Der Europäische Braunbär ist eigentlich ein menschenscheuer Charakter.
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Ein Problembär? Nichts da: In den Pyrenäen ist gleich eine ganze Horde los. Die Präfektur des französischen Verwaltungsbezirks Ariège hat jetzt vor einem Risiko durch Bärenangriffe in dem bei Urlaubern beliebten Grenzgebiet zu Spanien gewarnt. Der Bürgermeister der Gemeinde Ustou, Alain Servat, untersagte Wanderungen rund um den 300-Einwohner-Ort. Es wurde der „Problembären“-Alarm ausgerufen.

In den Pyrenäen ist eigentlich der Kantabrische Braunbär (Ursus arctos pyrenaicus; spanisch: Oso Pardo) unterwegs, so werden die Europäischen Braunbären genannt, die im kantabrischen Gebirge leben – also in Nordspanien an der Grenze zu Frankreich. Es gibt dort zwei voneinander getrennt lebende Populationen. Die Tiere gelten als menschenscheu. Eine Begegnung mit Wanderern ist unwahrscheinlich.

In der beschaulichen Gemeinde Ustou sollen mehrere Bären etwa 80 Schafe gerissen haben. Es gebe mittlerweile „jeden Abend Angriffe auf die Herden“, klagte der Bürgermeister. Zuletzt seien vier Bären gesichtet worden, die Schafe attackiert hätten … Aber was treibt die Tiere in die Nähe von Menschen? Vielleicht Nahrungsmangel infolge anhaltender Trockenheit? Der Klimawandel?

In den französischen Pyrenäen sorgen die Bären seit Jahren für Streit: Erst im Juni war eines der unter Artenschutz stehenden Tiere bei der Stadt Foix erschossen aufgefunden worden. Die französische Regierung und Umweltschützer erstatteten Anzeige gegen unbekannt. Die Nachricht, dass der Bär ersetzt werden soll, führte Anfang Juli zu Protesten, an denen sich rund 2000 Hirten und Bauern beteiligten.