Viele abgepackte Grillfleischprodukte sind laut einer Untersuchung im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion mit den als Krankenhauserregern gefürchteten MRSA-Keimen befallen. Vor einer Infektion schützen können sich Verbraucher durch gute Hygiene in der Küche. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Um welches Fleisch geht es?

In dem Test waren 14 Prozent aller Proben mit MRSA-Keimen befallen, die Wundinfektionen und Atemwegsentzündungen auslösen können, wie der „Spiegel“ berichtet. Die Bundestagsfraktion der Grünen hatte in 13 Städten abgepacktes Grillfleisch einkaufen und untersuchen lassen. Erworben wurden die Produkte in allen gängigen Supermärkten und Discountern, fündig wurden die Tester etwa bei Schweinenackensteaks in Pfeffermarinade oder marinierten Putenhacksteaks.

Um welche Erreger geht es?

MRSA steht für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Der Erreger ist vor allem als Krankenhauskeim gefürchtet. Er ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gegen alle sogenannten Beta-Laktam-Antibiotika unempfindlich, das sind Penicilline und Cephalosporine. „Unempfindlich“ bedeutet, dass sich eine Infektion mit Standard-Antibiotika nicht behandeln lässt.

Mediziner müssen auf andere, weniger verträgliche oder weniger wirksame Alternativen ausweichen. Die Folge sind längere Krankenhausaufenthalte und eine höhere Sterblichkeit.

Für wen sind die Keime gefährlich?

Eine Gefahr sind die Keime vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem - also etwa Kranke oder frühgeborene Babys. Gesunden Menschen machen sie in der Regel nichts. „Sie sind nicht gefährlich, wenn man sie einfach so zu sich nimmt, beispielsweise im Grillfleisch“, sagt Prof. Alexander Kekulé vom Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle.

Deshalb sei die Untersuchung im Auftrag der Grünen für den normalen Verbraucher eigentlich bedeutungslos, man müsse sich vor Grillfleisch deswegen nicht fürchten. „Wenn man diese Keime mit der Nahrung aufnimmt, passiert nichts, sie werden vom Magen normalerweise zerstört“, betont er.

Warum kommt der Erreger in Lebensmitteln vor?

Staphylococcus aureus kommt natürlicherweise in der normalen Haut- und Schleimhautflora von Mensch und Tier vor. Rohes Fleisch aller Tierarten kann daher dem BfR zufolge MRSA enthalten. „Das muss nicht jedes Stück Fleisch betreffen, aber grundsätzlich sollte man davon ausgehen, dass Fleisch solche Keime enthalten kann“, sagt Bernd-Alois Tenhagen von der BfR-Abteilung Biologische Sicherheit.

Auch Fleisch aus ökologischer Produktion kann betroffen sein. Experten vermuten, dass ein zu häufiger Einsatz von Antibiotika in der Tiermast, aber auch beim Menschen, zur Entwicklung der resistenten MRSA-Keime beigetragen hat.

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