Berlin/Waghäusel - Schnüffel, schnüffel. Balou läuft schwanzwedelnd mit der Nase am Boden entlang, um die kleinen Bäume herum und fängt dann an zu buddeln, was das Zeug hält. Erdklumpen fliegen – ob da ein Trüffel dabei ist? Der Laie würde es nicht sehen, aber Michael Heiler, der bei Waghäusel nahe Karlsruhe drei Trüffelplantagen hat, schon. Außerdem zeigt ihm Trüffel-Suchhund Balou mit der Schnauze an, wenn er etwas gefunden hat. Brav, sagt Heiler. Balou bekommt ein Leckerli in Form von Leberwurst aus der Tube. Und weiter geht's.

In früheren Zeiten wurden die teuersten aller Speisepilze – ein Kilogramm weiße Trüffel kostet bis zu 9000 Euro – noch mit Trüffelschweinen gesucht. Heute lässt man die Borstentiere maximal noch für Touristen los, zu groß ist der Schaden, den Schweine beim Ausgraben an den Wurzelspitzen anrichten. Zudem fressen sie die Trüffeln auch selbst sehr gern und sind in ihrem Appetit schwer zu zügeln. Heute kommen daher meist speziell abgerichtete Hunde zum Einsatz, die leichter zu führen sind und keine halbreifen Trüffeln ausgraben. Nach Deutschland kamen die ersten Trüffelhunde im Jahr 1712 durch ein Geschenk des Herzogs von Savoyen an den Erbprinzen Friedrich Ludwig nach Württemberg, dann 1719 nach Bayreuth und 1720 durch August den Starken nach Sachsen. In Russland wurden früher auch Bären zur Trüffelsuche eingesetzt, auf Sardinien sind heute noch Ziegen dafür abgestellt.

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