Mit Nasen ist nicht zu spaßen. 
Foto:  Imago Images 

BerlinEine akute Entzündung der Nasennebenhöhlen, Sinusitis genannt, hat wohl fast jeder Erwachsene schon mal gehabt. Sie entwickelt sich meist infolge eines Schnupfens und macht sich durch ein unangenehmes Druckgefühl bemerkbar. Oft sind auch Geruchs- und Geschmackssinn eingeschränkt. Das liegt daran, dass das Sekret der Nasennebenhöhlen nicht ablaufen kann und die Schleimhaut in diesen Schädel-Hohlräumen neben und direkt über der Nase entzündet ist. Das Ganze ist lästig, in der Regel aber mithilfe von abschwellendem Nasenspray oder auch, wenn erforderlich, mithilfe von Antibiotika bald überstanden.

Gut jeder Zehnte hierzulande wird das Problem jedoch nicht so leicht los und leidet unter einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut. Bei vier Prozent der Bevölkerung ist es noch ernster: Sie haben Nasenpolypen, also Wucherungen der Nasenschleimhaut, die in den Nebenhöhlen entstehen und von dort in die Haupthöhle der Nase hineinwachsen. Die tropfenförmigen Gebilde können einen Durchmesser von wenigen Millimetern haben oder von mehreren Zentimetern – und dann verstopfen sie die Nasenhöhle vollständig. Die Folgen: Die Nasenatmung funktioniert nicht mehr, Geruchs- und Geschmackssinn sind beeinträchtigt. Rachen, Kehlkopf und Bronchien sind gereizt oder entzündet, weil die Betroffenen vor allem durch den Mund atmen.

Um ein Drittel geschrumpft

„Nasenpolypen und damit verbundene chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen sind ernstzunehmende Erkrankungen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können“, sagt Heidi Olze, Direktorin der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Charité Berlin. Zur Behandlung der Fälle, die auf das herkömmliche Therapieschema nicht ansprechen, steht HNO-Ärzten nun ein neuer Wirkstoff zur Verfügung: Dupilumab, ein therapeutischer Antikörper, der gezielt diejenigen Botenstoffe wegfängt, die die chronische Entzündung in den Nasennebenhöhlen in Gang halten.

Den Wirkstoff, der unter dem Handelsnamen Dupixent vom Pharmakonzern Sanofi hergestellt wird, hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA vor kurzem für die Behandlung der chronischen Sinusitis mit Nasenpolypen zugelassen. In den USA erfolgte dieser Schritt der dort zuständigen Behörde FDA bereits Ende Juni. In einer internationalen Studie, die kürzlich im Fachmagazin Lancet veröffentlicht wurde, hat der neue Wirkstoff bewiesen, dass er den Betroffenen deutliche Linderung bringt. Die Probanden waren Patienten mit schweren Formen von Nasenpolypen.

Placebogruppe deutlich schlechter

Eine Studiengruppe – 276 Patienten – erhielt über einen Zeitraum von 24 Wochen entweder Dupilumab oder einen Scheinwirkstoff (Placebo). Eine zweite Gruppe mit 448 Patienten wurde 52 Wochen lang entweder mit dem Wirkstoff oder mit Placebo behandelt. Alle Teilnehmer nahmen ein Cortisonnasenspray. Die Auswertung zeigte: Mit Dupilumab verbesserte sich nach 24 Wochen der Snot-Score, eine Maßzahl für die krankheitsbezogene Lebensqualität der Patienten, von im Schnitt 48 auf 18 Punkte.

In der Placebogruppe hingegen sank der Score, der von 0 (bester Wert) bis 110 (schlechtester Wert) reicht, lediglich von 51 auf 40 Punkte. „Die krankheitsbezogene Lebensqualität der Patienten hat sich mit Dupilumab also durchschnittlich um etwa 50 Prozent verbessert“, erläutert Adam Chaker vom Helmholtz-Zentrum München, der in der HNO-Fachgesellschaft die Arbeitsgruppe Allergien und klinische Immunologie leitet und an der Technischen Universität München zu dem Thema forscht. Auch die Polypen seien mit der Arznei geschrumpft – und zwar im Schnitt um ein Drittel. In der Placebogruppe hingegen blieben sie gleich groß. „Das Riechvermögen besserte sich mit Dupilumab ebenfalls deutlich“, sagt Chaker.

