Bangkok/Nakhon Pathom - Ein Baby-Godzilla! Die Menschen sind voller Angstlust: Ein Bindenwaran (Varanus salvator) hat in einem Supermarkt vor den Toren Bangkoks für Chaos gesorgt. In einem von einer Mitarbeiterin des Geschäfts gedrehten Video ist zu sehen, wie die etwa 1,60 Meter lange Riesenechse senkrecht an einem Regal hochklettert – und dabei die Waren von den Brettern räumt. Oben angekommen, macht es sich das Tier gemütlich und lässt seine lange Zunge spielen.

Bindenwarane gelten als „unreine“ Tiere – und als sehr unbeliebt

„Die Regale sind ruiniert! Oh mein Gott!“ Die erschrockenen Laute von Kunden und Mitarbeitern sind in dem Video, das erst auf Facebook zu sehen war und nun von der Plattform Viral Press auf YouTube gepostet und bereits Zehntausende Male geklickt wurde, deutlich zu hören. Der Vorfall habe sich in Nakhon Pathom 50 Kilometer westlich von Bangkok ereignet, hieß es. Das Schuppenkriechtier sei aus einem nahe gelegenen Kanal gestiegen und zielstrebig in das Geschäft gelaufen.

Nachdem ein Mitarbeiter die Polizei rief, sei der Bindenwaran schließlich von einem Einsatzteam aus dem Laden gebracht und in einem nahe gelegenen Gebüsch freigelassen worden. Womöglich war die Echse hungrig, weil in der Natur das Nahrungsangebot nach längerer Trockenheit sehr mager gewesen sei. Die gefährlich aussehenden Bindenwarane sind in Thailand keine Seltenheit und gelten als sehr unbeliebt.

Dies liegt vor allem daran, dass sie regelmäßig in Hühnerställe eindringen und dort die Vögel und deren Eier fressen. Überdies werden sie als die niedersten und unreinsten Tiere angesehen. Die ursprüngliche thailändische Bezeichnung für den Bindenwaran ist „hia“ und stellt, gegenüber einer Personen ausgesprochen, ein überaus vulgäres Schimpfwort dar. Sie unterliegt deshalb einem Sprachtabu.

Bindenwarane sind anpassungsfähige Überlebenskünstler

Bindenwarane sind wie alle Warane tagaktive Einzelgänger, dazu hinsichtlich ihrer Beute und ihres Lebensraums sehr anpassungsfähig. Sie werden sehr groß und erreichen Längen von bis zu drei Metern – nur Komodowarane können noch länger werden. Das sehr große Verbreitungsgebiet der Art in Südostasien erstreckt sich von der Hinterindischen Halbinsel nach Süden über große Teile Indonesiens bis nach Sulawesi.

Dort bewohnen Bindenwarane vor allem Flüsse in Regenwäldern sowie Mangroven, wo die stark ans Wasser gebundenen und gut schwimmenden Warane verschiedenen Beutetieren von Insekten über Fische und Reptilien bis hin zu Kleinsäugern und Vögeln nachstellen.