Eine Ente führt ihre Küken in der Düsseldorfer Innenstadt zu einem Spaziergang aus.
Foto: dpa/Federico Gambarini

Keine Frage, das ist niedlich: eine Ente mit ihren Küken hintendran. Dieses Bild erreicht uns aus dem schönen Düsseldorf, genauer gesagt, aus der Innenstadt der Modemetropole am Rhein, die mit 645.923 Einwohnern nach Köln die zweitgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen ist. Wir erwähnen das, weil somit gleich deutlich wird, dass unsere Entenfamilie möglicherweise nicht ganz ohne Grund, also ohne Not in eine dichtbesiedelte Menschengegend eindringt, in eine lärmige, hektische Fußgängerzone zumal. 

Denn eigentlich brüten die Vögel im Schilf oder anderem gewässernahen Dickicht. Die zunehmende Bebauung der Ufer jedoch, auch der Verlust von Schilfgürteln und Störungen durch freilaufende Hunde machen ruhige Nistplätze zu einem immer selteneren Gut. Deshalb ziehen die Enten in die Innenstädte, um auf vermeintlich sicheren Flachdächern, Balkonen, Terrassen, Dachgärten oder in kleinen Nischen ihre Küken auszubrüten.

Das ist übrigens auch in Berlin so. Hier kümmert sich der Naturschutzbund um die Vögel. Denn ungefährlich ist ihr innerstädtisches Treiben nicht: Sind die Eier ausgebrütet, werden die Küken instinktiv von ihrer Mutter spätestens 48 Stunden nach dem Schlüpfen an das nächstgelegene Gewässer geführt. Der Nachwuchs kann dann bereits schwimmen, allerdings noch nicht fliegen! Wie soll das Küken heil vom Dach kommen?

Ohne menschliche Hilfe erweisen sich die bis dahin sicheren, da hochgelegenen Nester als tödliche Fallen: Die Jungtiere würden, wenn sie kurz nach dem Schlupf ihrer Mutter folgen, häufig in den sicheren Tod stürzen. Die andere Variante wäre nicht besser: Die Küken würden zurückbleiben und ohne die Obhut der Mutter elend verhungern. Dagegen hilft nur: Einsammeln.