Angelina Jolie, 45, ist im März diesen Jahres zur Patin des „Women For Bees“-Programmes der Unesco ernannt wurden. Das haben vielleicht nicht alle mitbekommen, weshalb wir es an dieser Stelle noch einmal erwähnen. Die Schauspielerin betreut damit ein ambitioniertes Projekt, bei dem „die Rolle der Frau und der Schutz der biologischen Vielfalt“ gestärkt werden soll. Es um die weltweite Förderung von Imkerinnen. Ziel ist also die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen – durch Bienen und Honig.

Jolie: „Ich durfte drei Tag lang vorher nicht duschen.“

Das ist der Hintergrund für ein aufwendigeres Fotoshooting, bei dem Jolie für das Magazin National Geographic einige Strapazen und Risiken auf sich genommen hat. Sie durfte sich 18 Minuten lang nicht bewegen, um sicher zu gehen, dass sie nicht gestochen wird. Denn zur Feier des „World Bee Day“ am 20. Mai ließ die Oscargewinnerin etliche Bienen sehr nah an sich heran: Sie krochen über ihren ganzen Körper bis zu den intimsten Stellen, während Starfotograf und Hobbyimker Dan Winters knipste.

Jolie hatte vorm Posieren vor der Kamera besondere Sicherheitsauflagen bekommen und verriet dem Magazin: „Ich durfte drei Tag lang vorher nicht duschen, um die Bienen nicht mit dem Geruch von Shampoo oder Parfum zu verwirren. Dann habe ich eine Art Pfropfen für meine Nasenlöcher und Ohren bekommen, damit sie nicht so viele Löcher zum Reinkriechen haben.“ Nachdem das Make-up geruchsfrei angelegt wurde, musste sie sich mit einem natürlichen Duftstoff (Pheromon) einreiben.

Jolie: „Wenn du willst, dass sich was ändert, finde ein Frau“

Das lange Stillhalten war für Jolie das Schwierigste, weil „das nicht meine Art ist!“. Zumal sich ein aufdringliches Insekt unter ihr Kleid verirrt hatte und dort zwischen ihre Schenkeln auf Entdeckungsreise ging: „Erst fühlte ich sie auf meinem Knie, dann meinen Oberschenkel und dann … Ich dachte: ‚Das wäre jetzt die schlimmste Stelle, an der ich gestochen werden kann‘. Zumal die Bienen die ganze Zeit in der Region geblieben ist, bis ich dann meinen Rock heben konnte.“ Schließlich ging aber alles gut.

Und die Mühe diente einem guten Zweck: Jolie wollte auf ihr Frauen- und Bienen-Engagement aufmerksam machen. Bei der Kooperation zwischen der Unesco und dem französischen Kosmetikhersteller Guerlain sollen zwei Millionen US-Dollar zur Ausbildung und Unterstützung von 50 Imkerinnen in 25 ausgewiesenen Biosphärenreservaten auf der ganzen Welt verwendet werden. Die Frauen sollen die Gründungsmitglieder eines sich stetig erweiternden internationalen Netzwerks von Imkerinnen werden.

In den Worten Jolies: „Wenn Frauen Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben, besteht ihr Instinkt darin, andere zu erziehen … Sie unterrichten andere Frauen und andere Männer und ihre Kinder. Wenn Sie wirklich möchten, dass etwas sich zum Besseren verändert, finden Sie eine Frau und helfen ihr, das Problem zu verstehen – sie wird hart arbeiten, um sicherzustellen, dass alle in der Community Bescheid wissen.“ Zu guter Letzt werde die Gemeinschaft gestärkt und der Lebensunterhalt gesichert. 

Und Jolie vergisst auch nicht, auf den enormen wirtschaftlichen Nutzen der Bienen zu verweisen. Als Bestäuber von Agrarpflanzen werde ihr ökonomischer Beitrag global auf weit über 200 Milliarden Euro geschätzt. Das Thema Biene gehe insofern uns alle an: „Ohne Bienen hätten wir nichts zu essen.“