In Deutschland werden jährlich 28 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Ein Öko-Weihnachtsbaum könnte gegen die Klimakrise helfen. 
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BerlinManche Dinge macht man, weil man sie schon immer so gemacht hat. Zum Beispiel den Weihnachtsbaumkauf. Man späht bei den Händlern auf den Supermarktparkplätzen nach einem günstigen Preis für eine Nordmanntanne, wählt das ebenmäßigste Exemplar aus, und schon ist an den Festtagen die Natur im Haus. Dass solche Tannen meist von weit her angereist sind (ein Drittel der Bäume hierzulande wächst auf Plantagen im Sauerland) und dass die allermeisten davon konventionell, also mithilfe von Pestiziden und Mineraldünger, angebaut wurden, blendet man gerne aus.

2019, das Jahr, in dem die Klimakrise und die Verletzlichkeit der Natur so richtig ins Bewusstsein rückten, ist vielleicht ein gutes Jahr, um Ausschau nach einem Öko-Weihnachtsbaum zu halten. Diese Bäume, die weder den Insekten schaden noch zur Nitratbelastung des Grundwassers beitragen, sind allerdings rar gesät. Sie haben lediglich einen Marktanteil von knapp 0,5 Prozent. Doch wenn die Nachfrage wächst, steigen auch die Chancen, dass der Weihnachtsbaumanbau künftig weniger stark der Umwelt schadet. Das wäre durchaus wünschenswert. Denn der Umweltorganisation Robin Wood zufolge werden hierzulande jährlich immerhin 28 Millionen Weihnachtsbäume verkauft.

Eine gute Alternative für Berliner ist derweil ein Baum aus einem Forst oder von einer Plantage in Brandenburg, selbst wenn dort kein zertifizierter Ökoanbau betrieben wird. Dann fällt wenigstens der Transport nicht ins Gewicht.

Am konsequentesten wäre natürlich der komplette Verzicht auf die Festtagstanne. Aber das soll jeder selbst entscheiden. Dinge zu tun, die man schon immer getan hat, hat ja auch gute Seiten.