Berlin - Wer unseren einheimischen Vögeln in der kalten Jahreszeit und insbesondere bei den klirrenden Temperaturen derzeit etwas Gutes tun will, sollte ein paar Kleinigkeiten beachten. Bei den allseits beliebten und ja auch leicht anzubringenden Meisenknödeln gilt zum Beispiel, dass sich ihr Körner-Fett-Gemisch nicht in einem Netz aus Plastik befindet, erklärt der Naturschutzbund Deutschland. Denn gerade in den feinen dünnen Maschen können sich, so der Nabu, die kleinen Beinchen und Krallen der Vögel leicht verheddern und verletzen.

Allerdings gibt es auch Alternativen zum Knödel. Futterspender etwa, auch  Futtersilos genannt: Hier ist vor allem darauf zu achten, dass die Tiere nicht im Futter herumlaufen dürfen, weil sonst Krankheiten übertragen werden. Aus dem gleichen Grund darf das Futter nicht nass werden – abgesehen davon verdirbt oder vereist trockenes Futter nicht. Allgemein gilt, dass Futterspender wartungsfrei sind und so gebaut und befestigt werden, dass sie bei starkem Wind, Schnee und Regen schützen. Dann fühlen sich dort auch die Tiere wohl.

Deckung bei Attacken von Sperbern

Wer den Vögeln offene Futterhäuschen anbietet, sollte sie regelmäßig reinigen. Dabei sind aber chemische oder desinfizierende Mittel keine gute Wahl, erklären die Naturschützer vom Nabu. Es reiche vollkommen aus, wenn die Häuschen gründlich ausgefegt werden. Nur bei bei starkem Parasitenbefall kann mit klarem Wasser und gegebenenfalls auch mit etwas Sodalauge geputzt werden – darauf achten, dass sie danach gut trocknen. Was das Futter selbst betrifft, müssen das nicht unbedingt die teuren Mischungen sein, Sonnenblumenkerne sind bestens geeignet.

Foto: dpa/Frank Rumpenhorst
Farbtupfer: Ein Rotkehlchen sitzt im vereisten Geäst.

Zu den häufigsten Körnerfressern gehören Meisen, Finken und Sperlinge. Allerdings überwintern bei uns auch die sogenannten Weichfutterfresser wie etwa Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten – auch hier ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Apropos: Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen.

Eine kleine Sicherheitsmaßnahme für die Tiere besteht übrigens darin, die Futterstellen in der Nähe von Bäume oder Büsche anzubringen, sie bieten nämlich Deckung bei Attacken von Sperbern. Auch sollten in der Nähe befindliche Glasscheiben für die Vögel nicht zu tödlichen Fallen werden – Durchsichten oder Spiegelungen in den Fenstern sind also zu vermeiden und die Scheiben am besten von außen mit beliebigen Mustern zu bekleben. Das schützt vor Vogelschlag

Expertentipp: Der eigene Garten lässt sich schon im Herbst vogelfreundlich für die kalte Jahreszeit vorbereiten. Verblühte Stauden, Gräser und Kräuter sollten nicht vollständig abgeschnitten, sondern bis zum Frühjahr stehengelassen werden . Die Samen vieler Arten fallen nach und nach aus, sodass die Piepmätze lange gut davon leben können. Beeren- und Wildsträucher wie Schlehe, Berberitzen, Schneeball, Vogelkirsche oder Weißdorn tragen Früchte, die lange in den Winter hinein Nahrung bieten.