New Orleans, USA: Per „Kranichanzug“ am Arm wird ein Küken im Audubon Nature Institute gefüttert. 
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New Orleans/BerlinSchreikraniche sind rare und bedrohte Schönheiten – weltweit zählen sie zu den seltensten Vögeln überhaupt und sind mit Abstand die seltenste Kranichart. Nie gab es mehr als 10.000 Exemplare, aber inzwischen steht Grus americana vor dem Aussterben: Nur wenige Hundert ausgewachsene Tiere gibt es in Nordamerika noch in freier Wildbahn. 

Umso mehr Bedeutung kommt dem Artenschutz und der Überwachung der Population zu. Auch Zoos spielen eine wichtige Rolle, in diesem Fall zum Beispiel die Einrichtung des Audubon Nature Institute in New Orleans. Hier kann man einige Schreikraniche sehen – und auch die Nachzucht ist in Louisiana bereits gelungen.

Festzuhalten bleibt: Ohne die Nachzuchten in Menschenobhut gäbe es wahrscheinlich keine Schreikraniche mehr. Und bei der Aufzucht versucht man, Fehler zu vermeiden, die sonst gern gemacht werden. Zu viel Prägung auf den Menschen hin zum Beispiel. 

Und so werden die Küken nicht bekuschelt und gezähmt, schließlich sollen sie, wenn sie groß sind, sich selbst versorgen und irgendwann auch wieder selbst in freier Wildbahn brüten können. Futter braucht es freilich trotzdem – und da behelfen sich die Pfleger in New Orleans mit einem tollen Trick: Sie schlüpfen in Kranichkostüme oder stülpen sich einen Kranichanzug über den Arm. Zum Schreien!