Zu herkömmlichen Pflegeheimen gibt es immer mehr Alternativen für Senioren und Pflegebedürftige.  Ein Überblick über betreute Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften und Pflege-WGs. 

Pflege-WG:

Geeignet für Demenzkranke, alleinstehende Senioren, die gerne Gesellschaft haben, konfliktfähig und kompromissbereit sind. Ähnlich einer Studenten-WG haben meist drei bis acht Bewohner ein eigenes Zimmer. Küche, Wohn- und Schlafzimmer, Bäder und eventuell Haushaltsräume werden geteilt. Bei einer privaten WG helfen Angehörige oder eine Haushaltshilfe, nach Bedarf ein ambulanter Pflegedienst.

In den meisten Fällen sind Pflege-WGs durch einen professionellen Träger organisiert. Eine 24-Stunden-Betreuung durch Präsenzkräfte ist möglich. Diese kaufen ein, kochen mit den Bewohnern, helfen beim Aufstehen und Essen. Das Leben in einer Pflege-WG erfordert von den Angehörigen mehr Mitarbeit als in anderen Wohnformen, vor allem im Haushalt und bei der Freizeitgestaltung.

Ungefähre Kosten: 200 bis 600 Euro Miete plus 200 bis 300 Euro Haushaltsgeld plus Pflege.

Stationäre Hausgemeinschaft:

Sie ist eine Mischung aus Pflegeheim und betreutem Wohnen. Geeignet für alleinstehende Senioren, die viel Hilfe brauchen, aber gern „wie zu Hause“ wohnen wollen. In einer stationären Hausgemeinschaft leben in der Regel acht bis zwölf Personen unter einem Dach. Jeder Bewohner hat mindestens ein Schlafzimmer und ein Bad. Eine große Küche und ein Esszimmer stehen für alle zur Verfügung. Außerdem gibt es Hauswirtschaftsräume, eine Waschküche und oft Garten oder Terrasse.

Mehrere Hilfskräfte erleichtern den Alltag für die Bewohner und leisten je nach Bedarf tägliche Pflege. Im Gegensatz zum klassischen Pflegeheim steht aber nicht die Pflege im Vordergrund. Der Vorteil dieser Wohnform besteht darin, dass sie am ehesten dem privaten Wohnen entspricht. Kosten: 300 bis 900 Euro Miete plus 200 bis 300 Euro Haushaltsgeld plus Pflege.

Betreutes Wohnen:

Geeignet für alleinstehende Senioren oder Paare, die noch relativ selbstständig sind und sich nicht scheuen, ein weiteres Mal umzuziehen, wenn sie mehr Pflege brauchen. Ein bis zwei Menschen mieten eine barrierefreie 1-3-Zimmer-Wohnung in einem Wohnkomplex an und buchen individuelle Unterstützungsleistungen dazu.

Pflege und Betreuung werden entweder von hauseigenen Ärzten und Pflegern übernommen oder es gibt eine Kooperation mit einem Pflegeheim oder Pflegedienst. Nicht selten befindet sich neben dem Wohnkomplex für betreutes Wohnen auf dem selben Gelände ein Pflegeheim desselben Betreibers. Brauchen die Bewohner mehr Unterstützung im Alltag, können sie nach nebenan ziehen. Kosten: 300 bis 1200 Euro Miete plus 200 bis 300 Euro Haushaltsgeld plus Hilfsleistungen plus Pflege.