Von Meerschweinchen weiß man, dass sie tagaktive Pflanzenfresser sind, durchdringend quieken können und gerne zu Weihnachten verschenkt werden, wenn das Kind eigentlich einen Hund will. Ob sie gerne Zug fahren, ist nicht bekannt, aber in Pappkartons, die mit schwarzem Klebeband umwickelt sind, wohl eher nicht. In akkurat dieser misslichen Lage jedoch wurde ein Exemplar am  Montag in einem Zug gefunden, der von Stralsund nach Rostock unterwegs war.

Beziehungsweise wurde zunächst der Karton gefunden, der ohne menschliche Begleitung war und deswegen so großen Verdacht erregte, dass das Zugpersonal die Bundespolizei alarmierte. Die Beamten leuchteten mit Taschenlampen durch die Löcher im Karton und wurden daraufhin vermutlich so ärgerlich angequiekt, dass sie ahnten, was der Schachtel Kern sein könnte. Der kleine Reisende wurde mitgenommen und in eine Tierklinik gebracht. Da der Zug klimatisiert war, ging es dem Schweinchen „vernünftig“, berichteten die Polizisten. „Eine Gefährdungslage lag nicht vor.“

Zum Happy End fehlt jetzt nur noch der Besitzer des Tierchens. Und vielleicht so etwas wie eine obligatorische medizinisch-psychologische Untersuchung bei Tierkäufen, die die Eignung zu verantwortungsvoller Haltung überprüft. Denn auch wenn Tiere rechtlich als Sache gelten: Was quieken kann, kann auch fühlen!