Ein Polizeihund begrüßt in Quito seine neue Besitzerin während einer Zeremonie der K-9-Polizeieinheit. 
Foto: Dolores Ochoa/AP/dpa

Berlin/QuitoSie haben einen echten Knochenjob gemacht, haben Rauschgift oder Sprengstoff aufgespürt, Fährten verfolgt, Beweismittel erschnüffelt und sicher auch dem einen oder anderen Verbrecher einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Die Arbeit als Polizeihund ist fordernd und anstrengend, mitunter lebensgefährlich, da ist es nur recht und billig, sie nach getaner Dienstzeit in allen Ehren zu verabschieden.

Im südamerikanischen Ecuador geschieht dies alljährlich mit einer feierlichen Zeremonie, bei der die Polizeihunde nicht nur offiziell entlassen, sondern auch an neue Familien übergeben werden, die sie adoptieren und ihnen ein neues, polizeiarbeitsfreies Zuhause bieten. Endlich Knochen suchen statt Drogen!

Die jüngste Feierstunde, bei der am Mittwoch (Ortszeit) 14 Tiere des Metropolitan Control Agents Corps in den Ruhestand entlassen wurden, fand südlich der Hauptstadt Quito statt, samt Bürgermeister und anderen hochrangigen Behördenvertretern. Fünf Jahre Dienstzeit hatten die Hunde auf dem Buckel, in der sie unter anderem Patrouillenfahrten und Ortungsaufgaben übernahmen.

In diesem Jahr fand die Zeremonie und die Übergabe der Hunde mit Masken statt. In Ecuador trat der erste Corona-Fall Ende Februar auf, seit Mitte März galt im ganzen Land eine weitgehende Ausgangssperre. Bilder von Toten, die einfach auf der Straße abgelegt wurden, bestimmten die öffentliche Wahrnehmung.

Die Hunde nahmen ihre neuen Besitzer aber auch mit Mund-Nasen-Schutz freudig in Empfang. Der Vertreter der Hundeführer, Luis Arequipa, richtete noch eine emotionale Botschaft an die neuen Herrchen und Frauchen: „Sie nehmen einen Schatz mit nach Hause, kümmern sich um ihn.“ Die Hunde werden in den nächsten Monaten überwacht, um sicherzustellen, dass sie in ihren neuen Familien gut versorgt sind. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!