstadt. (AFP)

Merkel und EU-Kollegen beraten über gemeinsamen Kampf gegen Corona 

Bei einem Videogipfel wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag (16.00 Uhr) erneut ihre Maßnahmen gegen die Corona-Krise abstimmen. Thema sind die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Virus, die Lastwagenstaus an den innereuropäischen Grenzen und der gemeinsame Kampf gegen die Wirtschaftskrise infolge der Pandemie. Die Videoschalte ersetzt den regulären EU-Gipfel, der eigentlich für Donnerstag und Freitag in Brüssel geplant war. Dieser wurde wegen Covid-19 jedoch verschoben. (dpa)

Volkswagen verlängert Produktionspause in USA

Der deutsche Autobauer Volkswagen setzt die Produktion in seinem US-Werk im Bundesstaat Tennessee aufgrund der Coronavirus-Krise für eine weitere Woche aus. «Die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten bleibt unsere oberste Priorität», teilte Werksleiter Tom du Plessis am Mittwoch (Ortszeit) in Chattanooga mit.

Alle Mitarbeiter würden vorerst weiter voll bezahlt. Das Unternehmen plant nach derzeitigem Stand, die Fabrik am 5. April wieder zu eröffnen. Die Werksleitung werde die Situation im Blick behalten und wenn nötig weitere Maßnahmen beschließen, teilte du Plessis weiter mit. Die Bänder waren am 21. März zunächst für eine Woche angehalten worden. (dpa)

Zahl der Coronavirus-Toten steigt in den USA auf über 1000 

In den USA hat die Zahl der durch das Coronavirus ums Leben gekommenen Menschen am Mittwoch die Marke von 1000 überschritten. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Demnach starben mittlerweile sogar mehr als 1030 Menschen an Covid-19. Mehr als 68 500 Infizierte wurden bestätigt. Nur China und Italien haben bislang mehr Infizierte registriert. New York ist die US-Stadt mit den meisten Opfern - hier wurden allein 280 Tote gezählt. Für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum gelten weitreichende Ausgangssperren. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen. (dpa)

Einzelhandel warnt vor Folgen von Einreiseverbot für Saisonkräfte 

Der Einzelhandel hat vor schwerwiegenden Folgen der Regierungsentscheidung gewarnt, Saisonarbeitskräften angesichts der Corona-Krise die Einreise zu verweigern. Dies sei «natürlich für die Aufrechterhaltung der Lebensmittellieferkette eine sehr große Herausforderung», sagte ein Sprecher des Handelsverbandes HDE den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Die Gesundheit habe oberste Priorität. Ungeachtet dessen gelte es Lösungen zu finden, «wie die Ernten zahlreicher Produkte ohne Saisonarbeitnehmer aus anderen Mitgliedstaaten eingebracht werden können». (dpa)


+++ 25. März +++

Kanzleramtschef Braun: Junge dürfen als erste wieder raus

Die Bundesregierung will die strengen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Krise nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun später einmal zunächst für junge und gesunde Menschen wieder lockern. Der CDU-Politiker sagte am Mittwoch in der Social-Media-App Jodel: „Die nächste Phase lautet natürlich: Junge Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, dürfen wieder mehr auf die Straße.“ Aktuell hänge viel davon ab, ob die Infektionskurve mit den beschlossenen Maßnahmen flach gehalten werden könne. „Das zeigt sich in den nächsten zwei Wochen“, sagte Braun. Dann könne man hoffentlich auch die Frage nach einem Ende der Einschränkungen beantworten. (dpa)

Rumänien will alle Bewohner von Ballungsräumen auf Corona testen

In Rumänien soll die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt Bukarest und anderer größerer Ballungsräume auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden. Das kündigte Gesundheitsminister Victor Costache am Mittwochabend an. Mobile Teams sollten von Haus zu Haus gehen und den Bürgern Testmaterial abnehmen. Die Gesamtzahl der für die Test vorgesehenen Bürger stand zunächst nicht fest, weil die Regionen noch nicht genau definiert waren. (dpa)

Mehr als 35.700 gemeldete Infektionen in Deutschland - 186 Tote

In Deutschland sind mittlerweile 35.740 Coronavirus-Fälle gemeldet worden (Johns Hopkins University, 25.3., 19.15 Uhr). 186 Menschen sind gestorben. (BLZ)

KMK: Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden

Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben.  

Die Berliner Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) zeigte sich  zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir freuen uns, dass die Kultusministerkonferenz sich auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt hat. Das war genau das, was wir wollten.“ Mit der KMK habe man die möglichen Szenarien im Blick, die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse werde geregelt. Zu diesen Szenarien gehört auch ein Verzicht auf Prüfungen: Das hatte die Senatorin am Dienstag bestätigt, nachdem ihre Kollegin Karin Prien aus Schleswig-Holstein angekündigt hatte, alle Prüfungen ausfallen lassen zu wollen. Scheeres hatte gesagt, es sei sehr gut möglich, dass die Länder „einen alternativen Weg zum Abitur“ verabreden müssten.

Eine Absage sei in Berlin noch nicht geplant, so die Senatorin: „Wir bereiten uns sicherheitshalber auch auf eine unverhofft positive Entwicklung der Lage vor, die uns reguläre Prüfungen an den ursprünglich geplanten Terminen erlauben würde.“ Berlin hat wegen früher Sommerferien deutlich weniger Spielraum für Prüfungsverschiebungen als andere Bundesländer. Bayern startet mit den Ferien erst Ende Juli. 

Die Länder können, so der KMK-Beschluss, auch ausnahmsweise auf zentrale Elemente aus dem bundesweiten Abituraufgabenpool verzichten und diese durch dezentrale Elemente ersetzen. (mrg., AFP)

Europol: Zunehmend gefälschte Medikamente im Umlauf

Kriminelle Banden bringen nach Angaben von Europol derzeit zunehmend gefälschte Medikamente und Atemschutzmasken in Umlauf. Wie die europäische Polizeibehörde in Den Haag mitteilte, führte eine Polizeiaktion, die sich Anfang März über 90 Länder erstreckte, zur Sicherstellung von 4,4 Millionen gefälschten Medikamenten. 37 kriminelle Gruppen seien zerschlagen und 121 Menschen festgenommen worden. "Millionen Mittel, die vorgaben, das Coronavirus zu bekämpfen, wurden in den vergangenen Wochen aus dem Handel gezogen", sagte ein Europolsprecher der Nachrichtenagentur AFP. (BLZ)

Weltweit mehr als 20.000 Menschen am Coronavirus gestorben

An dem neuartigen Coronavirus sind weltweit bereits mehr als 20.000 Menschen gestorben. Die meisten Opfer der Pandemie gab es in Europa, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis der am Mittwoch um 18.00 Uhr vorliegenden Daten ergab. Von den insgesamt 20.334 Todesfällen wurden 13.581 in Europa gezählt.

Italien ist mit 7503 Corona-Toten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. An zweiter Stelle kommt Spanien mit 3434 Todesfällen. Spanien überholte am Mittwoch China, von wo aus sich das neuartige Coronavirus verbreitet hatte und wo bisher 3281 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben. (AFP)

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Italien sinkt leicht 

In Italien ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus über mehrere Tage leicht gesunken. Zugleich blieb die Zahl der Toten infolge der Pandemie mit 683 innerhalb eines Tages weiter hoch. Wie der Zivilschutz in Rom am Mittwoch mitteilte, verzeichneten die Behörden bei den aktuell Infizierten rund 3500 Fälle mehr als am Dienstag. Auch an den drei vorausgegangenen Tagen war das Plus an registrierten Neuinfektionen jeweils leicht gefallen. Mehrere Experten mahnten, dass man erst nach einer Woche oder mehr von einer wirklichen Trendumkehr bei den Infektionen ausgehen könne. (dpa)

Spaniens Vize-Regierungschefin mit Coronavirus infiziert 

Die erste Stellvertreterin des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, Carmen Calvo, hat sich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die 62-Jährige sei positiv getestet worden, teilte die Regierung am Mittwoch in Madrid mit. Die sozialistische Politikerin war am Sonntag mit einer Atemwegsinfektion in ein Madrider Krankenhaus eingeliefert worden. Dort ist sie seitdem in vorsorglicher Quarantäne. Die Vize-Regierungschefin erhole sich gut, hieß es.

Calvo ist nach den Ministerinnen Irene Montero (Gleichstellung) und Carolina Darias (Territorialpolitik) bereits die dritte Angehörige der linksgerichteten Regierungskoalition, die positiv getestet wurde. Daneben haben sich auch andere ranghohe Politiker mit dem Covis-19-Erreger angesteckt - darunter die Regierungschefs der beiden wichtigsten Regionen des Landes, Quim Torra (Katalonien) und Isabel Díaz Ayuso (Madrid). (dpa)

Corona-Krise: G7-Außenminister ohne gemeinsame Leitlinien

Die Außenminister sieben führender westlicher Industriestaaten haben sich in einer Videokonferenz nicht auf gemeinsame Leitlinien für den Kampf gegen das Coronavirus einigen können. Hauptgrund: Die USA bestanden schon in den Vorgesprächen darauf, dass in einer möglichen Abschlusserklärung die chinesische Herkunft des Virus genannt wird.

Die Außenminister Deutschlands und Großbritanniens, Heiko Maas und Dominic Raab, legten in der Schalte am Mittwoch aber ein gemeinsames Papier vor, auf dessen Basis nun weiter über ein gemeinsames Vorgehen beraten werden soll. „Zum Vorgehen haben wir uns geeinigt, dass nunmehr auf Grundlage der deutsch-britischen Vorschläge zentrale Eckpunkte einer koordinierten Antwort der G7 auf die Krise abgestimmt werden sollen“, sagte Maas nach den Beratungen. „In einer Zeit des globalen Ausnahmezustands kommt der ‚Gruppe der Sieben‘ eine entscheidende Bedeutung zu. Gerade die wirtschaftlich stärksten Nationen müssen in diesen Tagen solidarisch und verantwortungsvoll handeln und über eigene Interessen hinaus denken.“ (dpa)

Auch Merkels zweiter Test auf Coronavirus negativ

Auch der zweite Test auf das Coronavirus ist bei Bundeskanzlerin Angela Merke (CDU) negativ ausgefallen. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwochnachmittag mit. Die Kanzlerin arbeite weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und werde sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen. Merkel hatte sich am Sonntag in häusliche Quarantäne begeben, nachdem ihr mitgeteilt worden war, dass ihr Arzt mit dem Coronavirus infiziert ist. (BLZ)

Bundestag beschließt Sozialpaket

Erleichterungen für Hartz IV und beim Kinderzuschlag sollen vielen Menschen besser durch die Corona-Krise helfen. Das beschloss der Bundestag am Mittwoch in Berlin einstimmig. So sollen die Jobcenter bei einem Hartz-IV-Antrag ein halbes Jahr lang auf die Prüfung des Vermögens der Betroffenen verzichten. Auch eine Prüfung der Höhe der Wohnungsmiete soll entfallen. Entsprechende Regelungen gelten für Senioren, die Grundsicherung brauchen, und Menschen mit Behinderungen. Familien mit Einkommenseinbrüchen sollen leichter an den Kinderzuschlag kommen: Geprüft werden soll statt des Einkommens aus den letzten sechs Monaten nur das vom letzten Monat.

