Berlin - Der Körper kribbelt, verliert jedes Gefühl, ist wie gelähmt, die Atmung verändert sich, die Wahrnehmung verschiebt sich. Als wäre man in einem Albtraum. Als wäre man nicht wirklich da. Schockstarre ist eine Reaktion des vegetativen Nervensystems, die während einer Vergewaltigung eingeleitet wird. Der Körper hat keine Möglichkeit zu flüchten, hat keine Möglichkeit sich zu wehren, weil der Täter körperlich überlegen ist, also stellt sich der Körper tot, um zu überleben – und lässt die Grausamkeit über sich ergehen. Die Frau ist bewegungslos, wenn der Mann ihr den Penis tief in den Rachen drückt. Sie ist bewegungslos, wenn der Mann ihr die Beine auseinanderreißt. Man kann sich das nicht vorstellen, selbst das geschriebene Wort erscheint bizarr: Irgendwann muss die Überlebende aufwachen aus dieser Schockstarre und sich Hilfe suchen – und Spuren der Tat an ihrem Körper dokumentieren lassen, damit der Täter überführt werden kann.

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