Ähnlich klar habe sich die Wirkung in der Studiengruppe gezeigt, die 52 Wochen behandelt wurde. Für HNO-Experten ist damit der Nutzen des Wirkstoffs glaubwürdig dargelegt. Und auch die Europäische Arzneimittelbehörde fand die Ergebnisse überzeugend und hat Dupilumab nun auch in Europa für schwere Nasenpolypen zugelassen.  

Neuer Wirkstoff hilfreich

„Nasenpolypen und damit verbundene chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen sind ernstzunehmende Erkrankungen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können“, sagt Heidi Olze, Direktorin der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Charité Berlin. Zur Behandlung der Fälle, die auf das herkömmliche Therapieschema nicht ansprechen, steht HNO-Ärzten nun ein neuer Wirkstoff zur Verfügung: Dupilumab, ein therapeutischer Antikörper, der gezielt diejenigen Botenstoffe wegfängt, die die chronische Entzündung in den Nasennebenhöhlen in Gang halten. Den Wirkstoff, der unter dem Handelsnamen Dupixent vom Pharmakonzern Sanofi hergestellt wird, hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA vor kurzem für die Behandlung der chronischen Sinusitis mit Nasenpolypen zugelassen.

In den USA erfolgte dieser Schritt der dort zuständigen Behörde FDA bereits Ende Juni. In einer internationalen Studie, die kürzlich im Fachmagazin Lancet veröffentlicht wurde, hat der neue Wirkstoff bewiesen, dass er den Betroffenen deutliche Linderung bringt. Die Probanden waren Patienten mit schweren Formen von Nasenpolypen. Eine Studiengruppe – 276 Patienten – erhielt über einen Zeitraum von 24 Wochen entweder Dupilumab oder einen Scheinwirkstoff (Placebo).

Polypen in der Grafik
Grafik: BLZ

Asthma und Osteoporose

Eine zweite Gruppe mit 448 Patienten wurde 52 Wochen lang entweder mit dem Wirkstoff oder mit Placebo behandelt. Alle Teilnehmer nahmen ein Cortisonnasenspray. Die Auswertung zeigte: Mit Dupilumab verbesserte sich nach 24 Wochen der Snot-Score, eine Maßzahl für die krankheitsbezogene Lebensqualität der Patienten, von im Schnitt 48 auf 18 Punkte. In der Placebogruppe hingegen sank der Score, der von 0 (bester Wert) bis 110 (schlechtester Wert) reicht, lediglich von 51 auf 40 Punkte. „Die krankheitsbezogene Lebensqualität der Patienten hat sich mit Dupilumab also durchschnittlich um etwa 50 Prozent verbessert“, erläutert Adam Chaker vom Helmholtz-Zentrum München, der in der HNO-Fachgesellschaft die Arbeitsgruppe Allergien und klinische Immunologie leitet und an der Technischen Universität München zu dem Thema forscht.

Auch die Polypen seien mit der Arznei geschrumpft – und zwar im Schnitt um ein Drittel. In der Placebogruppe hingegen blieben sie gleich groß. „Das Riechvermögen besserte sich mit Dupilumab ebenfalls deutlich“, sagt Chaker. Ähnlich klar habe sich die Wirkung in der Studiengruppe gezeigt, die 52 Wochen behandelt wurde. Für HNO-Experten ist damit der Nutzen des Wirkstoffs glaubwürdig dargelegt. Und auch die Europäische Arzneimittelbehörde fand die Ergebnisse überzeugend und hat Dupilumab nun auch in Europa für schwere Nasenpolypen zugelassen.  

Spezialsprechstunde an der Charité

Für wen? Patienten, die unter hartnäckigen Nasenpolypen (schwere Polyposis) leiden, können sich an die rhinologisch-allergologische Sprechstunde der Charité wenden. Für diese Spezialsprechstunde arbeitet die HNO-Klinik eng mit dem Comprehensive Allergy Center der Charité zusammen. Die Ärzte beraten über aktuelle Therapien und loten aus, ob ein Patient für eine aktuelle Studie infrage kommt.

Kontakt: Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik- und Lehrsekretariat, Tel. 030/ 450 555072, E-Mail: andrea.breunig@charite.de