Soziale Dienstleister wie Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Versorgungs- und Rehabilitationseinrichtungen, Einrichtungen der Arbeitsförderung und Anbieter von Sprachkursen sollen abgesichert werden. Beschäftigte, die derzeit ihre Leistungen hier nicht erbringen können, sollen sich aktiv in die Bewältigung der Auswirkungen der Coronavirus-Krise einbringen. Sie sollen in der Pflege helfen, bei Einkäufen unterstützen, bei Arztbesuchen begleiten oder telefonisch beratend tätig sein. Die Leistungsträger sollen dafür ab sofort den Bestand der sozialen Dienstleister sicherstellen.

Für besonders wichtige Branchen gibt es auch Lockerungen beim Arbeitszeitgesetz. Gegen diesen Punkt hatte die Linke gestimmt. Wer mit Kurzarbeitergeld in Kurzarbeit geht, soll bei einer Beschäftigung in systemrelevanten Branchen und Berufen hinzuverdienen dürfen. Auch bei der Rente gibt es Änderungen: Bei einer Beschäftigung nach Renteneintritt wird die Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro auf 44 590 Euro im Jahr erhöht. (dpa)

Bundestag beschließt Klinik-Hilfen und nationale Epidemie-Lage

Die Kliniken in Deutschland bekommen Milliardenhilfen zum Schutz vor Finanznöten wegen der Corona-Krise. Der Bundestag beschloss am Mittwoch ein Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das Mehrkosten und Einnahmeausfälle auffangen soll. Für den Ausbau der Intensivbetten für schwer kranke Corona-Patienten soll es Bonuszahlungen geben. Das Parlament stellte zudem eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ fest. Es beschloss ein Gesetz, das dem dem Bund deswegen befristet zusätzliche Kompetenzen gibt, um im Krisenmanagement in ganz Deutschland schneller reagieren zu können.

Die Krankenhäuser sollen für jedes nun frei gehaltene Bett 560 Euro pro Tag bekommen. Für jede neue Intensiv-Behandlungseinheit mit künstlicher Beatmung soll es 50.000 Euro Bonus geben. Für Mehrkosten bei Schutzausrüstung soll es Zuschläge geben. Hintergrund ist, dass die Kliniken planbare Operationen und Neuaufnahmen vorerst aussetzen sollen. Dies soll Kapazitäten freimachen, um für Corona-Patienten mit schwereren Verläufen vorbereitet zu sein. Der Bund kalkuliert allein als Ausgleich dafür mit Mehrausgaben von 2,8 Milliarden Euro.

Zudem soll die Zahl von bisher 28.000 Intensivbetten verdoppelt werden. Zu den zusätzlichen Kompetenzen zählt, dass das Bundesgesundheitsministerium Vorkehrungen direkt verordnen kann - etwa Meldepflichten für Fahrgäste im grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehr oder Maßnahmen zum Beschaffen von Arzneimitteln und Schutzausrüstung. Dies gilt bis längstens Ende März 2021. Der Bundestag kann die „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ aber auch vorher aufheben. (dpa)

Bundestag stimmt Aussetzung der Schuldenbremse zu - 156 Milliarden neue Schulden

Der Bundestag hat am Mittwoch mit deutlicher Mehrheit einer Aussetzung der Schuldenbremse zugestimmt. Damit ermöglichte das Parlament der Bundesregierung, hohe neue Schulden zur Bewältigung der Corona-Krise aufzunehmen. Für die Vorlage votierten in namentlicher Abstimmung 469 Abgeordnete. Es gab drei Gegenstimmen. 55 Abgeordnete enthielten sich. Die im Grundgesetz vorgeschriebene Kanzlermehrheit wurde damit erreicht. Hierfür muss die Mehrheit aller Abgeordneten mit Ja stimmen. Im Nachtragshaushalt des Bundesfinanzministeriums, dem die Abgeordneten am Nachmittag bereits zugestimmt hatten, ist eine Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro vorgesehen. Der Nachtragshaushalt soll zum einen die neuen Unterstützungsleistungen für Bürger und Unternehmen in der Corona-Krise finanzieren und zum anderen die erwarteten Steuerausfälle kompensieren. (AFP/dpa)

Putin verschiebt wegen Coronavirus Referendum über Verfassungsreform 

Wegen der Corona-Pandemie hat Russlands Präsident Wladimir Putin das Referendum über eine geplante Verfassungsreform verschoben, die ihm den Weg zu weiteren Amtszeiten ebnen soll. Die Menschen sollten jetzt "besser zu Hause bleiben", sagte der Staatschef am Mittwoch in einer seltenen Fernsehansprache. Zugleich ordnete er an, dass die Russen in der kommenden Woche nicht zur Arbeit gehen sollen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. (AFP)

Einreisestopp gilt nicht für Pflegekräfte etwa aus Osteuropa 

Pflegekräfte etwa aus Osteuropa sind von einem Einreiseverbot für Saisonarbeiter in der Corona-Krise nicht betroffen. Wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage am Mittwoch erläuterte, dürfen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit aus berufsbedingten Gründen einreisen - unter anderem Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Berufspendler. Dies sei durch Unterlagen wie Arbeitsverträge oder Auftragsunterlagen zu belegen. In der Pflege in Deutschland arbeiten viele Beschäftigte aus osteuropäischen Ländern.

Um die Coronavirus-Ausbreitung zu bremsen, hat das Innenministerium ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet. Erntehelfern und anderen Saison-Arbeitskräften werde von Mittwoch um 17.00 Uhr an im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen die Einreise verweigert. (dpa)

Corona-Krise: Union und SPD für steuerfreie Prämien an Mitarbeiter 

Union und SPD im Bundestag haben sich in der Corona-Krise für steuerfreie Prämienzahlungen an Beschäftigte ausgesprochen. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: «Wir sollten besondere Leistungen in der Corona-Krise steuerlich unterstützen. Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Bonus für ihren Einsatz bezahlt, sollte dieser von der Steuer frei gestellt werden.»

SPD-Fraktionsvize Achim Post sagte der dpa, es gehe darum, außerordentlichen Einsatz etwa von Krankenschwestern, Pflegern oder Kassiererinnen anzuerkennen und zusätzlich zu unterstützen. «Dafür gibt es meiner Einschätzung nach auch eine breite Unterstützung in den Koalitionsfraktionen», sagte Post. «Diejenigen, die unser Gemeinwesen jetzt am Laufen halten, brauchen unsere volle Solidarität.» (dpa)

Basketball-Bundesliga setzt Spielbetrieb bis 30.4. aus - Kein Abbruch 

Die Basketball-Bundesliga setzt ihren Spielbetrieb noch einmal weiter bis zum 30. April aus. Darauf verständigten sich die Liga und die 17 Clubs am Mittwoch in einer Videoschalte. Nach rund dreistündigen Beratungen entschieden sich die Verantwortlichen noch einmal gegen einen Abbruch der Saison, wie ihn die Deutsche Eishockey Liga vor kurzem beschlossen hatte. «Es bleibt das erklärte Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen, gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus», hieß es in einer Liga-Mitteilung. Die Entscheidung sei mit «deutlicher Mehrheit» getroffen worden. (dpa)

Prinz Charles positiv auf Coronavirus getestet

Der britische Thronfolger Prinz Charles ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte der Palast am Mittwoch in London mit. Er habe nur milde Symptome und sei ansonsten bei guter Gesundheit, hieß es weiter. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Seine Frau, Herzogin Camilla (72), sei ebenfalls getestet worden, bei ihr wurde aber den Angaben zufolge keine Infektion festgestellt. Das Paar sei nun in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland. Wo sich der Prince of Wales das Virus eingefangen haben könnte, war zunächst unklar. Charles habe in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Terminen wahrgenommen. Er arbeite nun von zuhause aus, hieß es in der Mitteilung. (dpa)

Der britische Prinz Charles.
Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa

Zehn Tote in Würzburger Seniorenheim - Alle Bewohner werden getestet 

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind inzwischen zehn Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Einrichtung ist ein Schwerpunkt bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Bayern. Von 149 Heimbewohnern seien 29 positiv getestet worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Er ist auch Vorsitzender des Stiftungsrates des Würzburger Bürgerspitals, zu dem die Einrichtung gehört. Von den 86 Mitarbeitern seien 33 positiv getestet. (dpa)

Mastercard hebt Limit für kontaktlose Zahlungen ohne Pin-Eingabe an 

Mastercard hat die Obergrenze für kontaktlose Zahlungen ohne Eingabe einer Pin-Nummer in der Coronavirus-Krise von 25 auf 50 Euro angehoben. Die Erhöhung gilt für Deutschland und weitere europäische Länder, wie Mastercard am Mittwoch mitteilte. Das höhere Limit soll dauerhaft bleiben, wie eine Sprecherin ergänzte. Aktuell würden 75 Prozent der Mastercard-Transaktionen in Europa kontaktlos durchgeführt. Viele Geschäfte ermutigen Kunden, auf diese Weise zu bezahlen, um eine potenzielle Virenübertragung über Bargeld oder die Bankkarte zu verhindern. (dpa)

Seibert zu Merkels Corona-Tests: Kanzlerin geht es gut

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), derzeit wegen Tests auf das Coronavirus in häuslicher Quarantäne, geht es nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert gut. Sie führe ihre Dienstgeschäfte von zu Hause aus, sagte Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Kanzlerin stehe auch im engen Kontakt mit den Kabinettsmitgliedern und ihren Mitarbeitern.

Bei einem ersten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion der Kanzlerin festgestellt worden. Weitere Tests sollten folgen. Seibert sagte nun, er wolle darüber berichten, sollte es hierzu neue Erkenntnisse geben.

