Berlin - Die Omikron-Variante breitet sich weiter aus, in Berlin hat sie Delta schon überholt, wie Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) Anfang der Woche bekannt gab. Die Situation ist beunruhigend, weil Deutschland aktuell – wie auch zu Beginn des Jahres 2021 – im Dunkeln tappt. Die Fallzahlen sind verzerrt, weil sich über die Feiertage vermutlich weniger Menschen haben testen lassen und dies wiederum die bundesweite Inzidenz-Lage – die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 285,9 – undurchsichtiger macht. „Wir müssen von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgehen“, sagte Modellierer Andreas Schuppert in einer Pressekonferenz des Science Media Center (SMC) am Mittwoch. Der Arbeitsgruppenleiter am Institute for Computational Biomedicine der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) ergänzte, dass einige Bundesländer, wie Bremen, Hessen oder Hamburg auch über Weihnachten und den Jahreswechsel hinweg einen durchgehenden Anstieg verzeichnet haben, vermutlich wegen lokaler Omikron-Ausbrüche. „Die Entwicklung in den einzelnen Ländern zeigt also ein realistisches Bild für den bundesweiten Inzidenzzuwachs, der noch auf uns zukommen wird“, so Schuppert. Denn davon gehen viele Forschende aus: Dass Omikron hierzulande bald vorherrschend sein wird und wegen seiner raschen Ausbreitung und seiner hohen Infektiosität noch zu einer größeren Belastung für das Gesundheitssystem werden könnte.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.