BerlinDiese Meldung stammt aus dem März dieses Jahres: „Kenia: Wilderer töten zwei weiße Giraffen“. Im Naturschutzgebiet Ishaqbini Hirola im Osten des Landes hatten Park-Ranger die Kadaver einer Mutter und ihres Kalbs gefunden. Nach diesem Angriff gibt es nur noch ein Exemplar, ein Männchen, das nun laut den Naturschützern die einzig verbliebene weiße Giraffe auf der Welt ist.

Weiße Giraffen sind äußerst selten. Forscher gehen davon aus, dass die Tiere eine spezielle Genmutation aufweisen, die man Leuzismus nennt. Die Haut der Tiere enthält dann keine Zellen, die Farbstoff bilden. Das führt dazu, dass das Fell weiß bleibt. Die Haut darunter ist rosafarben.

Foto: Hirola Conservation/Caters News Agency/dpa
2017 waren die weiße Giraffe und ihr Kalb erstmals gesichtet worden, drei Jahre später wurden sie getötet.

Um die verbliebene Giraffe in dem Park vor Angriffen zu bewahren, haben Naturschützer in Kenia jetzt gehandelt und das Tier mit einem Sender versehen. Der GPS-Peilsender sei an einem der Hörner des Männchens festgemacht worden und werde stündlich den Standort des Tiers an die Ranger durchgeben, teilte das Ishaqbini Hirola Schutzgebiet mit. Somit könne man „dieses einzigartige Tier vor Wilderern schützen“, hieß es. An dem Einsatz beteiligte sich auch die kenianische Wildparkbehörde (KWS).

Die weißen Giraffen wurden erstmals im Jahr 2017 gesichtet. Schnell wurden die ungewöhnlich gefärbten Paarhufer zur Touristenattraktion, aus der ganzen Welt kamen Menschen nach Kenia, um sie zu sehen. Laut Naturschutzorganisationen gehörten die kenianischen Exemplare zur Unterart der Netzgiraffen, die in der Roten Liste der bedrohten Arten als „stark gefährdet“ eingestuft sind. Das macht das Verschwinden der Tiere für den Artenschutz umso dramatischer.

Nicht nur, dass der Lebensraum der Tiere bedroht ist, Wilderer machen Jagd auf die leicht zu erbeutenden Langhälse, weil ihr Knochenmark und ihre Gehirne manchen Wunderheilern als angebliche Medizin gegen HIV und Aids gelten. Auch ihr Fleisch, ihre Häute und Schwanzhaare sind begehrt.