Die Ostseeküste bei Ahrenshoop. Wind, Wellen, Salz und Sand auf der Haut. Die Ostseeluft verspricht Heilung für Haut- und Herzerkrankungen und bei Belastungen der Atemwege. 
Foto: Mecklenburg-Vorpommern PR

RostockDen Sommer 2020 werden wohl sehr viele Urlaub an den deutschen Küsten verbringen. Hoffentlich haben alle genug Platz, wenn der angemessene Gesundheits-Abstand eingehalten wird. Obwohl: Es wird wohl schon reichen. Die deutsche Nordseeküste ist exakt 1155 Kilometer lang, die Ostseeküste sogar erheblich länger: 2247 Kilometer. Auf jeden Fall ist Urlaub am Meer immer gesund. Warum das auch für die Ostsee gilt, lesen Sie hier.

Die Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern hat einer Länge von 1712 Kilometern, 535 Kilometer sind es in Schleswig-Holstein. Was beide Küsten-Abschnitte eint, ist das so genannte Reizklima. Es setzt sich unter anderem aus den Faktoren Wind, UV-Strahlung, Salz, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammen. "Diese Faktoren wirken auf komplexe Weise zusammen und reizen den Körper einerseits, andererseits schonen sie ihn auch", erklärt Reinhard Patzke, Oberarzt an der DRK-Nordsee-Reha-Klinik in St. Peter-Ording.

Laut einer Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse war auch im Jahr 2019 die Ostsee das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen — noch vor Spanien. Rund 10,1 Prozent der Deutschen gaben an, in den letzten 12 Monaten an der Ostsee Urlaub gemacht zu haben. Aber wie war das jetzt mit der positiven Wirkung auf die Gesundheit?

Ostseeluft ist sehr gut für die Atemwege und die Haut

Die extrem saubere Luft der Ostsee wirkt entlastend auf die Atemwege und beruhigend auf die Haut. Der meerwasserhaltige Wind enthält Salze und Spurenelemente wie Jod und Magnesium und andere Stoffe, die, verursacht durch Meeresorganismen, wie natürliche Antibiotika wirken. Außerdem regt die jodhaltige Meeresluft den Stoffwechsel an, wodurch sich der große Appetit erklären lässt. Sie wirkt beruhigend auf unser Nervensystem, was einen gut schlafen lässt. Der hohe Salz- und Sauerstoffgehalt der Luft löst den Schleim in den Atemwegen und lässt uns wieder unbeschwert tief durchatmen.

Besonders für Allergiker kann ein Aufenthalt an der Ostsee erholsam sein, denn durch den frischen Wind gilt die Luft dort als nahezu pollenfrei. Auch für's körpereigene Abwehrsystem ist die Seeluft gesund, denn durch die ständige unbemerkte Einatmung dieser wird die Immunabwehr nachhaltig gestärkt.

Der kühle Wind an der Ostsee härtet unseren Körper ab indem sich dieser dem Kältereiz anpassen muss. Deshalb sind lange Spaziergänge direkt am Wasser sehr empfehlenswert. Durch die Bewegung erhöht sich unser Energieumsatz und wir erzeugen mehr Wärme.

Wer in der Brandung spazieren geht, atmet Aerosol ein


Wenn man direkt in der Brandungszone läuft, atmet man das maritime Aerosol ein, das sich in unseren Lungen sowie im Nasen-Rachen-Raum ablegt. Der Wind wirkt sich aber auch schonend aus. Er kühlt die Haut und kann Juckreiz mindern. Außerdem wird es am Meer oft nicht so schwül, was Herz und Kreislauf entlastet. Der hohe Salzgehalt der Meeresluft löst auch Schuppen und wirkt entzündungshemmend, was beispielsweise der Schuppenflechte oder der Neurodermitis entgegenwirkt.

Im Norden scheint die Sonne schräger


Die UV-Strahlung an der Ostsee wirkt unter anderem deshalb sehr gesundheitsfördernd auf uns, weil die Sonnenscheindauer an der Ostsee länger ist. Dadurch wird die Vitamin-D Produktion unseres Körpers ordentlich angekurbelt. Das wiederum stärkt unser Immunsystem. Nachweislich ist die Sonnenstrahlung an der Ostsee viel gesünder als in südlichen Ländern, da die Sonne im Norden schräger scheint und wir dadurch nur mit etwa der Hälfte der UV-Strahlung belastet werden.

Die Steilküste auf der Insel Rügen. Wer am Wasser entlang läuft, atmet das gesunde Aerosol ein.
Fotr: Mecklenburg Vorpommern PR

Auch das Baden in der Ostsee ist gesund, denn das salzhaltige Wasser hat einen desinfizierenden Effekt, während die Auftriebskräfte den Druck auf die Knochen abschwächen, was viele Rheumatiker als sehr wohltuend empfinden. Um möglichst lange von der heilsamen Wirkung des Ostseeklimas zu profitieren, empfehlen Experten einen dreiwöchigen Urlaub. Der entstehende leichte Salzbelag auf der Haut beim Baden hat eine entzündungshemmende Wirkung. Erst recht im Zusammenspiel mit dem Sonnenlicht ist das die perfekte Schönheitskur für die Haut.

Salzgehalt, Sauerstoff und Heilquellen helfen Körper und Seele

Eine Meerwasserbehandlung ist daher auch ein wesentlicher Bestandteil der so genannten Thalassotherapie. Neben dem hohen Salzgehalt verfügt das Meerwasser über einen erwähnenswerten Anteil an Kalzium-, Magnesium- und Jodverbindungen. Da die Salzmischung des Wassers in ihrer Zusammensetzung ähnlich der des menschlichen Blutes ist, kann das Meerwasser vom menschlichen Körper äußerst gut aufgenommen und verwertet werden. Bedeutend ist zudem der hohe Gehalt an Sauerstoff: Das Meerwasser hat mit rund 30 Prozent einen höheren Sauerstoffgehalt als Luft (ca. 20 Prozent).

Therapiert werden mit Meerwasser zum Beispiel Schlaflosigkeit oder Nervosität, beides mögliche Folgen von zu viel Stress und Überarbeitung. Neben einer beruhigenden Wirkung des warmen Meerwassers, wirkt sich dieses zudem positiv auf die Verdauung sowie auf Haut und Haare aus.

Und: An der Ostseeküste gibt es auch zahlreiche Heilquellen. Unter Heilquellen versteht man Quellwässer, die eine heilende Wirkung auf den menschlichen Organismus haben. Heilquellen weisen einen höheren Anteil an gelösten Stoffen auf als dies bei normalen Quellen der Fall ist. Die zahlreichen Heilquellen an der Ostsee werden zum Teil schon seit Jahrzehnten zu therapeutischen Zwecken genutzt. Neben der Nutzung von Heilquellen, spielt auch die Anwendung von Moor eine wesentliche Rolle im Rahmen solcher natürlichen Heilverfahren.



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