Ben ist im Zoo Osnabrück aus seinem Gehege entwischt.
Foto: Zoo Osnabrück/dpa

Berlin/OsnabrückAm Montagmorgen war noch alles ganz normal: Der Ende März geborene Baumstachler Ben ließ sich bei der ersten Fütterung des Tages im Zoo von Osnabrück Karotten und Äpfel schmecken. Doch zur zweiten Mahlzeit um 14 Uhr war das etwa 40 Zentimeter lange Nagetier dann nicht mehr aufzufinden.

Nachdem die Tierpfleger ihn in seiner Anlage, die er sich mit seinen Eltern Mechthild und Manfred teilt, nicht entdecken konnten, starteten sie eine intensive Suche, die bis zum späten Abend andauerte. „Befinden sich Tiere plötzlich außerhalb ihrer Anlage, der gewohnten Umgebung, sind sie meist irritiert und suchen einen Weg zurück. Leider wissen wir nicht, ob und welchen Weg er genommen hat: Wir haben die Anlage untersucht, können aber keine Ausbruchstelle finden“, sagt Tobias Klumpe von der Zoologischen Leitung.

Ist Ben noch auf dem Zoogelände unterwegs oder längst ausgebüxt? Bislang ist das noch nicht klar. Und die neu gewonnene Freiheit wäre eine durchaus gefährliche: „Bei uns bewegen sich sehr viele Beutegreifer wie Füchse. Wir können natürlich nicht ausschließen, dass Ben von einem heimischen Raubtier gegriffen wurde“, so Klumpe.

Allerdings besitzen Baumstachler einen sehr guten Schutz: ihre Stacheln. An den Enden der Stacheln sitzen Widerhaken, die schmerzhafte Verletzungen hervorrufen können. Daher müssen auch Menschen, die Ben entdecken, vorsichtig sein. Der Zoo rät, das Tier nicht anzufassen und sofort den Zoo oder die Feuerwehr anzurufen.

Immerhin muss man sich keine Sorgen machen, dass Ben verhungert: Der Baumstachler findet aufgrund der Vegetation derzeit auch außerhalb des Geheges genügend Futter. Wahrscheinlich zeige er wenig Scheu gegenüber Menschen, sagt Klumpe: „Als Zootier ist Ben natürlich Menschen und den Kontakt zu seinen Tierpflegern gewohnt. Daher wird er tendenziell eher neugierig und weniger schüchtern sein.“