An den kältesten Orten der Welt haben Forscher neue Wärmerekorde gemessen. Sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis wurden Temperaturen gemessen, die deutlich höher sind als üblich für diese Jahreszeit. An der Forschungsstation Station Dome Concordia in der Ostantarktis war es vergangene Woche mit minus 12 Grad rund 40 Grad wärmer als sonst. Es ist die höchste dort jemals gemessene Temperatur. Das berichtet die Washington Post.

In der russischen Forschungsstation Wostok wurde mit knapp minus 17 Grad Celsius der bisherige Monatsrekord um 15 Grad übertroffen. Das teilte der Forscher Maximiliano Herrera mit. Auch am Nordpol ist es nach Angaben der Nachrichtenagentur AP etwa 30 Grad wärmer als sonst. Mehrere Experten werden mit den Worten zitiert, dass sie „so etwas noch nie gesehen“ hätten.

Sowohl am Nordpol als auch am Südpol schmilzt derzeit das Eis. Der Eisforscher Walt Meier sagte AP, das sei „definitiv ein ungewöhnliches Ereignis“. Der Meteorologe Matthew Lazzara sagte, dass sei „kein gutes Zeichen“. Der Klimatologe Stefano Di Battista twitterte, solche Temperaturen hätte man bislang für „unmöglich“ und „undenkbar“ gehalten. Die Klimatologie der Antarktis sei „umgeschrieben“ worden.

Zwar seien die „einmaligen Temperaturanomalien“ eher ein „zufälliges Wetterereignis“ und nicht oder zumindest nicht nur auf den Klimawandel zurückzuführen, so die Experten. Wenn sich derartige Temperaturschwankungen aber wiederholen würden, müsse man sich Sorgen machen. Der Meteorologe Jonathan Wille weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der weltweite Temperaturanstieg derartige Ereignisse „insgesamt wahrscheinlicher“ mache.