Berlin - Es klingt nach einem kühnen Vorhaben: „Wir können jetzt tun, wovon Rudolf Virchow nur träumen konnte “, sagt Nikolaus Rajewsky. Mit zellbasierter Medizin ließen sich künftig Krankheiten frühzeitig erkennen, gezielt behandeln oder sogar abwenden, lange bevor Symptome auftreten und womöglich bereits irreparable Schäden entstehen.

Rajewsky ist Gründer und wissenschaftlicher Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie, kurz BIMSB. Von seinem Büro im vierten Stock des eleganten, glasverkleideten Neubaus geht der Blick auf den Campus Mitte der Charité. Dort hatte der Pathologe Rudolf Virchow Mitte des 19. Jahrhunderts die damals vorherrschende Lehrmeinung fundamental umgekrempelt. Virchow konnte zeigen, dass sich Zellen nicht etwa spontan aus ungeformten Substanzen im Körper bilden, sondern stets durch Teilung aus anderen Zellen hervorgehen. Und er erkannte, dass über Gesundheit oder Krankheit nicht aus dem Gleichgewicht geratene „Körpersäfte“ oder „die Nerven“ entscheiden, sondern die einzelne Zelle, in der etwas schiefgeht.

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