Ludwigsburg - Den Schreck seines Lebens hatte am Samstag wohl ein Supermarkt-Mitarbeiter im baden-württembergischen Ludwigsburg: Als er eine Bananenkiste öffnete, sei ihm eine größere Spinne in die Arme gesprungen, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Der langbeinige Krabbler nutzte die Schrecksekunde und flüchtete sogleich in das Geschäft. Die Sorge, dass er giftig sein könnte, rief dann allerdings verschiedene Einsatzkräfte auf den Plan.

Ein Biss der Riesenkrabbenspinne kann sehr schmerzhaft sein

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Die Riesenkrabbenspinne bewohnt gern auch Bananenplantagen: Mit den Südfrüchten geht der Achtbeiner dann auf weltweite Reisen.

Der Markt wurde von der Polizei evakuiert und die Tierrettung sowie ein Spezialist der Feuerwehr und ein Kammerjäger alarmiert. Nach eineinhalb Stunden konnte die Spinne schließlich in einem Regal gefunden und mit einem Plastikbehälter gefangen werden. Es handelte sich demnach um eine Riesenkrabbenspinne, deren Biss schmerzhaft, aber ungefährlich ist. Wie der Achtbeiner nach Ludwigsburg kam, ist nicht bekannt, eigentlich lebt er in den  Tropen und Subtropen.

Vermutlich handelt es sich bei dem Tier in Ludwigsburg um die Warmhaus-Riesenkrabbenspinne (Heteropoda venatoria), die vereinfachend häufig nur Riesenkrabbenspinne genannt wird und mit einer Beinspannweite von bis zu 120 Millimetern zu den sehr großen Spinnenarten gehört. Sie hält sich gern in beheizten Gebäuden auf, daher ihr Name, und bewohnt auch Bananenplantagen. Mit den Südfrüchten geht die „Bananenspinne“, so ein weiterer Name, dann auf weltweite Reisen.

Zum Beutespektrum der Riesenspinnen gehören auch Wirbeltiere

Die nachtaktive Warmhaus-Riesenkrabbenspinne legt wie alle Angehörigen der Familie der Riesenkrabbenspinnen kein Spinnennetz zum Fangzweck an, sondern erlegt Beutetiere freilaufend als Lauerjäger. Wegen ihrer für Spinnen beachtlichen Größe weist sie ein vergleichsweise großes Beutespektrum auf, wozu auch größere und wehrhaftere Gliederfüßer sowie kleinere Wirbeltiere gehören.

Wie auch immer, die in Ludwigsburg gefangene Riesenkrabbenspinne war etwas kleiner und maß um die 60 bis 70 Millimeter in der Beinspannweite. Wie es hieß, kann sie sich jetzt im Terrarium eines Spinnenliebhabers vom Einkaufstrip erholen. (mit dpa)