Regenwald in Malaysia.
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GenfBei der 2011 ins Leben gerufenen „Bonn Challenge“ zur Wiederherstellung von Wäldern und waldreichen Landschaften machen inzwischen 61 Länder sowie acht Regionen in Brasilien, Mexiko und Pakistan mit. Wenn alle ihre Versprechungen einhalten, würden 210 Millionen Hektar Waldgebiete wiederhergestellt, berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN), die das Programm zusammen mit der Bundesregierung aufgelegt hat, am Mittwoch in Gland bei Genf. Das entspräche etwa der Gesamtfläche Grönlands. Damit könnten nach Angaben der IUCN bis zu 15 Milliarden Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid aus der Atmosphäre ferngehalten werden.

Ziel der „Bonn Challenge“ war, bis 2020 insgesamt 150 Millionen Hektar und bis 2030 mindestens 350 Millionen Hektar degradierter und entwaldeter Landfläche wiederaufzubauen. Wegen der Corona-Pandemie konnte die IUCN nicht erheben, ob das Ziel für 2020 erreicht wird. Das soll nächstes Jahr nachgeholt werden.

Die Wälder befinden sich überwiegend in Lateinamerika, Asien und Afrika. Die Finanzierung kommt zu großen Teilen aus Industrieländern. Unter anderem hilft die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beim Wiederaufbau von Waldlandschaften in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik.

In einem neuen Bericht stellt die IUCN Projekte in Ruanda und Guatemala vor. Die Wiederherstellung sei gerade auch in Zeiten der Corona-Krise eine Chance, Arbeitsplätze zu schaffen, heißt es darin. Zwischen 2011 und 2018 seien in fünf Ländern, in denen „Bonn Challenge“-Programme laufen, 354.000 Arbeitsplätze geschaffen worden. Jeder Dollar, der in die Wiederherstellung investiert werde, bringe das Neunfache zurück, etwa weil gesunde Wälder nachhaltige Rohstoffe lieferten.