Berlin - Die Entdeckung erinnert an den Film „Jurassic Park“. Darin lassen Forscher Dinosaurier aus fossiler DNA auferstehen. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass biologische Moleküle nicht Millionen von Jahren überdauern können. Nach dem Tod des Organismus werden sie von Bakterien zersetzt und rasch in kleinere Verbindungen zerlegt. Von dem Lebewesen bleibt dann nichts mehr übrig; seine Moleküle gelangen in den Kreislauf der Natur zurück. Nur sehr, sehr selten entgehen einstige Lebewesen der Zerstörung. Ihr Körper bleibt dann als Abdruck oder Einschluss im Gestein erhalten. Sind darin noch biologische Spuren des Lebewesens zu finden, auch wenn das Fossil hunderte von Millionen Jahre alt ist?

Tatsächlich können bestimmte organische Molekülbestandteile solch gewaltige Zeiträume überdauern und das sogar recht häufig, wie US-Forscher nun nachgewiesen haben. „Wir haben herausgefunden, dass kohlenstoffhaltige Reste wie sie typischerweise in Proteinen, Fetten und Zuckerverbindungen vorkommen, fast immer als mikroskopische Spuren in Fossilien erhalten bleiben“ sagt Jasmina Wiemann, Paläobiologin an der Yale Universität in New Haven und Erstautorin einer Studie, die im Fachblatt Science Advances erschienen ist. Damit lassen sich die Akteure der Urzeit zwar nicht wiederbeleben wie im Film, aber vieles von ihrem Aussehen, ihrer Lebens- und Ernährungsweise erstaunlich präzise rekonstruieren. „Wir können so sehr genaue Aussagen beispielsweise zu Härte und Farbe der Schalen von Dinosaurier-Eiern machen. Wir können charakteristische Gewebetypen unterscheiden, wie sie heute noch bei bestimmten Tiergruppen vorkommen, und so Verwandtschaftsbeziehungen erkennen. Auch die Reste von Aminosäuren, den Bausteinen der Proteine, geben uns Auskunft über die stammesgeschichtliche Verwandtschaft“, erläutert die Forscherin.

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