Berlin - Der Corona-Impfstoff der US-Firma Novavax wird voraussichtlich Anfang Februar in Deutschland verfügbar sein. Lieferpläne liegen dem Bundesgesundheitsministerium allerdings noch nicht vor, wie ein Sprecher am Donnerstag auf Nachfrage der Berliner Zeitung mitteilte: „Deutschland hat sich vertraglich vorerst vier Millionen Dosen des Novavax-Impfstoffes gesichert.“ Arztpraxen können das Präparat nach Bedarf bestellen, so der Sprecher weiter. „Konkretere Angaben sind derzeit aber noch nicht möglich.“

Auf Novavax setzen hierzulande viele Menschen ihre Hoffnung, die den derzeit verfügbaren Impfstoffen kritisch gegenüberstehen. Diese sind nach der mRNA-Technologie (Biontech und Moderna) oder dem Vektor-Prinzip (Astrazeneca und Johnson&Johnson) aufgebaut. Der sogenannte Totimpfstoff funktioniert auf Basis von Proteinen und enthält winzige Partikel; im Labor hergestellt, imitieren sie das Spike-Protein von Sars-Cov-2. Sie sollen im Körper eine Immunantwort auslösen.

Novavax-Impfstoff empfiehlt sich für Auffrischung

Der Novavax-Impfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von etwa drei Wochen verabreicht. Seine Wirksamkeit beträgt 90 Prozent. Wegen zusätzlicher Qualitätsauflagen hatte sich die Zulassung in Europa verzögert, daher liegen noch keine belastbaren Daten über den Schutz vor der Virus-Variante Omikron von. Die bisherigen Studien bezogen sich auf die Mutationen Alpha, Beta und Delta. Doch das US-Unternehmen selbst schreibt, dass eine dritte Injektion nach sechs Monaten zu Antikörperreaktionen geführt habe, die „ermutigend für den Schutz vor neuen Varianten“ seien. Eine Studie, die im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde, ließ das Präparat insbesondere als Booster geeignet erscheinen. Die Wirkung sei nur unmaßgeblich schwächer als bei Biontech und Moderna, hieß es dort. Deshalb könnte das Novavax-Vakzin auch eine Option für geimpfte Menschen sein, die auf die mRNA-Wirkstoffe mit starken Nebenwirkungen reagieren.

Weniger gut schneidet ein anderer Impfstoff auf Proteinbasis ab: Die chinesische Entwicklung Coronavac schützt zwar gut vor einer Ansteckung mit den Virus-Varianten Alpha bis Delta, ist allerdings weniger wirksam gegen Omikron. In einer Studie der Universität Hongkong zeigte sich, dass keiner der mit Coronavac geimpften Studienteilnehmer Antikörper gegen die zunehmend vorherrschende Mutation hatte. Nicht einmal eine Auffrischung erhöhte den Schutz. Experten zufolge muss jedoch gerade bei Omikron der Anteil an Antikörpern für eine effektive Abwehr des Virus besonders hoch sein.