Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.
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BerlinAm vierten Tag in Folge liegt die Ansteckungsrate in Berlin über dem kritischen Wert von 1,2. Die sogenannte Reproduktionszahl werde aktuell auf 1,32 geschätzt, teilte die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mit. „Die erste Ampel steht damit weiterhin auf Rot“, hieß es zu dem dreiteiligen Ampelsystem, mit dem die Corona-Lage in der Hauptstadt bewertet wird. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er muss unter 1 liegen, um die Epidemie abflauen zu lassen.

Am Dienstag war die Reproduktionszahl auf 1,95 angestiegen und erreichte damit den vorläufig höchsten Wert. Aufgrund insgesamt geringer Fallzahlen ist der Wert nur bedingt aussagekräftig. Denn je kleiner die Zahl der Neuinfizierten ist, desto größer schwankt der kurzfristige R-Wert. Ein einziger Cluster-Ausbruch – in einem Chor, einem Pflegeheim, einem Restaurant – lässt ihn nach oben schießen.

Bei den beiden weiteren Indikatoren liegt Berlin weiter deutlich im grünen Bereich: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche liegt bei 5,1 (Rot: ab 30 pro 100.000), der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen bei 3,4 Prozent (Rot: ab 25 Prozent). Spränge eine zweite Ampel auf Rot, könnte dies das Ende für weitere Lockerungen und möglicherweise wieder eine Verschärfung von Maßnahmen bedeuten.

Aus den Berliner Bezirken sind im Vergleich zum Vortag insgesamt 27 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet worden, wie die Gesundheitsverwaltung weiter mitteilte. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn des Ausbruchs liegt demnach nun bei 6900, davon gelten 6388 als genesen, 200 Menschen starben.