Buffalo - Hochspezialisierte Drüsen im Mund machen Spucke zu einer Art Superflüssigkeit, einem Türsteher am Eingang zu unserem Körper. US-Forscher um Omer Gokcumen von der Universität Buffalo beschreiben im Fachblatt „Cell Reports“, wo genau verschiedene Inhaltsstoffe der Spucke gebildet werden.  

Der Speichel in unserem Mund ist nicht einfach nur Wasser, das Brotbrocken aufweichen kann. Er ist eine besondere Flüssigkeit, die eine ganze Reihe von Aufgaben übernimmt. Dazu gehört, Nahrungsreste von den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen wegzuspülen, die Mineralisation der Zähne zu erhalten und Krankheitserreger zu eliminieren. Außerdem beginnt die Spucke bereits im Mund damit, Stärke etwa aus Nudeln zu verdauen.

„Speichelproteine bilden den Zugang zu unserem Körper“, sagt Gokcumen laut einer Mitteilung seiner Universität. „Wir leiden, wenn sie nicht richtig funktionieren.“ Experten gehen davon aus, dass ein Erwachsener etwa einen Liter Speichel am Tag bildet. Der Hauptanteil kommt aus den großen Speicheldrüsen. Sie werden in drei Typen unterteilt, die jeweils paarweise vorkommen: Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), Unterkieferspeicheldrüse (Glandula mandibularis) und Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). Jede Drüsenart produziert einzigartige Sekrete, die sich dann mischen und die Spucke bilden.

Speichel gibt Hinweis auf körperliche Funktionen

Einen großen Teil seiner besonderen Eigenschaften bekommt der Speichel durch Proteine, Eiweiße mit sehr unterschiedlichen Aufgaben. „Bislang hatten Wissenschaftler zwar eine Vorstellung davon, welche Proteine im Mund vorkommen. Aber es gab kein komplettes Bild davon, wo diese herkommen. Wir wollen diese Lücke schließen“, sagt Gokcumen.  Er konnte mit seinem Team nun zeigen, wo diese Proteine jeweils gebildet werden. Dazu schauten sie sich genauer an, welche Gene in den Zellen der Drüsen besonders aktiv sind.

Daraus konnten sie schließen, welche Proteine dort stark gebildet werden. So produzieren Ohr- und Unterkieferspeicheldrüse in großer Menge Speichelamylasen, die bei der Zersetzung von Stärke helfen. Zudem weisen die Ergebnisse der Forscher darauf hin, dass nicht alle Proteine in der Spucke aus den Speicheldrüsen kommen, sondern beispielsweise auch aus Blutplasma stammen könnten.

Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse den Weg für neue medizinische Untersuchungsmöglichkeiten ebnen. So sei es schon lange ein Wunsch von Medizinern, aufgrund der Zusammensetzung des Speichels auf körperliche Funktionen und Krankheiten zu schließen.