Pandaweibchen Mei Xiang im Smithsonian National Zoo in Washington.
Foto:  AP Photo/Jacquelyn Martin

Washington/BerlinPandanachwuchs ist in allen Zoos der Welt etwas ganz Besonderes, ein Ereignis, auf das im Fall der Fälle schon mal die halbe Stadt hinfiebert. Berliner erinnern sich an die Aufregung, als die Panda-Zwillinge im Zoo Anfang des Jahres der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Und als im Mai in den Niederlanden erstmals ein Riesenpanda-Baby das Licht der Welt erblickte, überschlug sich der chinesische Botschafter auf Social Media: „Fantastische Nachrichten aus dem Ouwehands Zoo!“, schrieb Xu Hong und deklarierte das Tier kurzerhand als „Frucht der Freundschaft der beiden Länder“. Eine kleine Pandamie brach aus, mindestens. 

Die hat inzwischen auch die US-Hauptstadt Washington, D.C. erfasst und den dort ansässigen amerikanischen Nationalzoo Smithsonian National Zoological Park, einen der ältesten Zoos der USA. Wie der Zoo per Twitter mitteilte, erwartet er in den kommenden Tagen ein Pandababy. Tierärzte hätten bei einer Ultraschall-Untersuchung des Weibchens Mei Xiang „aufregende Bewegungen“ gesehen. Der Fötus hätte mit den Beinen gestrampelt, Wirbelsäule und Blutkreislauf seien auch sichtbar gewesen. Der Zoo rief seine Fans auf, die „Pfoten zu drücken“, damit ein gesundes Baby zur Welt kommt.

Immerhin ist Mei Xiang mit 22 Jahren nun auch nicht mehr die Jüngste, wenn man bedenkt, dass Große Pandas in der Wildnis überhaupt nur bis zu 20 Jahre alt werden, in Gefangenschaft allerdings mehr als 30 Jahre drin sind. Washingtons Pandadame wurde im März künstlich befruchtet, Vater des Jungen ist der bald 23-jährige Tian Tian aus demselben Zoo. „Inmitten einer Pandemie ist das ein Moment der Freude“, erklärte Cheftierarzt Don Neiffer.

Das Panda-Gehege ist derzeit für Besucher geschlossen, um Mei Xiang die nötige Ruhe zu verschaffen. Fans können das Geschehen jedoch 24 Stunden am Tag über einen Livestream im Internet beobachten. Mei Xiang ist im Jahr 2000 aus ihrem Heimatland China nach Washington gekommen und hat seitdem bereits drei Junge lebend zur Welt gebracht. Diese musste der Zoo jedoch gemäß einer Vereinbarung nach China abgeben. Auch Mei Xiang und Tian Tian müssen demnächst in ihr Heimatland zurückkehren.

Weltweit leben inzwischen weniger als 1600 Pandas in freier Wildbahn. Bei der Nachzucht kommt Zoos daher eine wichtige Rolle zu. Diese ist allerdings nicht einfach, Pandas gelten allgemein als Sex-Muffel.