Berlin - Finken, Meisen, Spatzen, Drosseln, Raben … Vögel singen, trällern und zwitschern in der schönen Frühlingszeit. Die Natur erwacht und fast überall spielt sie ihr Konzert. Ach was, romantischer Quatsch und überhaupt eine Belästigung erster Güte, finden mit vielen Gründen einige nervenschwache und kunstabholde Zeitgenossen – und ziehen vor Gericht. Mietminderung ist zumeist ihr Begehr. Das Landgericht Berlin hatte jetzt so einen Fall zu entscheiden. Vogellärm im Garten ist grundsätzlich hinzunehmen, lautet der Beschluss (Az.: 65 S 540/09).

Wann wird aus dem Vogelgesang eine Lärmbelästigung?

Zum näheren Verständnis ein Vergleich: Insoweit sich der Vogelkot auf Balkon und Terrasse nicht vollständig vermeiden lässt, gilt er nicht grundsätzlich als vertragswidriger Zustand, der zur Mietminderung berechtigt – so erklärt es der Deutsche Mieterbund. Das gilt nun über den Vogelkot hinaus auch für den Vogelgesang, und zwar selbst dann, wenn Nachbarn die Vögel durch Füttern und das Aufstellen von Wassergefäßen „anlocken“, wie das Berliner Gericht befand. Vom Vermieter sind Abwehrmaßnahmen wie etwa das Fällen von Bäumen nicht zu verlangen.

Vereinfacht gesagt: Wir haben es mit Naturtatsachen zu tun, die sich als „Ärgernisse“ nur durch die Zerstörung des Natur beseitigen lassen. Aber die Juristen sind sich nicht durchweg einig, was als Natur gilt. Ein Beispiel: Nisten vor den Fenstern – vor allem des Schlafzimmers – der Wohnung Tauben, ist wegen der daraus resultierenden Lärm-, Geruchs- und Gesundheitsgefährdung durch Taubenkot eine Mietminderung gerechtfertigt, befand das Amtsgericht Pforzheim und billigte in einem Fall eine Mietminderung in Höhe von 30 Prozent (Az.: 2 C 160/98).