Eine alkoholkranke Mutter ist mit ihrem Baby völlig überfordert. Was tun, in so einer Situation?
Foto: imago images / blickwinkel

Berlin - Die größten Herausforderungen in meinem Hebammenalltag sind nicht fachlicher Natur. Auch sind es nicht die schlechten Arbeitsbedingungen, an die man sich ja irgendwie gewöhnt. Vielmehr ist es das tägliche Einstellen und Einlassen auf immer wieder andere Menschen. So auch auf eine Frau, die ich vor einigen Jahren betreute.

Ich möchte sie hier Inge nennen. Das Jugendamt hatte sie mir vermittelt. Sie war deutlich älter als ich, zum ersten Mal schwanger, und sie war geistig behindert. Der Vater des Kindes war unbekannt. Für das Baby war eine Alkoholschädigung zu erwarten. Trotz alledem freute sich Inge sehr auf das Baby, das ein Mädchen werden sollte. Sie freute sich mit einer Warmherzigkeit und Einfachheit, die mich sehr berührte. Sie zählte die Tage bis zur Geburt, so wie Kinder zählen, bis endlich Weihnachten ist. Die Betreuerin beim Jugendamt hatte mich gebeten, den Alkoholkonsum der Frau im Blick zu behalten. Schnell wurde klar, dass Inge unter dem Einfluss von Alkohol die Kontrolle verlor, aggressiv und gewalttätig wurde.

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