Die Eisbären Victoria (r.) und Kap im Außengehege in Hagenbecks Tierpark. 
Foto: dpa/Georg Wendt

Hamburg/BerlinVon Liebe auf den ersten Blick kann schon mal keine Rede sein: Im Hamburger Tierpark Hagenbeck sind Eisbärendame Victoria und Neuankömmling Kap vor ein paar Tagen das erste Mal im Außengehege aufeinandergetroffen. Damit die Annäherung leichter fällt, gaben die Reviertierpfleger alles. Eisbomben, Crushed Ice und Lachsöl wurden aufgefahren, um die beiden Bären bei ihrem ersten Draußen-Date zusammenzuführen.

Doch der erste gemeinsame Ausflug verlief anders als gedacht. Die 17-jährige Victoria positionierte sich klar als Chefin der Anlage und verhielt sich dem 19 Jahre alten Kap gegenüber äußerst dominant. Erste Annäherungsversuche ignorierte die selbstbewusste Eisbärin – dabei hatte das 450 Kilogramm schwere Männchen tolle Geschütze aufgefahren und versucht, das Weibchen mit Wasserspritzen zu beeindrucken. Aber so einfach läuft das nicht: Der nette, aber zurückhaltende Bär wird noch Geduld haben und sich die Anerkennung erkämpfen müssen. Immerhin toleriert Victoria ihn aber schon auf der Anlage, ein Anfang ist also gemacht.

Kap kam Anfang Juni auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) aus dem Zoo Karlsruhe nach Hamburg. Nach seiner Ankunft lernte der stattliche Eisbärenmann mit den auffällig großen Pranken seine neue Gefährtin im Innengehege kennen, das Außengehege erkundete Kap zunächst allein. 

Auf Kap und Victoria ruhen große Hoffnungen: Seit vielen Jahren wartet man im Tierpark Hagenbeck vergeblich auf Eisbärennachwuchs. Kaps Vorgänger stellte sich als zeugungsunfähig heraus. Auch eine künstliche Befruchtung blieb erfolglos.

Nun ist bis zum kommenden Frühjahr Zeit für weitere Annäherungen, dann kommt Victoria in Hitze. Wenn alles gut geht, kommen Ende des Jahres 2021 oder Anfang 2022 dann Eisbärenjungtiere zur Welt. Pranken drücken!