Der Banteng, auch Sunda-Ochse genannt (Bos javanicus), gehört zu den Wildrindern und als solcher zu den bedrohten Tierarten.
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In Thailand wird zurückgemüllt: Nachdem am vergangenen Wochenende zahlreiche Besuch im Khao-Yai-Nationalpark in der Nähe von Bangkok ihren Müll zurückgelassen hatten, ließ Umweltminister Varawut Silpa-archa die Abfälle kurzerhand einpacken und per Post an die Naturverwüster zurückschicken. „Wir haben Ihren Müll in einem Karton eingesammelt und schicken ihn zu Ihnen nach Hause. Das soll Ihnen eine Lehre sein, nie wieder irgendwo Abfälle einfach wegzuwerfen“, hieß es auf dem beiliegenden Zettel. Die Namen und Adressen der Camper waren bei der Parkverwaltung registriert. Sie bekommen neben der Schachtel mit dem eignen Unrat nun auch eine Registrierung bei der örtlichen Polizei wegen Verstoßes gegen das Nationalparkgesetz, wie die Nachrichtenseite „The Thaiger“ berichtete.

Der Khao-Yai-Nationalpark ist eine altehrwürdige Institution, er war der erste Nationalpark in Thailand – eröffnet wurde er am 18. September 1962. Seit dem 14. Juli 2005 steht der „Waldkomplex der Dong-Phaya-Yen-Bergkette mit dem Khao-Yai-Nationalpark“ auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der Unesco. Der Park ist insbesondere ein Refugium für große Säuger, wie den Asiatischen Elefanten und den Indochinesischen Tiger, die in vielen Teilen Südostasiens bereits ausgerottet sind. Auch seltenen Wildrindern bietet der Park noch eine Heimat. So leben in dem Park etwa 150 Gaure (die größte lebende Rinderart) und etwa zehn Exemplare der seltenen Bantengs – letztere, auch Sunda-Ochsen genannt, gehören zu den Wildrindern und als solche zu den bedrohten Tierarten.

Gaur (Bos gaurus) ist der größte lebende Vertreter der Rinder: Die Bullen können eine Kopfrumpflänge von 3,30 Metern, eine Körperhöhe von 2,20 Metern und ein Gewicht von über einer Tonne erreichen.
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Kurzum, der mehr als 2000 Quadratkilometer große Park gilt mit seinen Wasserfällen und der beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt als einer der schönsten des südostasiatischen Landes und ist besonders bei Wanderern beliebt. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Engagement des thailändischen Umweltministers umso besser. Dabei ginge es doch so einfach, wie Varawut Silpa-archa betont, weil es doch ausreichend Mülleimer in dem Gebiet gebe. Was hält die Menschen davon ab, das zu nutzen? „Die Behörden haben den Besuchern alles nur Vorstellbare zur Verfügung gestellt. Sie mussten nur hierherkommen und die wunderschöne Natur genießen … Wir hätten nie gedacht, dass sie so viel Dreck zurücklassen würden.“