Luzern - Bart ist in, Bart ist sexy, Bart ist dreckig: Egal ob Vollbart, Oberlippenbart oder Ziegenbärtchen, alle Bärte haben eine Sache gemeinsam. Sie sind dreckig. Dreckiger sogar als ein Hundefell. Das zeigt eine neue Studie.

Dabei sind es doch die Vierbeiner, die bekanntlich ihre Schnauze gerne an Straßenlaternen oder in die Markierungen fremder Artgenossen stecken. Trotzdem belegt nun eine Studie: In Männerbärten sammeln sich mehr Keime als im Hundefell. Das haben Forscher der Schweizer Privatklinikgruppe Hirslanden herausgefunden.

30 Hunde und 18 Männer untersucht

Sie legten 30 Hunde aus 16 verschiedenen Rassen in den MRT-Scanner. Dabei waren sowohl lang- als auch kurzhaarige Hunde. Als Kontrollgruppe suchten die Forscher 18 Männer mit Bart aus, die im Schnitt 36 Jahre alt waren. Von beiden Versuchsgruppen nahmen sie dann Proben: bei den Hunden nahmen die Forscher Fellproben im Nacken sowie Abstriche der Schnauze. Die Männer der Kontrollgruppe gaben Proben aus den Bärten sowie Mundabstriche ab, die anschließend im Labor bakteriologisch untersucht wurden. Zudem prüften die Forscher auch die Scanner nach den Untersuchungen auf Bakterien.

Das Ergebnis der Studie überrascht nicht nur Hundeliebhaber: Wie sich zeigte, waren die Männerbärte deutlich unhygienischer als der gewöhnliche Hundepelz. So wiesen die Forscher in den Bärten der Männer deutlich mehr Keime nach – mehr als 30 „kolonienbildende Einheiten“ – als im Nackenpelz der Tiere. Dort fanden die Experten bei den Tieren die meisten Keime. Bei sieben Männern wiesen die Forscher außerdem den Menschen krankmachende Erreger nach, aber nur bei vier Hunden.

Deutlich weniger Keime in den Maulabstrichen der Hunde

Bei den Mund- und Maulabstrichen kamen die Forscher zu einem ähnlichen Ergebnis. 17 der 18 Männer hatten eine hohe Keimzahl im Mund, aber nur 12 von 30 Hunden. Laut Studienleiter Andreas Gutzeit gehe es ihm aber nicht darum, Bart-Träger als unhygienisch abzustempeln.

Die Idee zu der Erhebung kam den Medizinern als im Vorjahr bekannt wurde, dass in der Privatpklinik nach Praxisschluss Hunde in den MRT-Scannern untersucht werden. Denn auch der treuste Freund des Menschen wird mal krank und muss in den MRT-Scanner. Doch nur wenige Tierärzte haben ein solches Gerät. Die Schweizer Stiftung Patientenschutz hatte kritisiert, dass die Hunde in die gleiche Röhre gesteckt werden wie die Menschen. 

Vierbeiner im MRT können Hygiene sogar verbessern

Laut Gutzeit belege die Studie sehr gut, wie wichtig es sei, klare Hygienestandards zu definieren und anzuwenden. Auch die „Ärztezeitung“ argumentiert, es könne die Hygiene für den Menschen durchaus verbessern, wenn ab und zu ein Hund auf dem MRT-Tisch liegen würde – weil danach das Gerät gründlicher sterilisiert werde. So wurden die Scanner nach den Hundeuntersuchungen gründlicher desinfiziert. Anschließend waren keine Keime mehr nachweisbar, nach Untersuchungen an Menschen hingegen schon.

Frühere Studie lässt Bartträger ebenfalls nicht gut dastehen

Die Untersuchung ist nicht die erste, die Bartträger nicht gut dastehen lässt. Bereits im letzten Jahr sorgte eine Studie der Manchester Metropolitan University für Schlagzeilen, die zu dem Ergebnis kam, dass in jeden zweiten Bart Darmbakterien nachweisbar waren.

Hunde dagegen, schneiden auch in anderen Studien prima ab. So belegt eine im Dezember 2018 veröffentlichte Studie, dass Frauen besser schlafen, wenn ein Hund neben ihnen liegt. Die befragten Testpersonen sollten den Schlafpartner nennen, der ihren Schlaf „am wenigsten störe“: Mensch, Hund, Katze. Die Nähe zum Hund wurde als „am wenigsten den Schlaf störend“ empfunden. Außerdem assoziierten die befragten Frauen mit der Anwesenheit ihres Hundes positive Emotionen, sie schliefen erholsamer und fühlten sich sicherer. (sar)