Ein gegen gängige Medikamente resistenter Malaria-Erreger breitet sich zunehmend in Südostasien aus. In einigen Regionen Thailands, Kambodschas, Myanmars und Vietnams sei er schon fest etabliert, berichten Wissenschaftler im „New England Journal of Medicine“. Schon zuvor hätten sich solche Resistenzen von der kambodschanisch-thailändischen Grenzregion aus verbreitet.

Übergreifen auf ganz Asien und Afrika verhindern

Die aktuelle Entwicklung gebe Anlass zu großer Sorge, heißt es in einer Mitteilung zur Studie. „Sollte sich die Resistenz von Asien aus nach Afrika ausbreiten, wäre viel des großen Fortschritts bei der Reduzierung von Todesopfern durch Malaria wieder rückgängig gemacht“, wird Jeremy Farrar, Direktor des gemeinnützigen Wellcome Trust, zitiert.

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Kurzfristig könne die Verdopplung der Therapiezeit auf sechs Tage eine Lösung sein, heißt es in der Studie. Insgesamt aber bedürfe es entschiedener Maßnahmen und einer hohen Priorität des Problems, um ein Übergreifen auf ganz Asien und Afrika zu verhindern.

Gefährlicher Erreger nicht mehr empfindlich für gängige Therapie

Die Forscher der britischen Oxford Universität und der Mahidol Universität in Thailand hatten zwischen Mai 2011 und April 2013 mehr als 1200 Patienten aus zehn Ländern Asiens und Afrikas in ihre Analyse einbezogen. Demnach ist der Erreger Plasmodium falciparum, der die gefährliche Malaria tropica verursacht, in Südostasien vielfach nicht mehr empfindlich für die gängige Artemisinin-Kombitherapie (ACT).

600 000 Menschen pro Jahr sterben an Malaria
In den drei berücksichtigten afrikanischen Ländern - Kenia, Nigeria und Demokratische Republik Kongo - wurden keine solchen Resistenzen gefunden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich mehr als 600 000 Menschen an der Tropenkrankheit. Rund 90 Prozent davon sind Kinder unter fünf Jahren in Afrika. (dpa)