Merkel hatte sich am Sonntagabend in häusliche Quarantäne begeben. Zuvor war sie darüber unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. (dpa)

Ausgangsbeschränkungen sorgen für bessere Luft in Paris 

Mit strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus hat sich im Großraum Paris die Luftqualität deutlich verbessert. Mit der Umsetzung der Maßnahmen am 17. März habe es einen Rückgang von Stickstoffoxid-Emissionen um mehr als 60 Prozent gegeben, teilte Airparif, eine Agentur zur Beobachtung der Luftqualität des Umweltministeriums, am Mittwoch mit. Damit habe sich die Luftqualität im Pariser Ballungsraum um 20 bis 30 Prozent verbessert. «Trotz eines Anstiegs des Heizens von Wohngebäuden ist dieser Rückgang weitgehend auf den starken Rückgang des Straßen- und Flugverkehrs zurückzuführen», so die Experten. (dpa)

Nachfrageplus von 211 Prozent bei Toilettenpapier

Das Statistische Bundesamt hat in der Corona-Krise eine stark erhöhte Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln und Hygieneartikeln verzeichnet. In der vergangenen Woche waren die Verkaufszahlen im Einzelhandel bei Seife mit einem Plus von 337 Prozent "mehr als viermal so hoch wie in den sechs Monaten zuvor", wie die Statistiker am Mittwoch mitteilten. Demnach wurden auch Toilettenpapier (plus 211 Prozent), Reis (plus 208 Prozent) und passierte Tomaten (plus 171 Prozent) deutlich stärker nachgefragt als sonst. (AFP)

Spanien verzeichnet mehr Corona-Todesopfer als China 

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat die Chinas überholt. Nach Angaben der Regierung in Madrid vom Mittwoch starben 3434 Menschen in Spanien an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Binnen eines Tages seien weitere 738 Todesopfer hinzugekommen. (AFP)

Verstopfung droht: Toilettenpapier-Ersatz gehört in den Restmüll

Erste Kläranlagen melden Verstopfungen. Denn statt lange im Handel nach Toilettenpapier zu suchen, nutzen manche schon Küchenpapier und andere Alternativen. Aber das führt zu ernsten Probleme - für die Wasseraufbereitung. Denn Taschentücher, Küchenpapier und auch feuchtes Toilettenpapier sind reißfester als übliches Klopapier. Landen sie im Klo, könnten die Kläranlagen verstopfen, erklärt der Verband kommunaler Unternehmen. Im schlimmsten Fall werden die Pumpen lahmgelegt. (dpa)

Mehr als 33.200 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 160 Tote

In Deutschland sind bislang mehr als 33 200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 9400 sowie Bayern mit mehr als 6300 und Baden-Württemberg mit mehr als 6000 Fällen. Mehr als 160 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

Derzeit etwa tausend Corona-Infizierte auf deutschen Intensivstationen

In den deutschen Kliniken werden nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) derzeit etwa tausend Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt. DKG-Präsident Gerald Gaß sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Mittwoch, dass insgesamt zwischen 3000 und 4000 Corona-Patienten aktuell in Krankenhäusern seien, davon tausend auf Intensivstation.

In den kommenden Tagen erwarte er eine deutliche Steigerung der Infektionszahlen auf etwa 70.000 registrierte Infektionen, sagte Gaß. Mit Auswirkungen der Kontaktsperre in Form einer Verlangsamung der Infektionszahlen rechne er erst ab Anfang oder Mitte kommender Woche. (AFP)

RKI: Aufenthalt in Corona-Risikogebiet nicht mehr Test-Kriterium 

Für Coronavirus-Tests hat das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Pandemie seine Linie angepasst. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit Covid-19-Fällen gewesen sein muss, entfalle, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Erregers mache es «irgendwann keinen Sinn mehr, nach einzelnen Gebieten zu unterscheiden». Das Institut prüfe auch, wie es in Zukunft mit der Frage der Einstufung anderer Länder oder Regionen als Risikogebiet umgehe.

Prinzipiell sollen nur Menschen mit Symptomen getestet werden, bekräftigte Wieler. Die Entscheidung anhand weiterer Kriterien, wie Kontakt zu einem bestätigten Sars-CoV-2-Fall, treffe der behandelnde Arzt. Ziel sei es, die Testressourcen gezielter einzusetzen, betonte Wieler. Wer mild erkrankt sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, appellierte der RKI-Chef. (dpa)

Saisonarbeiter dürfen nicht mehr einreisen 

Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland zu bremsen, hat das Bundesinnenministerium ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet. Erntehelfern und anderen Saison-Arbeitskräften werde von diesem Mittwoch um 17.00 Uhr an im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen die Einreise verweigert, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Diese Regelung gelte für die Einreise aus Drittstaaten, aus Großbritannien, für EU-Staaten wie Bulgarien und Rumänien, die nicht alle Schengen-Regeln vollumfänglich anwenden, sowie für Staaten wie Polen oder Österreich, «zu denen Binnengrenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt worden sind». Diese Beschränkungen seien «zwingend erforderlich, um Infektionsketten zu unterbrechen», fügte der Sprecher hinzu.

Vielen Landwirten fehlen derzeit Arbeitskräfte für Ernte und Aussaat. Verbände und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben Internet-Plattformen aufgesetzt, um Betriebe und Freiwillige, die auf den Feldern arbeiten könnten, in Kontakt zu bringen. (dpa)

Spanische Polizisten überraschen Einwohner unter Ausgangsverbot mit witziger Einlage

Auf der Insel Mallorca dürfen die Bewohner ihre Häuser wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus nicht verlassen. Die lokale Polizei hat kürzlich die Einwohner mit einer kleinen Aktion zum Lächeln gebracht.

Zwei Streifenwagen der spanischen Policia Local rasen eine Straße in einem Dorf entlang, eine Anwohnerin filmt den Einsatz mit ihrem Handy von ihrem Balkon. Direkt vor ihrem Haus kommen die Fahrzeuge zum Stehen, mehrere Einsatzkräfte springen heraus. Einer der Beamten hält eine Gitarre in der Hand. Weitere Einsatzkräfte klatschen dazu im Takt, singen und tanzen. Die Menschen aus den umliegenden Häusern sind begeistert, applaudieren den Polizisten und singen zum Teil mit. Dann steigen die Einsatzkräfte wieder in ihre Streifenwagen und fahren unter dem Applaus der Menschen weiter.

Video: YouTube

In den letzen Wochen kam es in Spanien immer wieder zu vergleichbaren Szenen, wenn sich Menschen nicht an die von der Regierung verhängte Ausgangssperre hielten. Dabei kam es teilweise zu wilden Diskussionen und unschönen Situationen mit Schubsereien.

Sowohl bei den unter Hausarrest stehenden Einwohnern als auch bei den Einsatzkräften liegen die Nerven blank. Spanien ist neben Italien eines der am stärksten von Corona betroffenen Ländern. Hier gibt es mittlerweile rund 40.000 Infizierte und 2700 Tote. (phd.)

Bundesrat erhebt keine Einwände gegen Nachtragshaushalt des Bundes 

Der Bundesrat erhebt keine Einwände gegen den von der Bundesregierung geplanten Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Corona-Hilfspakete. Die Länderkammer stimmte am Mittwoch in einer Sondersitzung dafür, eine entsprechende Stellungnahme zum Gesetzentwurf sofort dem Bundestag zuzuleiten. Die Sitzung dauerte nur wenige Minuten, es gab keine Wortmeldungen.

Der Bundestag will den Nachtragshaushalt noch am Mittwoch verabschieden. Dieser sieht eine Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro vor. Dafür soll die Notfallregel in der gesetzlich verankerten Schuldenbremse gezogen werden. (dpa)

Bericht: DFL hofft auf Bundesliga-Fortsetzung Mitte Mai 

Nach der Empfehlung für eine verlängerte Aussetzung des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga hofft die Deutsche Fußball Liga nach Informationen der «Bild»-Zeitung auf eine Wiederaufnahme Mitte Mai. Für den 16. Mai war eigentlich der letzte Bundesliga-Spieltag in dieser Saison terminiert. Bis zum 30. Juni solle die Saison dann mit Geisterspielen zu Ende gebracht werden. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte das Präsidium der DFL am Dienstag eine Pause bis mindestens zum 30. April empfohlen. (dpa)

Trump will zurück zur Normalität trotz rasanter Ausbreitung des Coronavirus

Die USA könnten laut UN-Experten nach Europa bald zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie werden - doch Präsident Donald Trump will die strikten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus möglichst noch vor Ostern lockern. "Man kann ein Land zerstören, indem man es dicht macht", sagte Trump am Dienstag. Die Verhandlungen in Washington über ein gigantisches Hilfsprogramm für die US-Wirtschaft dauerten unterdessen an.

"Ich würde es lieben, das Land bis Ostern wieder geöffnet und in den Startlöchern zu haben", sagte Trump im konservativen Sender Fox News. "Unser Land will zurück an die Arbeit." Durch eine "massive Rezession oder Depression" drohten "mehr" Menschen zu sterben als durch die "Grippe" - mit diesem Wort meinte Trump offenbar die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. (AFP)

Otto verkauft in Corona-Krise mehr Haarschneider 

Die Corona-Krise ändert das Einkaufsverhalten der Bundesbürger - nicht nur in den Supermärkten: Beim Online-Versandhändler Otto steigt derzeit beispielsweise die Nachfrage nach bestimmten Produkten aus Kosmetik- und Körperpflege. Besonders gefragt sind demnach Haar- und Bartschneider, wie Otto-Chef Marc Opelt der "Bild"-Zeitung von Mittwoch sagte. "Von einem Bartschneider verkaufen wir normalerweise 30 Stück am Tag, aktuell sind es zwischen 250 und 300". (AFP)

Einigung in den USA auf Billionen-Konjunkturpaket 

In den USA ist laut mehrerer US-Medienberichte der Weg für das größte Konjunkturpaket der jüngeren Geschichte zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie frei. Demokraten und Republikaner hätten sich geeinigt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtete. Senatoren der beiden großen Parteien hatten bis zuletzt letzte Einzelheiten verhandelt. US-Präsident hatte am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus gesagt, dass das von Kongress und Regierung vorbereitete Coronavirus-Konjunkturpaket ein Volumen von rund 2 Billionen Dollar (1,9 Billionen Euro) hat. (dpa)

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100-Meter-Radius: Israel verschärft wegen Coronavirus Ausgangsbeschränkungen 

Israel hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Ausgangsbeschränkungen im Land weiter verschärft. Die israelische Regierung beschloss nach Medienberichten in der Nacht zum Mittwoch weitere Notstandsmaßnahmen: Demnach sollen die Menschen sich grundsätzlich nur in einem Radius von bis zu 100 Metern von ihrem Zuhause bewegen. Ausnahmen gelten unter anderem für essenziell wichtige Arbeitsplätze, Einkäufe von Lebens- und Arzneimitteln sowie ärztliche Behandlungen. Banken und Tankstellen sollen geöffnet bleiben. Öffentliche Verkehrsmittel sollen jedoch stark eingeschränkt und sportliche Aktivitäten draußen verboten werden. Die neuen Anweisungen sollten am Mittwochabend in Kraft treten. (dpa)

