Brasilien, Goiás: Jaguar Ousado erlitt Verbrennungen dritten Grades.
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Die Lunge der Welt stirbt. Die Brände im brasilianischen Sumpfgebiet Pantanal dauern unvermindert an. Eine Katastrophe auch für die hier lebenden Tiere – worauf wir an dieser Stelle schon mehrfach hingewiesen haben. Jetzt erreichen uns die Bilder von Ousado, so haben die Tierretter den Jaguar genannt, den sie vor den Flammen retten konnten. Ousado erlitt Verbrennungen dritten Grades und wird von den freiwilligen Helfern der NGO „Nex – no extinction“ versorgt; einer Organisation zum Schutz und Erhalt der Wildkatzen in Brasilien. Sie bringt die geretteten Tiere auf einer Farm im Bundesstaat Goiás unter. Dort werden sie mit den Mitteln der modernen Medizin behandelt. Dazu gehören auch Stammzellinjektionen, um die Wiederherstellung von verbranntem Gewebe und die Regeneration von neuem Gewebe zu beschleunigen.

Bis auf die Knochen: Behandlung der verbrannten Pfoten.
Foto: dpa/Eraldo Peres

Außer Ousado konnte auch das Jaguarweibchen Amanaci gerettet werden. „Wir hoffen, sie bald auf allen vieren laufen zu sehen“, wird die Tierärztin Patricia Malard von „Nex – no extinction“ zitiert. „Es macht mich wütend und traurig zu sehen, wie diese Tiere leiden“, sagt Cristina Gianni, Gründerin von Nex. „Stellen Sie sich uns an ihrer Stelle vor. Es wäre, als würden Sie barfuß auf heiße Kohlen treten.“ Sie habe noch nie so viel Tod und Schmerz gesehen, wie jetzt durch die Brände im Pantanal in diesem Jahr für wild lebende Tiere verursacht wurden. Für Gianni ist klar, dass vor allem die brasilianischen Behörden und die Regierung die Schuld an der Katastrophe tragen – weil sie nicht entschieden gegen die Brandrodung in den Regenwäldern vorgehen.

Das Pantanal erstreckt sich über mehr als 150.000 Quadratkilometer in Brasilien und reicht bis nach Bolivien und Paraguay. Hier gibt es das größte Vorkommen von Hyazinth-Aras in Brasilien und auch der vom Aussterben bedrohte Riesenotter lebt hier. Jaguar, Puma und Ozelot sind hier heimisch sowie ihre Beutetiere Sumpfhirsche, Pekaris und Capybaras. Weiterhin gibt es mindestens 2000 Pflanzenarten, 269 Fischarten, unzählige Reptilien und Amphibien sowie eine Vielzahl von Insekten.