Berlin - Vegane Ernährung – also der komplette Verzicht auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs – könnte einer kleinen Studie zufolge negative Folgen für die Knochengesundheit haben. Darauf wiesen bestimmte Biomarker sowie Ultraschallmessungen hin, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit.

Für die im Fachjournal Nutrients vorgestellte Studie wurde die Knochengesundheit von 72 Männern und Frauen per Ultraschallmessung am Fersenbein bestimmt. Die Hälfte der Teilnehmenden ernährte sich vegan, die andere Hälfte war Mischköstler. Erhoben wurden auch Angaben zu Alter, Rauchstatus, Bildung, Body-Mass-Index, körperliche Aktivität oder Alkoholkonsum. Das Ergebnis: Veganerinnen und Veganer hatten durchschnittlich niedrigere Ultraschallwerte. Das kann laut BfR auf eine geringere Knochengesundheit hindeuten.

Die Forschenden schreiben, dass die Gruppe der Veganer im Vergleich zu Mischköstlern einen tendenziell gesünderen Lebensstil aufgewiesen hat, zum Beispiel eine höhere körperliche Aktivität oder einen niedrigeren BMI. Allerdings seien in der Studie keine relevanten Unterschiede in diesen Lebensstilfaktoren festgestellt worden. 

In der Studie bestimmten die Wissenschaftler um Juliane Menzel vom BfR zudem die Konzentration von zwölf Biomarkern in Blut und Urin, die für die Knochengesundheit wichtig sind. Veganer hatten zwar eine höhere Konzentration an Folsäure und Vitamin K im Blut, das beim Knochenstoffwechsel eine Rolle spielt. Die Aminosäure Lysin oder Kalzium sowie die Vitamine A und B6 etwa lagen allerdings meist in geringeren Konzentrationen vor als bei den Mischköstlern. 

Das könnte bedeuten, dass es bei dieser Gruppe eine geringere Aufnahme von Nährstoffen gibt, die vor allem in tierischen Lebensmitteln vorhanden und relevant für das Skelett sind. „Unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich die vegane Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt“, erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. Auch andere Studien seien auf ähnliche Ergebnisse gekommen, allerdings sei weitere Forschung zur Klärung erforderlich.