Sixt will mit verkleinerter Flotte Corona-Folgen eindämmen 

Der Autovermieter Sixt stemmt sich mit Kostensenkungen, herausgezögerten Investitionen und einer verkleinerten Flotte gegen die Folgen der weltweiten Corona-Pandemie. Die Verschiebung von Investitionen sowie Einsparungen bei Personal- und Sachaufwendungen in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro solle die Kostensituation deutlich verbessern, teilte der im SDax notierte Konzern am Mittwoch in Pullach bei der Veröffentlichung detaillierter Jahreszahlen mit. Zudem werde Sixt die Vermietflotte kurzfristig deutlich reduzieren und damit entsprechende Kapazitäten und Liquidität freisetzen. (dpa)

NFL schließt sämtliche Teameinrichtungen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die US-Football-Liga NFL ihre Klubs angewiesen, sämtliche Teameinrichtungen zu schließen. Die Regeln sollten sicherstellen, dass "alle Klubs unter gleichen Voraussetzungen operieren und dass die NFL sich in dieser Zeit weiter verantwortungsvoll verhält", sagte Commissioner Roger Goodell. Die Maßnahmen sollen zunächst bis zum 8. April gelten. (sid)

Brasilien: Bolsonaro spielt Coronavirus herunter

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die von einigen Städten und Regionen des Landes verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz gegen das Coronavirus scharf kritisiert. In einer Fernseh- und Radioansprache am Dienstag warf der rechtsradikale Politiker diesen regionalen und lokalen Behörden eine Politik der "verbrannten Erde" vor. Er warnte vor Schäden für die brasilianische Wirtschaft.

Bolsonaro beschuldigte auch erneut die Medien, "Hysterie" wegen der Pandemie zu schüren. Brasilien sei aufgrund seiner im Schnitt jungen Bevölkerung und tropischen Temperaturen kein Terrain, auf dem sich der neuartige Erreger leicht verbreiten könne. Das Virus werde schon "in Kürze" wieder aus dem Land verschwinden, führte Bolsonaro ins Feld. Brasilien müsse "zur Normalität zurückkehren", forderte der Staatschef. 

In Brasilien wurden bislang rund 2200 Corona-Infektionsfälle verzeichnet. Mindestens 46 Menschen starben in dem südamerikanischen Land. (AFP)

GDL will Bahnverkehr deutlich reduzieren

Die Lokführergewerkschaft GDL fordert, das Fahrtenangebot für Bahnreisende in der Corona-Krise deutlich zu reduzieren. «Wir müssen nicht auf Teufel komm raus heiße Luft transportieren», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen mindestens auf 50 Prozent runter.»

Die Fahrgastzahlen seien deutlich gesunken, erklärte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Deshalb müsse die Bahn jetzt Personalreserven bilden, um auch in den nächsten Wochen ein verlässliches Grundangebot aufrecht erhalten zu können. «Auch Lokführer und Zugbegleiter werden krank», sagte Weselsky mit Blick auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Aus seiner Sicht hat die Bahn zu lange an einem 100-Prozent-Angebot festgehalten, jetzt sei sie noch bei rund 90 Prozent. Das könne auch für die Werkstätten zu einer Herausforderung werden, wenn die Krise es schwieriger mache, Ersatzteile zu bekommen. (dpa)

Lage auf deutschen Intensivstationen noch relativ entspannt 

Die Lage auf den deutschen Intensivstationen ist nach Angaben von Intensivmedizinern und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) insgesamt noch entspannt, aber regional sehr unterschiedlich. Die DKG verwies auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur auf das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die Online-Datenbank zeigt die Verfügbarkeit von Intensivbetten in rund der Hälfte der Kliniken im Land an. Von konkreten Problemen auf den Intensivstationen infolge der Coronavirus-Pandemie sei der DKG bisher nichts bekannt. (dpa)

Videochat-System der Notrufzentralen soll Arztpraxen entlasten 

Ein neuartiger Videochatdienst für Nothelfer, der bislang vor allem in Rettungszentralen eingesetzt wird, soll künftig auch Arztpraxen und Krankenhäuser entlasten. Er soll auch dabei helfen, Infektionsketten in der Coronavirus-Pandemie zu unterbrechen. Das bestehende System EmergencyEye der Start-up-Firma Corevas aus Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) wurde mit Unterstützung des Telekommunikationskonzerns Vodafone so erweitert, dass es künftig auch von Medizinern für eine Ersteinschätzung aus der Ferne eingesetzt werden kann, kündigten die Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf an. (dpa)

Lesen Sie hier mehr zum Videochat-System der Notrufzentralen. >>

Für Missachtung der Quarantäne in Italien nun bis zu fünf Jahre Haft 

Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, stand in einem am Dienstagabend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom. Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich. (dpa)


+++ 24. März +++

Mehr als 400.000 Infizierte weltweit

Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 400 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus verbreitete sich zuletzt rasant: Die Zahl der bekannten Infektionen hatte erst am Samstag die Marke von 300 000 durchbrochen. Mehr als 18 000 Menschen seien inzwischen an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, erklärten Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins am Dienstag.

Zwei Drittel der bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) gemeldeten 409.000 Fälle entfielen demnach auf sechs Länder: China, Italien, die USA, Spanien, Deutschland und den Iran, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. In den USA ist die Zahl bekannter Infektionen zuletzt dramatisch in die Höhe geschnellt. Dort gibt es Johns Hopkins zufolge inzwischen 50 000 Fälle. Am Samstag waren die Forscher noch von rund 24 000 bekannten Infektionen ausgegangen.

Die Webseite der US-Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese sprach ihrem jüngsten Lagebericht vom Dienstag von 373 000 Erkrankungen und mehr als 16 000 Toten.

Ausgangssperre weltweit für mehr als 2,6 Milliarden Menschen angeordnet

Nach der Verhängung einer „vollständigen Ausgangssperre“ in Indien haben verschiedene Länder weltweit inzwischen für mehr als 2,6 Milliarden Menschen massive Beschränkungen der freien Bewegung angeordnet. Dies geht aus einer Statistik hervor, welche die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Erklärungen führt.

Mit den Maßnahmen soll die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eingedämmt werden. Indiens Regierungschef Narendra Modi ordnete am Dienstag eine dreiwöchige „vollständige Ausgangssperre“ für die 1,3 Milliarden Bürger seines Landes an. Diese solle um Mitternacht (19.30 Uhr MEZ) in Kraft treten, kündigte Modi an. Die Maßnahme gelte für 21 Tage.

Weltweit infizierten sich laut einer AFP-Zählung bereits mehr als 380.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus. An der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben fast 17.000 Menschen. (AFP)

New York lässt in Corona-Krise 300 Gefangene frei

In der Corona-Krise lässt die Stadt New York etwa 300 Gefangene frei. Dabei handele es sich um Insassen, die für kleinere und nicht-gewalttätige Vergehen einsitzen und deren Haftstrafe in weniger als einem Jahr ablaufen würde, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag. Dies sei eine Maßnahme, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus auch in den Gefängnissen zu hemmen. De Blasio zufolge hat die US-Ostküstenmetropole mit nun etwa 15 000 Infizierten ein Drittel aller Corona-Fälle in den USA.

New York ist mit Abstand am schwersten von der Krise betroffen. Mehr als 100 Menschen sind dort bereits gestorben. Alle nicht-überlebenswichtigen Unternehmen dürfen ihre Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten lassen - und die Bewohner des Bundesstaates sollen soweit wie möglich zu Hause bleiben. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen. (dpa)

Spaniens Polizei warnt: Corona-Kranke fliehen aus Krankenhäusern

Zahlreiche Corona-Patienten fliehen in Spanien aus den Krankenhäusern. Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Krankenhäusern gegeben, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Madrid. Das bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine „Riesenarbeit“, um diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Krankenhäuser zu bringen.

Allein in den vergangenen Stunden habe es in Leganés bei Madrid sowie im Küstenort Benidorm im Osten Spaniens zwei solcher Fälle gegeben. González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst „ziemlich viele verantwortungslose“ Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe man im Rahmen des sogenannten Alarmzustandes 80 „verantwortungslose und unsolidarische“ Personen festnehmen müssen.

Die knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März nur noch in wenigen Ausnahmefällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen. Am Mittwoch soll das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlängerung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, um weitere zwei Wochen bis zum 11. April abstimmen. (dpa)

Sheriff in Los Angeles: Waffenläden müssen in Corona-Krise schließen

Der Sheriff von Los Angeles will sicherstellen, dass Waffenläden während der Coronavirus-Krise geschlossen werden. Sheriff Alex Villanueva kündigte am Dienstag an, dass seine Behörde die in Kalifornien geltenden Auflagen für die Schließung „nicht lebensnotwendiger“ Geschäfte durchsetzen werde. Waffenläden und Striplokale müssten demnach dicht machen. Lebensmittelgeschäfte, Banken oder Apotheken sind in dem Westküstenstaat weiterhin geöffnet.

Mit der Ausbreitung des Coronavirus in den USA war in den letzten Wochen auch der Ansturm auf Waffen und Munition gestiegen. Vor Waffenläden bildeten sich teils lange Schlangen. Dem US-Sender FoxNews sagte Villanueva zuvor in einem Interview, dass er das Recht auf Waffenbesitz voll unterstütze. Er befürchte aber, dass nun Personen Waffen kaufen, die sich nicht damit auskennen. Dies könne in der derzeitigen Situation mit Ausgangsbeschränkungen und mehr Menschen in ihren Häusern zu ungewollten Schießunfällen führen. (dpa)

US-Dramatiker McNally nach Coronavirus-Infektion gestorben

Der US-Dramatiker Terrence McNally ist nach einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. McNally habe zuvor erfolgreich gegen Lungenkrebs gekämpft und an einer chronischen Lungenkrankheit gelitten, berichteten US-Medien am Dienstag unter Berufung auf seinen Sprecher. Nachdem er sich mit dem Erreger angesteckt habe, sei er am Dienstag im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Florida gestorben.

