Der Corona-Impfstoff von Valneva soll ab dem kommenden Jahr erstmals in der EU zur Verfügung stehen. Die EU-Kommission schloss mit dem französisch-österreichischen Unternehmen nach Angaben vom Mittwoch einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 60 Millionen Impfdosen in den kommenden beiden Jahren. Valneva rechnet eigenen Angaben nach damit, dass die Auslieferung im April 2022 beginnen kann. Voraussetzung sei die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA. Man erwarte, dass die Behörde in Kürze mit dem schnellen Prüfverfahren beginnen werde.

Der Impfstoff von Valneva ist laut EU-Kommission ein Impfstoff mit inaktivierten Viren. Es handle sich „um eine klassische, seit 60 bis 70 Jahren eingesetzte Impfstofftechnologie mit bewährten Verfahren und sehr hoher Sicherheit“.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, das Vakzin könne an neue Corona-Varianten angepasst werden. Thomas Lingelbach, der CEO von Valneva, sagte der Berliner Zeitung: „Ich hoffe, dass wir mit unserem Impfstoff jene zwei bis drei Prozent der Menschen adressieren können, die, aus welchen Gründen auch immer, Bedenken gegenüber den neuartigen Impfstoffen haben und damit einen Beitrag zur Durchimpfungsrate leisten.“

Der Impfstoff namens VLA2001 nutzt eine ähnliche Technologie wie klassische Grippe-Impfstoffe und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können. Im Oktober hatte Valneva „positive“ erste Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie mit dem Impfstoff bekannt gegeben. Das Mittel sei wirksamer als der Astrazeneca-Impfstoff, hieß es, und „im Allgemeinen gut verträglich“.

Valneva ist der achte Pharmakonzern, mit dem die EU-Kommission einen Vertrag schließt. Welchen Wert das Geschäft hat, wurde wie auch in früheren Fällen nicht mitgeteilt. Bisher hatte Brüssel Verträge mit den Herstellern Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Curevac, Janssen, Moderna, Novavax und Sanofi-GSK geschlossen. (mit AFP)