Berlin - Auf Nachrichtenbildern aus Dänemark waren in den vergangenen Tagen Menschen in Schutzanzügen zu sehen, die dunkle Tonnen schoben. In den Tonnen waren Nerze, sie sollten mit Gas getötet werden. Die Arbeit ist immer noch nicht beendet, es dauert, 17 Millionen Tiere zu keulen – den gesamten Bestand von Dänemarks Nerzfarmen. Außerdem gab es Streit um die rechtliche Grundlage des Vorhabens, inzwischen ist der Landwirtschaftsminister zurückgetreten. Die Tötung der ganzen Nerze ist eine Vorsichtsmaßnahme: Bei einigen Exemplaren wurde das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Sie haben sich offenbar bei Menschen angesteckt und es in einigen Fällen auch wieder an den Menschen zurückgegeben – in mutierter Form, was, so die Befürchtung, die Wirkung künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

Die Nachricht aus Dänemark zeigt nicht nur eine weitere recht brutale Auswirkung der Corona-Pandemie, sie erinnert auch daran, was Covid-19 ursprünglich ist: eine Zoonose, eine Infektionskrankheit also, die vom Tier auf den Menschen überspringt und manchmal auch umgekehrt. Man kann diesen Zusammenhang aus dem Blick verlieren, jetzt, da es so viel Kraft kostet, die Ausbreitung des Virus einzudämmen – doch er ist nötig, um die Wahrscheinlichkeit zumindest zu verringern, dass die Welt in absehbarer Zeit mit der nächsten Pandemie konfrontiert wird.

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