Vor dem inneren Augen ist das Licht gedimmt, junge Frauen räkeln sich zu wummernder Musik lasziv um Metallstangen. In der Realität hängt Matthias kopfüber unter der Hallendecke. Beide Beine hat er geschickt um die Stange gewickelt, jetzt löst er die Hände und streckt langsam seine Arme aus. „Wunderbar“, kommentiert Stefanie Eroglu, seine Trainerin: „Jetzt noch lächeln.“ Matthias ist Mitte 20, blond, durchtrainiert. Er hängt nicht an der Stange, weil er vorhat, in einem Stripclub aufzutreten. Er treibt hier Sport – Polesport, um genau zu sein.

Es mag ungewöhnlich scheinen, dass sich ein Mann dem Training an der Stange (englisch: Pole) verschreibt. Matthias knüpft damit aber an die Ursprünge der Sportart an: Im traditionellen chinesischen Zirkus führen Männer bereits seit Jahrhunderten waghalsige Figuren an Stangen vor. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellten Artistinnen im chinesischen Wanderzirkus fest, dass es beim amerikanischen Publikum gut ankam, wenn sie Tricks an der Stange mit erotischem Tanz verbanden. So entstand der Poledance, wie man ihn aus Stripclubs kennt. Mittlerweile kehrt die Stange gewissermaßen zu ihren Wurzeln zurück. Auch in Deutschland eröffnen immer mehr Sportstudios, die sich auf Pole konzentrieren.

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