Das Berglöwen-Baby „Captain Cal“ wurde mit versengten Schnurrhaaren und verbrannten Pfoten eingeliefert.
Foto: Oakland Zoo/dpa

Berlin/OaklandIn Kalifornien brennen seit Wochen riesige Waldgebiete. Insgesamt 8.500 Feuer hat es seit Jahresanfang im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat gegeben, 21 davon lodern noch immer. Inzwischen sind mehr als 16.000 Quadratkilometer Wald und Buschland abgebrannt, ein Zustand, unter dem auch die Tierwelt leidet. Ein Berglöwen-Baby aber hat die Flammen überlebt und wird damit zu einer Symbolfigur der Naturkatastrophe. 

„Captain Cal“ haben seine Retter den kleinen Puma getauft, sie mussten seine Pfoten bandagieren, die Schnurrhaare der Raubkatze sind abgebrannt, das Fell an mehreren Stellen versengt. Doch das verwaiste Tier hatte im sogenannten Zogg-Feuer im Norden Kaliforniens noch Glück im Unglück: Ein Feuerwehrmann entdeckte das wenige Wochen alte, schwer verletzte Tierbaby, das nun im Zoo von Oakland aufgepäppelt wird. Die Mitarbeiter dort halten die Öffentlichkeit auf ihrer Homepage über Cals Genesungsprozess auf dem Laufenden.

Im Zoo von Oakland kann sich das Pumababy erholen.

Video: YouTube

„Ich dachte nicht, dass es überleben würde“, sagte die Veterinärin Alex Herman der Deutschen Presse-Agentur. „Es hatte schwere Verbrennungen an allen vier Pfoten, Verletzungen am ganzen Körper, es war dehydriert und kurz davor zu verhungern.“ Anfang Oktober brachte das Tier nur 1,7 Kilogramm auf die Waage, aber nach drei Operationen und täglichen Verbandswechseln unter Betäubung gibt es nun Hoffnung. „Der Kleine hat einen Riesenappetit“, berichtete die Tierärztin.

Wie man sich in mehreren Videoclips überzeugen kann, ist „Captain Cal“ schon wieder recht agil unterwegs, erkundet die Umgebung und beschnuppert durch ein Gitter seine Nachbarinnen, die beiden Puma-Schwestern „Pink Nose“ und „Black Nose“, die ebenfalls bei dem Brand gerettet wurden. 

Neben den Berglöwen sind auch viele andere Wildtiere wie Rehe, Füchse und Bären von den Waldbränden betroffen. Für „Captain Cal“ und die verwaisten Puma-Schwestern gibt es keinen Weg zurück in die Wildnis. Gewöhnlich wachsen die Tiere zwei Jahre lang in der Obhut ihre Mutter auf und werden dabei zu Jägern erzogen. „Wir arbeiten an einem Auswilderungsprogramm für Puma-Babys, aber sind noch nicht so weit“, sagt Alex Herman. „In der freien Wildbahn hätten sie keine Chance.“