Der 1939 in Florida geborene McNally hat Stücke wie „Corpus Christi“, „The Lisbon Traviata“ und „Master Class“ geschrieben, die weltweit erfolgreich aufgeführt wurden. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mehreren Tony-Theaterpreisen. (dpa)

Gefangene in São Paulo produzieren wegen Coronavirus Atemmasken

Häftlinge in São Paulo werden wegen der Corona-Pandemie von Mittwoch an 320.000 Atemmasken herstellen. Dies sagte der Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates, João Doria, in einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag (Ortszeit). Die Masken werden demnach in den Eigenbetrieben der Gefängnisse produziert, die Kosten für die Regierung von São Paulo liegen bei 0,80 Reais (0,15 Euro) pro Stück.

Die Justiz São Paulos verbot Besuche in den mehr als 175 Haftanstalten des Bundesstaates. Weil den Gefangenen im halboffenen Vollzug wegen des Coronavirus der vorübergehende Freigang untersagt worden war, rebellierten mehr als 1300 Gefangene in der vergangenen Woche und flohen aus verschiedenen Gefängnissen. Angesichts steigender Corona-Zahlen verhängte der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, der mehr als 40 Millionen Einwohner hat, am Samstag als Erster des südamerikanischen Landes eine weitgehende Ausgangssperre. Diese gilt seit Dienstag für 15 Tage.

Die Zahl der offiziell Infizierten in Brasilien lag zuletzt bei fast 2000, 34 Menschen sind bislang gestorben, 30 von ihnen in São Paulo und vier in Rio de Janeiro. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte aufgrund fehlender Tests allerdings weit höher liegen. (dpa)

Medien: Japans Premier Abe akzptiert Olympia-Verschiebung 

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe soll Medienberichten zufolge der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zugestimmt haben. Dies berichteten die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und der Sender NHK unter Berufung auf ein Telefongespräch von Abe mit IOC-Präsident Thomas Bach am Dienstag. Die endgültige Entscheidung müssen das Internationale Olympische Komitee, die Gastgeberstadt sowie das Japanische Olympische Komitee treffen.

Eine Verlegung der für die Zeit vom 24. Juli bis 9. August geplanten Sommerspiele ist durch die Coronavirus-Pandemie und die nicht absehbare weitere Entwicklung unabdingbar geworden.

Ministerpräsident Abe betonte am Montag, dass eine Absage der Spiele nicht zur Debatte stehe. Er räumte aber ein, dass die Sportveranstaltung unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht stattfinden könne. Das IOC hatte am vergangenen Sonntag angekündigt, binnen vier Wochen zu entscheiden, ob die Sommerspiele stattfinden sollen und wollte über alternative Szenarien beraten. Die endgültige Entscheidung des IOC könnte nun schneller fallen.

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte für eine Verschiebung um ein Jahr plädiert, was auch als machbarste Alternative gilt. Eine Verlegung auf 2022 wäre problematisch, das im Februar des Jahres die Olympischen Winterspiele stattfinden und in den Wochen vor Weihnachten die Fußball-WM ausgetragen wird. (afp)

Slowakei verschärft Schutzmaßnahmen gegen Covid-19

Die neue slowakische Regierung hat die bisher geltenden Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus am Dienstag weiter verschärft. Wer sein Haus oder seine Wohnung verlässt, muss auch im Freien einen Atemschutz tragen, der zumindest Mund und Nase bedeckt. Zur Überwachung möglicher Infizierter dürfen staatliche Behörden künftig die Mobilitätsdaten der Mobilfunkanbieter auswerten. Diese außerordentliche Maßnahme werde „nur für die Zeit der Krise und nur zum Schutz der Bevölkerung“ angewendet, versicherte der konservative Regierungschef Igor Matovic in Bratislava.

Für Menschen ab 65 Jahren werden in Lebensmittelgeschäften eingeschränkte „Senioren-Öffnungszeiten“ von neun bis zwölf Uhr eingeführt. Nach Möglichkeit sollten ältere Menschen aber überhaupt nicht selbst einkaufen, sondern dafür Hilfe in Anspruch nehmen, empfiehlt die Regierung in ihrem am Dienstag vorgestellten Maßnahmenkatalog. Notfalls könnte für bestimmte Bevölkerungsgruppen auch eine völlige Ausgangssperre verhängt werden, erklärte der staatliche Hygienebeauftragte Jan Mikas im Beisein des Regierungschefs.

Bildungsminister Branislav Gröhling gab ebenfalls am Dienstag bekannt, dass die seit 16. März geltende landesweite Schließung aller Schulen von zwei Wochen auf unbestimmte Zeit verlängert werde. Die üblicherweise im März beginnenden Abiturprüfungen sollten bis spätestens 30. Juni abgeschlossen sein, versicherte Gröhling vor Journalisten. Allerdings werde der schriftliche Teil gestrichen, damit nicht mehrere Schüler in einem Raum zusammentreffen. (dpa)

Kreuzfahrtschiffe mit möglichen Corona-Fällen an Bord suchen Häfen zum Anlegen

In der Coronavirus-Krise irren immer noch Kreuzfahrtfahrtschiffe auf den Weltmeeren herum, die wegen möglicher Infektionsfälle an Bord nicht anlegen können. Chile wies am Montag das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff „Zaandam“ ab, weil mehrere Menschen an Bord unter grippeähnlichen Symptomen leiden. Die Reederei Holland America sucht nun einen Hafen, in dem die Kranken von Bord gehen können, bevor das Schiff seine Reise nach Fort Lauderdal in Florida fortsetzen kann.

Das Schiff war am 7. März in Buenos Aires in See gestochen. Nach Angaben der Reederei sind 13 der 1243 Passagiere und 29 der 586 Besatzungsmitglieder krank. Die Kranken und enge Kontaktpersonen wurden demnach isoliert. Sie an Bord auf das neuartige Coronavirus zu testen, ist nach Angaben der Reederei nicht möglich.

Die italienische Reederei Costa Cruises hatte zuvor bereits angekündigt, mehr als 700 Menschen auf ihrem Schiff „Victoria“ zu isolieren, nachdem ein Fahrgast positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine 63-jährige Frau aus Argentinien. Sie wurde nach Angaben der Reederei in ein Krankenhaus auf Kreta gebracht. An Bord der „Victoria“, die eigentlich am kommenden Samstag in ihrem Zielhafen Venedig eintreffen sollte, befinden sich nach Angaben der Reederei insgesamt 726 Passagiere und 776 Besatzungsmitglieder. Die Reederei steht nach eigenen Angaben mit den italienischen Behärden in Kontakt, um einen „geeigneten Hafen zum Anlegen zu finden.“

Am Dienstag kündigte Costa Cruises an, alle Kreuzfahrten weltweit bis zum 30. April auszusetzen. Zuvor hatte die Reederei bereits alle Fahrten bis zum 3. April gestoppt. Schiffe, die noch unterwegs sind, sollen nun einen Hafen anlaufen, um die Passagiere an Land zu lassen. (AFP)

Coronavirus breitet sich auch in Südafrika stark aus

Auch in Südafrika breitet sich das neuartige Coronavirus weiter stark aus. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen habe sich um mehr als 150 neue Fälle auf 554 erhöht, sagte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Dienstag.

Südafrika ist das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Afrika. Todesfälle gibt es bisher nicht, nach Angaben von Mkhize werden aber zwei Schwerkranke auf Intensivstationen behandelt.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wurden bereits Schulen geschlossen und Großveranstaltungen abgesagt. Am Montagabend ordnete Präsident Cyril Ramaphosa zudem eine dreiwöchige Ausgangssperre an, die am Donnerstag beginnen und vom Militär überwacht werden soll. (AFP

Bayern verdoppelt sein Corona-Hilfspaket auf 20 Milliarden Euro

Bayern hat sein eigenständiges Hilfspaket wegen der Corona-Krise auf 20 Milliarden Euro verdoppelt. "Wir machen uns riesige Sorgen um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München nach einer Kabinettssitzung. Um auch für die nächste Generation den Wohlstand zu sichern, sei es nötig, bei dem erst in der vergangenen Woche beschlossenen Hilfspaket nachzubessern. (AFP)

Bundeswehr-Bestellung über mehrere Millionen Schutzmasken "verloren gegangen"

Beim Einkauf dringend benötigter Schutzmasken durch die Bundeswehr hat es eine schwere Panne gegeben. In Kenia seien sechs Millionen bestellte Atemschutzmasken "verloren gegangen", sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Sie bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel". Das Ministerium bemühe sich um Aufklärung, "was da passiert ist", sagte die Sprecherin weiter.

Dem Bund sei durch den Verlust "kein Schaden entstanden, weil die Masken noch nicht geliefert wurden und noch nicht bezahlt wurden", betonte sie. "Der Vertrag ist hiermit nichtig." Welche Rolle Kenia bei der Beschaffung der Masken spielte, konnte sie zunächst nicht sagen.

In Deutschland brauchen Ärzte und Kliniken wegen der Ausbreitung des Coronavirus dringend Nachschub an Atemschutzmasken. Der Krisenstab der Bundesregierung hatte das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz beauftragt, den Einkauf von Schutzmaterial für das Gesundheitsministerium logistisch unterstützen.

Der "Spiegel" zitierte aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums, demzufolge die Masken nicht geliefert worden seien, "da die Ware am Flughafen in Kenia verschwand". Eigentlich sollten die Masken bereits am vergangenen Freitag in Deutschland eintreffen.

Welche Auswirkungen der Verlust der Masken für die Versorgung in Deutschland hat, war zunächst schwer abzumessen. Nach "Spiegel"-Informationen gehörten die sechs Millionen Masken zu den ersten großen Lieferungen, die erwartet worden seien. Dass gerade eine der ersten großen Tranchen nun ausfällt, sei "mehr als ärgerlich", zitierte das Magazin aus Behördenkreisen. (afp)

Giffey rechnet mit Zunahme häuslicher Gewalt infolge von Ausgangsbeschränkungen

Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 
Foto: dpa/Michael Kappeler

Isolation und finanzielle Sorgen durch die Corona-Krise könnten zu mehr häuslicher Gewalt führen. Das sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag im ZDF-«Morgenmagazin». Umso wichtiger sei es für Opfer zu wissen, dass sie das Haus verlassen dürfen, um sich Hilfe zu holen. Das sei ein triftiger Grund. Auch telefonische Hilfe-Hotlines seien erreichbar und würden angesichts der Corona-Pandemie ausgebaut, sagte die Ministerin.

Arme Familien oder solche mit krassen Einkommenseinbrüchen könnten zudem ab 1. April einen Zuschlag zum Kindergeld bekommen, sagte Giffey. Vorgesehen seien bis zu 185 Euro im Monat. «Das bedeutet, dass die finanziellen Sorgen ein großes Stück abgefedert werden.» Der Zuschlag werde digital beantragbar sein.

