Gemeinsam überstandene Stressphasen, Kaffee-Pausen und Lästereien über den Chef schweißen zusammen: Jeder zweite deutsche Arbeitnehmer hat im Job einen Freund fürs Leben gefunden, jeder Zehnte führt sogar eine eheähnliche Arbeitsbeziehung. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Karriere-Netzwerks Xing, für die im August 1000 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Die Hälfte der Befragten gab an, bei der Arbeit einen oder mehrere Freunde fürs Leben gefunden zu haben. Noch höher war die Quote unter den Singles und den weiblichen Befragten mit je knapp 60 Prozent. Ein gemeinsames Feierabendbier trinken hingegen vor allem die jüngeren Arbeitnehmer: Bei den 18- bis 29-Jährigen verbringt mehr als die Hälfte auch nach Feierabend regelmäßig Zeit mit den Kollegen, bei den 30- bis 39-Jährigen immerhin noch 40 Prozent.

Kontaktfreudige Medienmenschen, Arbeits-Ehen in der Finanzbranche

Die Älteren treffen sich hingegen oft nur bei Geburtstagsfeiern und Firmenevents mit ihren Kollegen. Dafür führen sie jedoch häufiger eine „Arbeits-Ehe“: 13 Prozent waren es unter den Über-50-Jährigen, zehn Prozent unter allen Befragten. Das Konzept bezeichnet eine ausschließlich platonische, eheähnliche Beziehung zu einem engen Kollegen.

Nicht so überraschend ist der Blick auf die einzelnen Branchen: Besonders kontaktfreudig sind diejenigen, die in der Kommunikation und der Medienbranche arbeiten. Einen „Arbeits-Ehemann“ oder eine „Arbeits-Ehefrau“ haben dagegen vor allem Angestellte aus der Finanz- und Versicherungsbranche. (dmn)