Stark bedroht und jetzt hoffentlich besser geschützt: die Zibetkatze.
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Bravo, endlich: Vietnam will den Wildtier-Handel beenden. Künftig soll der Import bedrohter Arten wie etwa des Schuppentiers und der Zibetkatze verboten werden. Das Verbot würde auch den Handel auf den heimischen Tiermärkten und im Internet betreffen. Das berichtet die Umwelt-NGO WildAid und beruft sich auf ein entsprechendes Dekret von Regierungschef Nguyen Xuan Phuc. „Dies ist das erste Mal, dass die Regierung Dutzende von Ministerien und Behörden mobilisiert hat, um das Problem des Wildtierhandels aktiv anzugehen“, teilte die Tierschutzorganisationen in dem südostasiatischen Land mit.

„Dies ist das erste Mal, dass die Regierung Dutzende von Ministerien und Behörden mobilisiert hat, um sich aktiv mit dem Problem des Wildtierhandels zu befassen, der verheerende Auswirkungen hatte und seit vielen Jahren Sorge bereitet, so zuletzt, als die Covid-19-Pandemie erneut Hinweise auf die Übertragung von Infektionskrankheiten zwischen Wildtieren und Menschen geliefert hat“, sagte Hoang Thi Minh Hong, der Sprecher von WildAid Vietnam. Neben dem Landwirtschaftsministerium sei auch das Ministerium für öffentliche Sicherheit beteiligt, um das Verbot durchzusetzen.

Darf keine Delikatesse sein:  Ein junges Malaiisches Schuppentier.
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In einer kürzlich von WWF und GlobeScan durchgeführten Umfrage stimmten fast drei Viertel der Menschen in Vietnam der Aussage zu, dass eine Schließung von Wildtiermärkten und die Schließung illegaler Wildtierrestaurants einen der Corona-Pandemie vergleichbaren Ausbruch in Zukunft wirksam verhindern würden. Der Umfrage zufolge haben 15 Prozent der Befragten entweder Wildtierfleisch gekauft oder kennen jemanden, der in den letzten zwölf Monaten Wildtierprodukte gekauft hat. Zusammen mit Thailand ist dies die höchste Rate unter den asiatischen Ländern. Gekauft würden hauptsächlich Schildkröten (48 Prozent), Zibetkatzen (28 Prozent), lebende Vögel (23 Prozent) und Schuppentiere (16 Prozent).