Citrus CountyMenschliche Abgründe, politischer Irrsinn: Unbekannte haben in Florida einer Seekuh den Nachnamen des scheidenden US-Präsidenten in die Haut geritzt – in breiten Striemen erstreckt sich jetzt „TRUMP“ über den Rücken des Tieres. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, den Täter erwarte eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 50.000 Dollar (rund 41.000 Euro), sagte der Ermittler Craig Cavanna gegenüber der Lokalzeitung Citrus County Chronicle.

Der Vorfall ereignete sich in einem Naturschutzgebiet, weite Teile des an der Westküste Floridas gelegenen Citrus County gehören zum Crystal River National Wildlife Refuge. Eben hier sind die Rundschwanzseekühe – sie gehören zur Art der Karibik-Manati (Trichechus manatus) – eigentlich vor Schiffen, Tauchern und Schwimmern geschützt. Citrus County ist ein Eldorado dieser gemächlich im Wasser sich fortbewegenden, für den Menschen ungefährlichen Pflanzenfresser.

Die verletzte Seekuh war am Sonntag im Fluss Homosassa entdeckt worden. Der Citrus County Chronicle veröffentlichte ein Video und Bilder, auf denen die Verletzungen deutlich zu erkennen sind. Wann das Tier verletzt worden ist, ist nicht bekannt. Ein möglicher Hinweis: Gefunden wurde es vier Tage, nachdem Trump-Anhänger das Kapitol in Washington gewaltsam gestürmt hatten – bei dem Angriff auf das Zentralorgan der amerikanischen Demokratie kamen fünf Menschen ums Leben.

Ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen

Florida ist Heimat von rund 7500 Seekühen, die in den relativ warmen Gewässern des Homosassa-Flusses überwintern. Der Fluss ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Im flachen Wasser lassen sich die friedfertigen Seekühe berühren – das macht die mit Elefanten verwandten Säugetiere leicht angreifbar.

Nach Angaben der Kommission für den Schutz von Fischen und wilden Tieren in Florida starben im vergangenen Jahr 637 Seekühe, 90 von ihnen durch Kollisionen mit Booten und 15 infolge anderer menschlicher Eingriffe in die Natur.