Soziale Einrichtungen, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, seien dabei, neue Hilfsangebote wie Einkaufshilfen oder telefonische Hilfsangebote zu organisieren. «Es heißt ja nicht, dass in der Krise niemand mehr etwas machen kann», sagte Giffey. Es müsse eben umgeplant werden. (dpa)

NRW und Sachsen nehmen Coronavirus-Patienten aus Italien zur Behandlung auf

Neben Sachsen nimmt auch Nordrhein-Westfalen Coronavirus-Patienten aus Italien zur Behandlung auf. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Dienstag vor dem Düsseldorfer Landtag, er habe am Montag angeboten, "dass wir zunächst zehn Patienten aufnehmen". Die italienische Luftwaffe werde die Erkrankten "in den nächsten Tagen" nach Nordrhein-Westfalen verlegen, sagte Laschet.

In Sachsen trafen in der Nacht zum Dienstag auf dem Flughafen Halle-Leipzig die ersten beiden schwerkranken Corona-Patienten aus Italien zur weiteren Behandlung ein. Die beiden aus Bergamo stammenden Intensivpatienten wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts in die Uniklinik Leipzig gebracht. Weitere Corona-Patienten wurden in Sachsen erwartet.

Sachsen kommt damit einer Bitte der italienischen Regierung und italienischer Regionen nach. "Unsere Solidarität endet nicht an Landesgrenzen", schrieb Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er sprach zunächst von sechs Patienten.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) betonte am Dienstag im Sender Phoenix, die Krankenhäuser in Sachsen hätten noch Kapazitäten. Zudem könnten Ärzte und Virologen bei der Behandlung der Patienten aus Italien Erfahrungen und nötiges Wissen sammeln für den Kampf gegen das Coronavirus in Sachsen. (afp)

China hebt Abriegelung von Provinz Hubei weitgehend auf

In China wird die wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhängte Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. In der dortigen Millionenmetropole Wuhan, die als Ausgangspunkt der Pandemie gilt, wird das allgemeine Verbot zum Verlassen der Stadt und Provinz zum 8. April aufgehoben, wie die örtlichen Behörden am Dienstag ankündigten.

Für die übrigen Bewohner von Hubei gilt, dass sie ab Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) aus der Provinz ausreisen dürfen. Voraussetzung ist, dass sie gesund sind.

Die Behörden hatten das knapp 60 Millionen Einwohner zählende Hubei zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet. In den vergangenen Wochen waren die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen innerhalb der Provinz deutlich zurückgegangen.

Schon seit einigen Tagen gibt es laut den amtlichen chinesischen Statistiken im gesamten Land nur noch sehr wenige neue Corona-Patienten, die sich innerhalb Chinas angesteckt haben. Dagegen verzeichnen die Statistiken eine zunehmende Zahl von Corona-Infizierten, die aus dem Ausland in die Volksrepublik eingereist sind.

Am Dienstag gaben die chinesischen Behörden 78 neue Corona-Infektionen bekannt. 74 dieser Patienten waren ins Land eingereist. Insgesamt wurden in China den offiziellen Zahlen zufolge mehr als 81.000 Erkrankungen mit dem Coronavirus bestätigt, die Zahl der Todesopfer lag am Dienstag bei mindestens 3277. (afp)

Türken setzen in der Corona-Krise auf die Wirkung von Kölnisch Wasser 

In zahlreichen Ländern hamstern die Menschen wegen der Coronavirus-Pandemie Toilettenpapier - in der Türkei ist findet dagegen Kölnisch Wasser reißenden Absatz. Viele Türken sind der Überzeugung, dass das Duftwasser dank seines hohen Alkoholgehalts Hände und Gesicht wirksam reinigt und so vor einer Coronavirus-Infektion schützen kann. In vielen Geschäften und Apotheken ist Kölnisch Wasser längst ausverkauft, nun blüht der Schwarzmarkt.

Eine Rolle bei der großen Nachfrage spielte wohl auch die Empfehlung von Gesundheitsminister Fahrettin Koca an die Türken, im Kampf gegen das Coronavirus Kölnisch Wasser als Alternative zu Hand-Desinfektionsmittel zu verwenden. Allein in den vergangenen Wochen gingen beim Duftwasser-Hersteller Eyup Sabri Tuncer zehntausende Bestellungen ein. "Um die Gesundheit unserer Lieferanten sicherzustellen, haben wir die Internet-Bestellungen vorübergehend ausgesetzt", sagte Firmenvertreter Atilla Ariman der Nachrichtenagentur AFP.

Begehrte Produkte auf dem Schwarzmarkt sind inzwischen sowohl Kölnisch Wasser als auch Hand-Desinfektionsmittel. Vergangene Woche beschlagnahmte die Polizei bei einer Razzia in einer Fabrik Produkte, die sie als "ungesund" bezeichnete.

Ob Kölnisch Wasser tatsächlich vor einer Coronavirus-Infektion schützen kann? Der Experte für Infektionskrankheiten Bülent Ertugrul sagte der Nachrichtenagentur AFP, der beste Schutz gegen das Coronavirus sei sorgfältiges Händewaschen. Wenn Seife und Wasser nicht vorhanden seien, könne aber ein Hand-Reinigungsmittel mit mindestens 60 Prozent Alkoholgehalt helfen. "Wie allgemein bekannt, enthält Kölnisch Wasser mindestens 70 Prozent Alkohol. Daher ist es ein gutes Reinigungsmittel für die Hände gegen Covid-19."

Die Türkei hat bisher mehr als 1500 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, 37 Menschen starben an den Folgen der Infektion. (afp)

Thailands Premier kündigt Ausnahmezustand wegen Corona an 

Thailands Premierminister hat wegen der Corona-Pandemie angekündigt, einen Ausnahmezustand von diesem Donnerstag zu verhängen. Auf diese Weise solle die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden, sagte General Prayut Chan-o-cha am Dienstag in einer Fernsehansprache. Im Zuge der Maßnahmen würden die Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben, sagte er weiter. Gelten sollten die Regelungen in Gebieten, in denen die Gefahr einer Ausbreitung des Virus bestehe. Weitere Maßnahmen würden am Donnerstag bekanntgegeben.

Das südostasiatische Land hat das öffentliche Leben bereits deutlich eingeschränkt. In Bangkok sind bis zum 12. April die für die Hauptstadt sehr prägenden Einkaufszentren und die Restaurants geschlossen. Ausgenommen sind Supermärkte und Drogerien. Auch alle Bildungseinrichtungen und Ausstellungen der Stadt haben dicht gemacht. Restaurants dürfen nur noch Essen außer Haus anbieten. Im Einsatz gegen das Coronavirus haben Soldaten außerdem die Straßen der thailändischen Hauptstadt desinfiziert.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag stieg die Zahl der bekannten Coronavirus-Fälle auf 721. Zunehmend gebe es Fälle außerhalb Bangkoks. (dpa)

Philologenverband: Zur Not Abitur ohne Abschlussprüfungen möglich

Die Vorsitzende des Philologenverbandes hat wegen der möglichen Folgen der Corona-Krise ein Abitur ohne Abschlussprüfungen nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich sehe sie das Abitur nicht in Gefahr, sagte Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). «Je nachdem, wie sich die Corona-Situation entwickelt, können die Prüfungen ja auch einfach etwas später durchgeführt werden», sagte die Vorsitzende der Interessenvertretung der Gymnasiallehrer. Sollte das nicht möglich sein, gebe es Alternativen. (dpa)

Eurogruppe berät über weitere Schritte gegen wirtschaftliche Corona-Folgen

Wegen der massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise beraten die Finanzminister der Eurozone am Dienstag über weitere Schritte, um die Konjunktur zu stützen. Die Euro-Länder wollten "Optionen für eine neue Verteidigungslinie gegen das Coronavirus" diskutieren, erklärte Eurogruppen-Chef Mario Centenio. Am Montag hatten die EU-Finanzminister erstmals überhaupt die Schulden- und Defizit-Regeln der EU vorerst außer Kraft gesetzt, damit Regierungen massive Hilfsprogramme auflegen können. (AFP)

Ölpreise setzen dank Ankündigung der US-Notenbank Erholung fort

Die Ölpreise haben am Dienstag die behutsame Erholung vom Vortag fortgesetzt. Gestützt wurde die Entwicklung durch die am Montag von der US-Notenbank Fed angekündigten Nothilfen für die amerikanische Wirtschaft. Marktbeobachter sahen auch im schwächeren Dollarkurs einen Grund für die aktuell steigenden Ölpreise. Weil Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere amerikanische Währung Öl außerhalb des Dollarraums günstiger und stützt so die Nachfrage. (dpa)

Altmaier lehnt Eurobonds für Kampf gegen Corona-Krise ab

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden der Euro-Staaten im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise ausgesprochen. Die neue Diskussion um sogenannte Eurobonds sei "eine Gespensterdebatte", sagte Altmaier dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). In Europa seien alle Regierungen entschlossen, eine neue Staatsschuldenkrise möglichst zu verhindern. Doch rate er zu Vorsicht, "wenn angeblich neue, geniale Konzepte präsentiert werden, die häufig genug Wiedergänger längst verworfener Konzepte sind". (AFP)

+++ 23. März +++

Coronavirus: Britische Regierung verhängt dreiwöchige Ausgangssperre

Die britische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Das verkündete Premierminister Boris Johnson am Montagabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation.

Johnson wies seine Landsleute an, das Haus nur noch so wenig wie möglich zu verlassen. „Von heute Abend an muss ich dem britischen Volk eine einfache Anordnung geben: Sie müssen zuhause bleiben“, sagte Johnson. Alle Läden, mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Apotheken, werden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Sportliche Aktivitäten sind nur noch einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Ansonsten dürfe das Haus nur noch für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente und für den Weg zur Arbeit verlassen werden, sagte Johnson. Versammlungen von mehr als zwei Personen seien nicht mehr erlaubt und würden von der Polizei aufgelöst.

Am Wochenende hatten unzählige Briten das schöne Wetter für Ausflüge in städtischen Parks und Erholungsgebiete genutzt - zu viele, um den notwendigen Abstand einhalten zu können. Das BBC-Fernsehen zeigte noch am Montag Bilder von überfüllten U-Bahnen in London.

Die Zahl der Toten durch die vom Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit Covid-19 in Großbritannien stieg am Montag unterdessen auf 335. (dpa)

Corona-Krise: Spanische Soldaten entdecken Leichen in Altenheimen

Bei der Desinfektion von Altenheimen im Zuge der Corona-Krise haben Soldaten in Spanien in mehreren Residenzen tote Senioren entdeckt. Die Leichen seien offensichtlich länger unbemerkt geblieben, berichteten die Zeitung „El Mundo“, der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien am Montag unter Berufung auf die Militärische Nothilfeeinheit UME. Verkehrsminister José Luis Ábalos bestätigte anschließend auf einer Pressekonferenz in Madrid die Berichte. Man habe noch wenige Informationen. Gegebenenfalls werde die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, so Ábalos.

Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte vor den Berichten schon morgens im TV-Sender Tele5 gesagt, Soldaten hätten in Heimen Senioren gesehen, „die völlig verlassen, wenn nicht sogar tot auf ihren Betten“ lagen. Man werde gegen die Verantwortlichen für solche Missstände in den Heimen „unerbittlich vorgehen“.

In der vergangenen Woche hatten mehrere Horrorberichte die Spanier erschüttert: Innerhalb weniger Tage starben etwa in der Residenz Monte Hermoso in Madrid 20 Insassen, in einem Heim in Ciudad Real gab es 15 Tote. Bei den meisten Verstorbenen wurden eine Corona-Infektion festgestellt. Auch in anderen Seniorenheimen in Madrid und ganz Spanien starben zahlreiche infizierte Senioren.

Auf Antrag einer Patientenschutzorganisation leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen das Heim Monte Hermoso ein. Nach Angaben der Madrider Stadtverwaltung wurden in diesem Heim neben den Todesopfern mindestens 75 weitere Menschen - Insassen und Mitarbeiter - mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Angehörige von Insassen von Monte Hermoso und anderen Heimen sprachen von katastrophalen hygienischen Zuständen und Mangel an Schutzausrüstungen für das Pflegepersonal. (dpa)

Belgien zerstörte 2019 Vorrat an Schutzmasken - heute fehlen sie

Wenige Monate vor Beginn der Corona-Krise hat die belgische Regierung sechs Millionen derzeit dringend benötigter Schutzmasken zerstören lassen - ohne für Nachschub zu sorgen. Die Masken waren 2009 für den Kampf gegen die Schweinegrippe angeschafft worden, wie das belgische Nachrichtenmagazin „Le Vif“ am Montag unter Berufung auf das Protokoll eines Treffens der belgischen Risiko-Management-Gruppe berichtete. Im vergangenen Jahr seien sie dann wegen ihres abgelaufenen Haltbarkeitsdatums entsorgt worden. Aus Kostengründen habe Gesundheitsministerin Maggie De Block keinen Ersatz angeschafft.

Dem Bericht zufolge handelte es sich bei den zerstörten Masken um den Typ FFP2. Dies seien die einzigen Masken, die eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhinderten. (dpa)

Südafrika verhängt Ausgangssperre

Wegen der Coronavirus-Krise hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa eine landesweite Ausgangssperre verkündet. Diese solle ab Mitternacht am Donnerstag für 21 Tage gelten, verkündete Ramaphosa am Montagabend. Alle Südafrikaner müssten Zuhause bleiben und dürften dies nur verlassen, um etwa Lebensmittel einzukaufen oder medizinische Hilfe aufzusuchen, berichtet dpa. Mitarbeiter im Gesundheitswesen, der Sicherheitsdienste sowie diejenigen, die in wichtigen Produktionsketten arbeiteten, seien davon ausgenommen. Läden und Unternehmen - abgesehen unter anderem von Apotheken, Banken, Supermärkten und Tankstellen - werden demnach geschlossen. In dem Land mit rund 58 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Covid-19-Fälle in weniger als drei Wochen auf über 400 gestiegen. In Afrika haben mehr als 40 Länder insgesamt über 1000 Fälle bestätigt.

Niederlande verlängern Versammlungsverbot bis 1. Juni

Die niederländische Regierung hat das wegen der Corona-Krise verhängte Versammlungsverbot bis 1. Juni verlängert. Sollte das Verbot nicht eingehalten werden, werde eine Ausgangssperre verhängt, warnte Ministerpräsident Mark Rutte am Montag laut AFP.  Ursprünglich sollte das Verbot am 6. April enden. Anfang des Monats hatte die niederländische Regierung nur Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten, inzwischen sind sämtliche Versammlungen untersagt. In den Läden und im öffentlichen Nahverkehr müssen von nun an außerdem Maßnahmen ergriffen werden, um den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Menschen zu gewährleisten.

Die niederländische Regierung hatte zuletzt bereits die Schließung von Schulen, Bars, Restaurants, Fitnessstudios, Coffeeshops und Sexclubs angeordnet.

Die Behörden meldeten am Montag 34 weitere Todesfälle durch das Coronavirus und 545 Neuinfektionen. Damit gingen die Zahlen leicht zurück. Insgesamt infizierten sich in den Niederlanden bislang nach offiziellen Angaben 4749 Menschen mit dem Virus, 213 Menschen starben daran. 

UN-Generalsekretär fordert weltweit zum Waffenstillstand auf

Angesichts der Corona-Krise hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem „sofortigen weltweiten Waffenstillstand“ aufgerufen. Zivilisten in Konfliktgebieten müssten vor den verheerenden Auswirkungen der Pandemie geschützt werden, sagte Guterres am Montag bei einer Rede im UNO-Hauptquartier in New York. „Die Heftigkeit des Virus“ verdeutliche, wie „unsinnig“ Kriege seien, sagte Guterres.

Die Coronavirus-Pandemie sei der Grund, warum „ich heute zu einem sofortigen Waffenstillstand in allen Ecken der Welt aufrufe“, sagte Guterres. Es sei an der Zeit für eine Sperre für bewaffnete Konflikte. „Lasst die Waffen schweigen, stoppt die Artillerie, beendet die Luftangriffe“, forderte der UN-Generalsekretär. Dies sei zentral, um humanitäre Korridore für Zivilisten zu schaffen.

Viele Länder befürchten angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus einen Kollaps ihrer Gesundheitssysteme. In Konfliktgebieten wie in Syrien oder dem Jemen ist die medizinische Grundversorgung bereits wegen jahrelanger Kampfhandlungen eingebrochen. Experten fürchten eine Katastrophe, sollte die Pandemie auf solche Konfliktregionen übergreifen.

EU lockert wegen Corona die strengen Schuldenregeln 

Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise werden erstmals die europäischen Schulden- und Defizitregeln vorübergehend ausgesetzt. Dem stimmten die EU-Wirtschafts- und Finanzminister am Montag zu. Sie billigten den Vorschlag der EU-Kommission, die sogenannte Allgemeine Ausweichklausel des Stabilitäts- und Wachstumspakts zu ziehen. Dies soll den EU-Staaten vorübergehend freie Hand für Hilfspakete für Unternehmen und Arbeitnehmer geben, berichtet dpa.

Der Pakt von 1997 legt fest, dass das Haushaltsdefizit höchstens 3 Prozent und der Schuldenstand höchstens 60 Prozent der Wirtschaftskraft eines Landes betragen dürfen. Die «allgemeine Ausgleichsklausel» wurde 2011 nach der Wirtschafts- und Finanzkrise eingefügt, um in akuten Krisensituationen mehr Handlungsspielräume zu erlauben. Sie wurde noch nie angewendet.

IWF: Rezession wird mindestens so schlimm wie in der Finanzkrise

Die durch die Corona-Krise ausgelöste Rezession dürfte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr mindestens so schlimm sein wie in der jüngsten Finanzkrise. Im kommenden Jahr erwarte man dann wieder eine Erholung der Weltwirtschaft, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa nach einer Telefonkonferenz der Gruppe der 20 Finanzminister und Zentralbanker am Montag.  Der Fonds unterstütze daher nachdrücklich die außerordentlichen Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken, um die Folgen der Finanzkrise abzumildern. 

Prada schneidert nun Artzkittel und Schutzmasken

Wegen der Corona-Pandemie stellen italienische Konzerne wie der Autobauer FCA und das Modeunternehmen Prada ihre Produktion auf die Fertigung von Schutzartikeln um. Fiat Chrysler Automobiles (FCA) werde eine seiner Fabriken zur Herstellung von Atemschutzmasken umbauen, kündigte der Vorstandsvorsitzende Mike Manley in einem Brief an die Mitarbeiter an, der der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Diese Produkte sollten an medizinisches Personal gespendet werden. Ziel sei es, mehr als eine Million Gesichtsmasken pro Monat zu produzieren.

Regierungssprecher: Der erste Corona-Test von Angela Merkel ist negativ

Beim ersten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. «Das Testergebnis des heutigen Tests ist negativ», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Weitere Tests werden in den nächsten Tagen durchgeführt.“

RKI-Chef: Maßnahmen zeigen wohl erste Effekte - Kurve flacht etwas ab

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).
Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. «Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht», sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich.

«Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden», sagte Wieler. Außerdem schließt das RKI demnach aus Handydaten, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt schon reduziert hat - aber es reiche noch nicht, sagte Wieler. Dieser Effekt werde sich nun aber durch die am Sonntag verkündeten Maßnahmen verstärken. (dpa)

Bundeskabinett billigt Milliarden-Hilfspaket zu Corona-Krise

Das Bundeskabinett hat in einer Sondersitzung am Montag Nothilfen im Umfang von mehreren hundert Milliarden Euro gebilligt, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern. Die Ministerrunde brachte unter anderem einen Nachtragshaushalt auf den Weg, um die Hilfsmaßnahmen mit einer Neuverschuldung in Höhe von rund 156 Milliarden Euro zu finanzieren. Das in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellose Maßnahmenpaket soll Bürger und Unternehmen vor dem Verlust der Existenzgrundlage durch die Krise bewahren. (afp)

Bauern suchen in Coronavirus-Krise mit Websites nach Helfern

Wer in der Coronavirus-Krise nicht wie gewohnt Arbeit, Studium oder Ausbildung nachgehen darf, kann Landwirten Hilfe anbieten. Das Interesse ist offenbar groß: Das unter anderem vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützte Portal «Das Land hilft» war zum Start am Montagmittag wegen zahlreicher Abrufe teils überlastet. Bauern können dort Arbeitsangebote einstellen, Interessierte ihre Mitarbeit anbieten. Zunächst waren auf der Seite allerdings deutlich mehr Arbeitsangebote Freiwilliger als Nachfragen verzeichnet.

Eine ähnliche Plattform zur Arbeitsvermittlung in der Landwirtschaft betreibt der Bauernverband mit seiner Seite «Saisonarbeit in Deutschland».

