Köln - Wer es macht, wie Mutti es einst predigte, gilt hierzulande als ordentlicher Mensch: Augen aufschlagen, aufstehen, Decke und Kopfkissen ausschütteln und glattstreichen. Dann liegt das Bettzeug schön ordentlich auf dem Bett – den ganzen Tag bis man abends wieder hineinkriecht und sich zur Ruhe legt.

Es soll aber auch eine Menge Menschen geben, die morgens ganz andere Sorgen haben, als ihr Bett adrett zu machen. Die ihre Schlafstätte den Tag über so belassen, wie sie sie verlassen haben: nämlich aufgeschlagen und ein bisschen zerwühlt. Und jetzt kommt heraus: Die liegen damit genau richtig! Studien belegen nämlich, dass diese Menschen gesünder leben. Bitte was?

Milben lieben frische Betten

Forscher fanden heraus, dass ein gemachtes Bett einen besseren Nährboden für Milben bietet, als ein ungemachtes Bett. Die winzigen Spinnentiere, deren Ausscheidungen Allergien oder Asthma auslösen können, verstecken sich in Betten, Kissen und Decken. Die sammeln über Nacht Feuchtigkeit an. Wird die Bettdecke aufgeschüttelt, werden die Milben darunter begraben. Sie sind dann den ganzen Tag im feuchten, dunklen Raum zwischen Decke und Matratze eingeschlossen und ernähren sich von den toten Hautschuppen, die wir im Laufe der Nacht verlieren. Perfekte Lebensbedingungen für die Milben, die sich so weiter vermehren können. 

Experte: Decke aufdecken und trocknen lassen

Martin Wartig vom Verband der Bettenfachgeschäfte erklärt gegenüber dem „Bayerischen Rundfunk“, wie es richtig geht: „Die Decke morgens zurückschlagen und aufgeklappt liegen lassen. Man muss dem Bett die Möglichkeit geben wieder zu trocknen.“ Das heißt im Klartext: Sparen Sie sich das Betten machen und lassen Sie einfach nur Licht und Luft ins Schlafzimmer. Denn dann trocknen Milben aus und sterben. (sar)