Berlin/Darmstadt - Schnappkieferameisen sind formidable Insekten, bei denen zunächst eine eingehendere Betrachtung lohnt. Ihre Mundwerkzeuge, im Fachjargon Mandibeln genannt, sind stark ausgeprägt, kaum gekrümmt und haben an der Spitze zwei oder drei Zähne. Mit dieser Vorrichtung können die Tiere nicht nur Beute machen, sondern sich auch verteidigen. Denn der schnelle Biss – nur 0,13 Millisekunden sind fürs Zuschnappen der Mundwerkzeuge nötig – wird mit einer Art Sprungmechanismus kombiniert. Eindringlinge werden zunächst mit den Mandibeln attackiert, anschließend führen die Schnappkieferameisen einen Weitsprung aus und katapultieren sich damit nicht nur vom Gegner weg, sondern schleudern diesen auch noch nach hinten. Während ihrer bis zu 40 Zentimeter weiten Sprünge kann die Ameise zudem mehrere Saltos machen. Hammer!

Die in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitete Schnappkieferameise ist aber nicht nur eine kleine Kampfmaschine, sondern ameisengerecht auch eine fleißige Arbeiterin. Mehr als 70 verschiedene Arten sind bekannt – und dank eines deutschen Forschers kommt nun noch eine weitere hinzu. Philipp Hönle, Doktorand im Fachbereich Biologie an der Technischen Universität Darmstadt, hat im ecuadorianischen Regenwald einen kleinen, unauffällig wirkenden Bewohner ausgemacht und die nur wenige Millimeter lange neue Ameisenart Strumigenys ayersthey  genannt.

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