Viele Landwirtschaftsbetriebe befürchten kurz vor der Spargelsaison Engpässe bei Erntehelfern vor allem aus Osteuropa. Saisonarbeiter fragen sich auch, ob und wie sie angesichts der Corona-Lage wieder heimkehren können. Zudem gibt es Reisebeschränkungen in der EU. (dpa)

EU hat in Corona-Krise bisher bei Rückholung von knapp 1400 EU-Bürgern geholfen 

Bei der Rückholung von wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten Bürgern haben die europäischen Regierungen bisher nur selten auf EU-Hilfe zurückgegriffen. Wie ein Sprecher der Behörde am Montag sagte, wurden mit EU-Hilfe 1381 Betroffene seit Beginn der Epidemie aus China, Japan, den USA, Marokko, Tunesien sowie einigen anderen Ländern zurückgebracht. Deutschland alleine hatte bis Freitag schon mehr als 30.000 deutsche Staatsbürger in die Heimat zurückgeflogen.

Die EU-Außenminister beraten am Montag darüber, wie die Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten bei den Rückholungen verbessert werden kann. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte am Montag im ZDF, es sei "sinnvoll", solche Rückholaktionen "auf europäischer Ebene zu organisieren". Es müsse einen Überblick geben, wo Maschinen hinflögen, und diese sollten dann Staatsbürger unterschiedlicher Länder mitnehmen. (afp)

Deutsche Bank schließt wegen Pandemie ab Dienstag vorübergehend 200 Filialen

Die Deutsche Bank schließt ab Dienstag wegen der Corona-Pandemie vorübergehend rund 200 Filialen für die Kunden. Die Zahl der in Betrieb befindlichen Filialen werde von bislang mehr als 500 auf rund 290 reduziert, teilte das Kreditinstitut am Montag mit. Die Selbstbedienungsbereiche blieben aber überall zugänglich, die Bargeldversorgung sei sichergestellt, sofern ein Geldautomat vorhanden sei.

Die Dienstleistungen würden von den nächstgelegenen, weiterhin geöffneten Deutsche-Bank-Filialen oder von Standorten des mobilen Vertriebs übernommen, erläuterte das Geldinstitut. Die Betreuung der Kunden sei weiterhin in rund 300 Filialen, per Telefon in regionalen Beratungscentern und Callcentern sowie online und mobil "vollumfänglich gewährleistet".

Die Deutsche Bank erklärte, sie habe umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner soweit wie möglich vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Gleichzeitig wolle die Bank ihren Kunden und Geschäftspartnern "gerade in Krisenzeiten ein guter Ratgeber und jederzeit erreichbarer Ansprechpartner sein". (dpa)

Ifo-Präsident: Corona wird Deutschland Hunderte von Milliarden kosten

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, rechnet mit Kosten in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro wegen der Corona-Pandemie. Das Virus beschere der deutschen Wirtschaft Produktionsausfälle, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit und werde den Staatshaushalt erheblich belasten, erklärte Fuest am Montag. Je nach Szenario schrumpfe die deutsche Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspreche Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro. (AFP)

Das Coronavirus.
Foto: afp

Japan zieht Verschiebung von Olympischen Spielen in Betracht

Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat erstmals eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele wegen der Corona-Krise in Betracht gezogen. Vor dem Parlament in Tokio sagte er am Montag, dass damit gerechnet werden müsse. (dpa)

Singapore Airlines streicht fast alle Flüge wegen Corona

Singapore Airlines (SIA) lässt bis Ende April nahezu alle Flieger am Boden. Grund sei die Ausweitung von Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Insgesamt sollen 96 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazitäten gestrichen werden, hieß es. Der Einbruch bei der Nachfrage an Flugreisen habe zu einem deutlichen Rückgang der Einnahmen durch Passagiere geführt. 

Wann der Flugbetrieb wieder völlig normal laufen könne, sei unklar. Im Augenblick herrsche nämlich Ungewissheit darüber, wann die strengen Grenzkontrollen aufgehoben werden würden, teilte die Airline weiter mit.

Am Sonntag hatte die Regierung in Singapur ein Einreiseverbot für Ausländer oder Menschen ohne Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung verhängt, nachdem die Zahl der importierten Corona-Fälle sprunghaft angestiegen war. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich bei rund 80 Prozent der Neuinfektionen in jüngster Zeit um Menschen, die aus dem Ausland nach Singapur gekommen sind.

Das Ministerium meldete am Sonntag insgesamt 455 Infektionen mit dem Coronavirus. Das wohlhabende Singapur ist beim Flugverkehr eines der wichtigsten Drehkreuze der Welt. (dpa)

Athletensprecher Röhler fordert schnellere Entscheidung über Olympia

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler hat sich für Olympische Spiele im nächsten Jahr ausgesprochen. «Wir Athleten - international kann ich da für die Leichtathletik sprechen - sind der Meinung, dass 2021 aktuell die maximale Sicherheit bietet», sagte der 28-Jährige aus Jena am Montag im «Morgenmagazin» der ARD und des ZDF. Man werde diese Meinung in einer Telefonkonferenz am Montagabend mit dem Weltverbandschef Sebastian Coe (Großbritannien) vortragen. Röhler ist Athletensprecher des Leichtathletik-Weltverbandes. (dpa)

Kanada verzichtet auf Olympia

Kanada wird wegen der anhaltenden Corona-Pandemie keine Sportler zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio schicken, falls das IOC und Japan am ursprünglich geplanten Termin (24. Juli bis 9. August) festhalten sollten. Das australische NOK forderte seine Athleten auf, sich auf Olympia im Jahr 2021 vorzubereiten. Das IOC hatte am Sonntagabend eine Entscheidung für die nächsten vier Wochen angekündigt. (dpa)

Lambrecht sieht hohe Hürden für mögliche Handydaten-Ortung von Corona-Kontaktpersonen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat ihre Ablehnung einer möglichen Ortung von Handydaten von Corona-Kontaktpersonen zum jetzigen Zeitpunkt bekräftigt. Bevor es "tiefgreifende Einschnitte" in Freiheitsrechte und Bürgerrechte gebe, müsse deutlich werden, dass dies "absolut zwingend" erforderlich sei, sagte Lambrecht am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erhalte anonyme Handydaten, um zu sehen, ob sich Bewegungsströme und Verhaltensweise der Menschen in Deutschland änderten. Wenn es zu einer weitergehenden Entscheidung käme, dann nur "unter sehr, sehr hohen Hürden", sagte Lambrecht.

Die Handyortung ist aus datenschutzrechtlichen Gründen umstritten. Der Entwurf für ein neues Infektionsschutzgesetz sah vor, dass die Telekommunikationsdienste Daten an das Robert-Koch-Institut übermitteln sollten, die die Ortung von Kontaktpersonen ermöglichen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will vorerst allerdings doch keine Kontaktpersonen von Infizierten per Handy orten lassen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Das bestätigten Regierungskreise der Nachrichtenagentur AFP am Wochenende. Die geplanten Regelungen dazu kommt am Montag noch nicht ins Bundeskabinett und soll nun bis Ostern nachgearbeitet werden. (AFP)

+++ 22. März +++

Merkel muss wegen Kontakt zu Corona-Infiziertem in Quarantäne

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Der Mediziner habe am Freitagnachmittag bei Merkel eine vorbeugende Pneumokokken-Impfung vorgenommen.

Die Kanzlerin habe nach der Information am Sonntagabend entschieden, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben, erklärte Seibert. „Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen.“ (dpa)

Olympia in Tokio: IOC setzt sich vierwöchige Frist zur Entscheidung

Das Internationale Olympische Komitee hat erstmals eine Frist in der Diskussion um die Verlegung der Sommerspiele in Tokio genannt. Innerhalb der nächsten vier Wochen soll eine Entscheidung fallen, teilte das IOC in einem offenen Brief an die Athleten nach einer Sitzung des Exekutivkomitees am Sonntag mit. Eine Absage schloss das IOC aus.Zuvor hatten sich Athleten und Verbände auf der ganzen Welt für einen neuen Termin für die vom 24. Juli bis 9. August geplanten und von der Corona-Pandemie bedrohten Spiele ausgesprochen. (SID)

Merkel ruft Bevölkerung zu „Verzicht und Opfern“ in Corona-Krise auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung zu „Verzicht und Opfern“ im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. Das öffentliche Leben und die sozialen Kontakte müssten durch neue Abstandsregeln und Schließungen weiter reduziert werden, sagte Merkel am Sonntag bei der Vorstellung eines neuen Maßnahmenkatalogs von Bund und Ländern. „So retten wir Leben“, betonte sie. (AFP)

Ansammlungen über zwei Personen werden verboten - für mindestens zwei Wochen

Bund und Länder haben sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf eine umfassende Beschränkung sozialer Kontakte verständigt, die mindestens zwei Wochen gelten soll. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten einigten sich bei einer Telefonkonferenz am Sonntag darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vorlag.

Auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege sollen unverzüglich schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons, wie aus dem Beschluss von Bund und Ländern hervorgeht. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben. Restaurants und Gaststätten sollen unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall sei. Für Berlin gilt dies bereits seit Sonntag. Erlaubt sind noch Liefer- und Abholdienste für Speisen. Der Berliner Senat wollte sich am Sonntagnachmittag austauschen, nachdem sich die Länderchefs gemeinsam mit Merkel beraten haben. (dpa)

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Emirates stellt Passagierflugverkehr wegen Corona-Pandemie ein

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben von Mittwoch an alle Flugzeuge der Airline Emirates am Boden. „Heute haben wir die Entscheidung getroffen, ab 25. März temporär alle Passagierflüge auszusetzen“, teilte die Fluggesellschaft mit Sitz in Dubai im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. (dpa)

EU-Finanzminister beraten Corona-Hilfen für die Wirtschaft

Der Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise beschäftigt am Montag (ab 15.00 Uhr) die EU-Wirtschafts- und Finanzminister in einer Schaltkonferenz. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, erstmals überhaupt die europäischen Schulden- und Defizitregeln auszusetzen, um den Mitgliedsstaaten freie Hand für Krisenhilfen zu geben. Möglich wird das über die „allgemeine Ausweichklausel“ im Stabilitäts- und Wachstumspakt. Die Regierungen sollen unbegrenzt in die Wirtschaft investieren dürfen. Es wird erwartet, dass die EU-Staaten den Vorschlag billigen. (dpa)

In Griechenland wegen Corona-Krise ab Montag landesweite Ausgangssperre 

Wegen der Corona-Krise verhängt nun auch Griechenland eine landesweite Ausgangssperre. Die Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie trete am Montag in Kraft, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntag in einer Fernsehansprache. Wegen des neuartigen Coronavirus gelten weltweit mittlerweile für rund eine Milliarde Menschen Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen. (AFP)

Übersicht wichtiger Telefonnummern bei Konflikten und Problemen zu Hause