Bauern führten die Kuhherde über einen schmalen Weg auf die Alp.
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Adelboden/BerlinAm Sonnabend gegen 5 Uhr morgens war es endlich so weit: Die erste Kuhherde durfte sich in Adelboden in Bewegung setzen - für den spektakulärsten Alpaufzug der Schweiz, der über 600 Höhenmeter hinauf zur Engstligenalp führt.

Jedes Jahr ist die Aufregung groß bei Mensch und Vieh, wobei in diesem Jahr coronabedingt das Zuschauen ausfiel und die Kühe die Szenerie ganz für sich beanspruchen konnten. Ein ruhiges, ja fast schon besinnliches Bergantraben also, unterbrochen nur von gelegentlichem Muhen, Keuchen und Glockengeläut.

500 Kühe und Kälber waren in diesem Jahr dabei, begleitet von erfahrenen Hirten. Besser ist das: Die Tiere kennen zwar den schmalen, steinigen Weg hinauf auf die größte Hochebene der westlichen Schweizer Alpen, sie wissen um jede Stufe und Kurve. Aber es geht zeitweise doch recht steil hinunter, da schaut der Bauer besser zweimal hin. Schließlich ist die Vorfreude beim Rindvieh groß und der Appetit auf das große Wiesen-, Weiden- und Kräuterbuffet des Alpsommers riesig.

Aber es ging alles gut, niemand stürzte hinab und die Tiere bewältigten die Strecke in sportlichen 90 Minuten. Oben angekommen gab's dann die ersten Alpenkräuter. Verdient!