12.000 Schritte am Tag können das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.
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BerlinWer mehr geht, lebt gesünder. Das belegt eine Studie, der zufolge eine höhere tägliche Schrittzahl mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden ist. Insbesondere bei Menschen, die 12.000 Schritte und mehr am Tag machten, sei die Mortalität und hier insbesondere die in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich gesenkt, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Jama. Unerheblich sei dabei die Intensität der Schritte.

„10.000 Schritte am Tag halten gesund“ – so lautete vor vielen Jahren das Werbeversprechen eines japanischen Schrittzähler-Herstellers. Auch ohne wissenschaftlichen Beleg folgten viele Menschen der Empfehlung mithilfe von Fitnesstrackern und Smartwatches.

Wie viele Schritte aber optimal für die Gesundheit sind, ist umstritten: So ergaben spätere Studien Werte von 4500 bis 18.000. Das Team um den Mediziner Pedro Saint-Maurice vom National Cancer Institute der USA wertete für seine Studie Daten einer repräsentativen Erhebung aus, die den Gesundheitsstatus und den Lebensstil von US-Amerikanern erfasst.

Bewegungssensoren für Über-40-Jährige

Der Fokus lag auf 4840 Über-40-Jährigen, die zwischen 2003 und 2006 für bis zu sieben Tage einen Bewegungssensor trugen. Im Durchschnitt machten diese pro Tag 9 124 Schritte. Aus einer Folgeerhebung im Jahr 2015 wussten die Forscher, dass gut 1100 Teilnehmer jener Studiengruppe in der Zwischenzeit verstorben waren, die meisten von ihnen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Die Forscher errechneten aus diesen Informationen das Sterberisiko.

Das kurz gefasste Ergebnis: Von 8000 bis 12.000 Schritten war das Sterberisiko deutlich verringert, noch gesünder waren diejenigen geblieben, die mehr als 12.000 Schritte am Tag gemacht hatten.

Genauer gesagt lag für diejenigen, die jeden Tag weniger als 4000 Schritte machten, die Mortalität bei 76,7 pro 1000 Personenjahre. Mit Personenjahren wird die Summe der individuellen Jahre beschrieben, die alle an einer Studie teilnehmenden Personen insgesamt unter Beobachtung standen - derartige Werte drücken Trends und Risikobewertungen aus.

Sterberisiko untersucht

Und ein solcher Trend wird deutlich beim Vergleich der sich eher weniger bewegenden Teilnehmer mit denen, die mehr Schritte machten: Denn bei denjenigen, die täglich zwischen 4000 und 7999 Schritte gingen, lag das Sterberisiko bei 21,4 pro 1 000 Personenjahren. Bei zwischen 8000 und 11.999 Schritten betrug dieser Wert nur noch 6,9 und für alle, die mehr als 12.000 Schritte taten, schließlich 4,8.

Keinen Einfluss auf die Mortalität hatte indes die Intensität der Schritte, wenn sie an deren Gesamtzahl pro Tag angepasst wurde - ein Ergebnis, das eine Untersuchung der Harvard Medical School im vergangenen Jahr schon für ältere Frauen festgestellt hatte.

Die Tendenzen der Studie finden sich insbesondere bei einem Vergleich der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den verschiedenen Schrittgruppen wieder, was nicht überrascht. Denn dass mehr Bewegung das Risiko für derartige Krankheiten gerade im Alter verringert, wurde bereits durch zahlreiche Untersuchungen belegt und wird folglich von unterschiedlichen medizinischen Fachgesellschaften wie auch dem Bundesgesundheitsministerium empfohlen. Erst kürzlich hatte die American Heart Association vermeldet, dass täglich mehr Schritte das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck senken. (dpa/fwt)