Einer der Lagerlöf-Momente: Die Gänse ziehen in den Süden und der kleine Nils schaut gebannt zu.
Foto: Carlsen-Verlag/Melanie Garanin

Berlin - Nils Holgersson reist auf dem Rücken der Gänse über ganz Schweden. Eine wunderbare Reise, auch eine Bildungsreise für Kinder. Die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf schrieb diese Geschichte als landeskundliches Lesebuch für die Schule, sparte aber nicht mit fantastischen Einfällen. Wie die Verwandlung des 14-jährigen Nils in einen Winzling durch einen wütenden Wichtelmann. Oder eben der luftige Ritt auf dem Rücken der Hausgans Martin, die vom großen Freiheitsdrang erfüllt ihren wilden Artgenossen hinterherfliegt. Die altehrwürdige Anführerin der Gänse, Akka von Kebnekaise, die Nils die Rückkehr zu den Eltern und die Rückverwandlung in einen Menschen ermöglicht.

An dieses Kinderbuchglück erinnert Melanie Garanin zu Beginn ihrer autobiografischen Bildergeschichte „Nils“ und lässt dafür auf einer großen, Aquarell-lichten Doppelseite aus der Vogelperspektive einen Schwarm Gänse vorbeiziehen. Unten auf der Wiese steht der kleine Nils, ihr Sohn. Herbst 2014, die Vögel ziehen nach Süden. Nach Rügen, versteht Nils und springt ganz aufgeregt herum. „Stimmt“, antwortet die Mutter, „die fliegen in den Süden. Über Rügen wahrscheinlich.“ „Auf jeden Fall“, weiß der Kleine. „Da müssen wir dich aber gut festhalten, damit die dich nicht mitnehmen wie den kleinen Nils Holgersson in der Geschichte.“ – „Haaaa-ha. Mama. Geht doch gar nicht.“ – „Nein. Geht nicht.“

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