Berlin/Wulsbüttel - Ostern steht vor der Tür, und damit ist nicht nur Hasen-, sondern auch Lämmerzeit. Passender könnte also die Meldung von der Dreptefarm im niedersächsischen Wulsbüttel nicht kommen. Dort haben kurz vor dem Osterfest die Mutterschafe die Lammsaison erfolgreich abgeschlossen. Die Bilanz auf der Farm, die alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen züchtet und sie Schulkindern näherbringt: sieben Lämmer von vier Schafen.

Schaut man sich den Nachwuchs genauer an, fällt eine bunte Mischung auf. Das hat auch mit Corona zu tun: Da pandemiebedingt kein reinrassiger Zuchtbock gekauft werden konnte, übernahm kurzerhand ein Rauwoller-Coburger-Mischling die Vaterrolle. Das Ergebnis ist entsprechend divers. Mit zwei Moorschnucken-Mischlingen ist die Lammsaison im Schullandheim nun kurz vor Ostern beendet, wie der NABU mitteilte, der das Schullandheim im Landkreis Cuxhaven betreibt.

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Zweifarben-Flausch: Die Lammsaison im Schullandheim ist nun beendet.

„Die Lämmer sind immer echte Frühlingsboten und jedes Mal eine neue Freude“, sagt Dreptefarm-Chef Sönke Hofmann. Derzeit besteht die kleine Schafherde aus Rauwolligen Pommerschen Landschafen, einem Leineschaf, einer Moorschnucke und einem Bentheimer Landschaf. Und nun natürlich auch aus der bunten Schar von sieben Mischlingslämmern. Über den Sommer sollen neben einem neuen Fuchsschaf noch weitere alte Rassen dazukommen.

Doch so niedlich die Lämmer sein mögen, als große Schafe werden auch sie einmal geschlachtet. „Wir halten Nutztiere und nutzen sie auch. Allerdings versuchen wir, mehr Respekt und Anerkennung den Tieren gegenüber zu vermitteln“, so Hofmann. Wer Tiere in natürlicher Haltung erlebe, messe ihrem Fleisch einen anderen Wert bei. „Wir müssen den Sonntagsbraten zu etwas Besonderem machen.“