Königlich, erhaben: Schwanenfamilie in Irland.
Foto: dpa/NiallCarson

BerlinDas muss sein: Kitsch bis zum Anschlag. Unser Foto zeigt in postkartenidyllischer Schönheit ein Schwanenpaar mit seinem Nachwuchs. Aufgenommen wurde es auf dem Grand Canal in Höhe der irischen Stadt Athy – ein beschaulicher Flecken mit einer tollen Burg, dem White’s Castle. Schön. Aber: Wussten Sie, dass im Unterschied zu Deutschland in Irland kein Schwan getötet werden darf und also ein strafbares Vergehen ist?

Das hat vielleicht auch mit der in Irland populären Legende „Die Geschichte der Kinder Lirs“ zu tun. Sie handelt von vier Geschwistern, die eine böse Stiefmutter (Aoife) dereinst in Schwäne verwandelte, sodann aber, von schweren Gewissensbissen geplagt, mit der Gabe des schönen Gesangs ausstattete. Der Vater (Lir, in der keltischen Mythologie eine Art Meeresgott) besann sich endlich auf seine Fürsorgepflicht und verbot daraufhin die Tötung von Schwänen.

Bleibt nur noch die Frage, warum Schwäne immer so schönen singen können sollen. Wir möchten da keinem zu nahe treten und bewundern auch das umfangreiche Stimmrepertoire von Schwänen. Aber Höckerschwäne, um bei den Tieren auf unserem Bild zu bleiben, sind in ihren Verlautbarungen nicht wirklich wohltönend zu nennen. Es sind doch eher gurgelnde, schnarrende und pfeifende Geräusche.

Mit dem sprichwörtlichen Schwanengesang werden wir uns allerdings in einer weiteren Kolumne eingehender beschäftigen müssen.